PMI Austria Forum Day 2025

PM-Events Teil 2 – PMI Austria Forum Day 2025

Projekte meistern, wenn alles in Bewegung ist

Nachdem wir uns in der letzten Woche einer Veranstaltung von pma – Projekt Management Austria gewidmet haben, geht es heute um ein weiteres Event, dem PMI Austria Forum Day 2025 von Project Management Institute.

Der PMI Austria Forum Day 2025 fand in der Fachhoschule des bfi Wien statt und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Mastering the Chaos: Turning Turbulence into Project Success“ – und der Titel hätte kaum besser gewählt sein können. In einer Zeit, in der globale Unsicherheiten, technologische Sprünge, geopolitische und gesellschaftliche Veränderungen immer stärker ineinandergreifen, trafen sich Projektmanager:innen, Führungskräfte und Expert:innen aus zahlreichen Branchen in Wien, um Antworten auf eine zentrale Frage zu finden: Wie navigieren wir Projekte erfolgreich durch stürmische Zeiten?

Mitten in dieser illustren Runde war ich als Vertreter der team vor Ort.

Ein kraftvoller Auftakt: Nachhaltigkeit als strategischer Leitstern – „Sustainability: Lighting the Way Through Turbulence“ (Lucila Dotto)

Die Eröffnungs-Keynote setzte gleich zu Beginn ein klares Signal. Nachhaltigkeit ist weit mehr als ein Trend – sie ist ein strategischer Orientierungsrahmen, um Komplexität zu meistern. Inmitten geopolitischer und wirtschaftlicher Turbulenzen brauchen Projekte klare Werte, mutige Entscheidungen und langfristige Ziele. Der Appell: nachhaltiges Projektmanagement bedeutet Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für Output, sondern für Impact.

Transformation in der Praxis: „Sailing Through Unknown Waters – Mastering Risk Management in Multi-Year ERP S/4HANA Journeys“ (Hannes Ruess, Stefan Müller)

Praxisnah wurden die Herausforderungen einer mehrjährigen ERP-Transformation erörtert. Die Kernbotschaft: Je komplexer das Projekt, desto entscheidender sind Stakeholder-Alignment, Transparenz und die Fähigkeit, mit unerwarteten Wendungen umzugehen. Ein professionelles ggfls. extern durchgeführtes Risikomanagement unterstützt enorm bei diesem Unterfangen.

Teamdynamik: „Turning the Ship Around: Collective Intelligence in Action“ (Christof Kier, Roman Mittendorfer)

Die Nutzung von kollektiver Intelligenz zur Transformation schwieriger Projekte stand im Mittelpunkt. Dabei unterstützen SPOTeams (Strategic Projects & Operations Teams), die das Wissen aus dem gesamten Unternehmen bündeln, um Krisenprojekte zu stabilisieren. Erfolgsfaktoren in SPOTeams sind ein gemeinsames Zielverständnis, offene Kommunikation, Balance zwischen Struktur und Freiheit, eine Kombination aus intrinsischer Motivation und praktischer Umsetzung und direkte Kommunikationskanäle zum Vorstand bzw. Nutzung von KI-Unterstützung. Kollektive Intelligenz und flexible Teamstrukturen ermöglichen hohe Effektivität und nachhaltige Lernerfolge auch in chaotischen Zeiten im Projekt.

PMI Austria Forum Day 2025
© PMI Austria Forum Day 2025

Der strategische Projektmanager: Neue Rollen in einer datengetriebenen Welt – „The Rise of the Strategic Project Manager“ (Istvan Görgei, Junior Soma)

Es ging sogar noch einen Schritt weiter und es wurde das Bild eines neuen Rollenverständnisses gezeichnet: Projektmanager:innen werden zunehmend strategische Dirigenten:innen, die Markttrends, Business-Ziele und technische Möglichkeiten zusammenführen. KI integriert in bestehenden Systemen und Echtzeitdaten erweitern die Perspektive in chaotischen/komplexen Situationen – ersetzen aber nicht den menschlichen Überblick.

Power Skills: „Leading Through Chaos: Power Skills for Project Success in a VUCA World“ (Ike Nwankwo)

Die End-Keynote lieferte den emotionalen Abschluss und erinnerte daran, dass in einer VUCA-Welt1 technische Fähigkeiten nicht ausreichen. Gefragt sind Power Skills:

  • Kommunikation – Klarheit und Vertrauen schaffen
  • Problemlösung – Ursachen analysieren, kreativ Lösungen entwickeln
  • Kollaborative Führung – Einfluss statt Autorität, Vertrauen und psychologische Sicherheit
  • Strategisches Denken – Projekte mit Unternehmenszielen verbinden
  • Emotionale Intelligenz – Empathie, Selbstreflexion und Motivation und Anpassungsfähigkeit, um flexibel auf Veränderungen reagieren.

Fähigkeiten, die Teams stärken und Herausforderungen in Chancen verwandeln.

Der PMI Austria Forum Day 2025 zeigte eindrucksvoll, dass Projektmanagement heute mehr bedeutet als Planung und Steuerung. Es geht um Gestaltung, Führung und die Fähigkeit, in turbulenten, chaotischen Situationen klare Wege zu finden.

Was bleibt für mich?

Eine starke Botschaft – Chaos ist nicht das Ende eines Projekts – es ist oft sein (Neu-)Anfang. Wer lernen will, es zu beherrschen, findet darin ungeahnte Chancen und wir Projektleiter der team haben durch unsere Ausbildung und Erfahrung großes Potential eine führende Rolle in diesem Prozess einzunehmen.

  1. Die VUCA-Welt beschreibt eine komplexe Realität, die von Volatilität, Unsicherheit, Complexity (Komplexität) und Ambiguität (Mehrdeutigkeit) geprägt ist. ↩︎
pma focus day 2024

PM-Events Teil 1 – pma focus 2025: Dialog statt Konfrontation

Brücken bauen im Projekt­management

Erfolgreiches Projekt­manage­ment hat viel mit Vernetzung zu tun – in dieser Serie berichten wir über spannende Veranstaltungen im Bereich Projekt­management. Den Auftakt macht der pma focus 2025 von Projekt Management Austria, der im Oktober im Austria Center Vienna statt fand.

Am pma focus day 2025 diskutierten knapp 1.000 Projekt­manager:innen aus ganz Österreich über eine zentrale Frage: Wie schaffen wir den Schritt vom Gegeneinander zu mehr Miteinander? In einer Welt, die von Polarisierung und globalen Spannungen geprägt ist, wird Verständigung zur Schlüssel­kompetenz – auch und gerade im Projekt­management.

Projekte als Spiegel der Gesellschaft

Projekte sind mehr als nur Arbeitsaufträge. Sie sind ein Abbild unserer Gesellschaft und zeigen, wie Kooperation gelingen kann. Doch Brücken entstehen nicht von selbst. Sie brauchen ein stabiles Fundament – und dieses Fundament sind die Menschen im Projektteam.

In Projektteams bringt jedes Mitglied aufgrund seines Alters – und damit seiner Generationenzugehörigkeit – unterschiedliche Eigenschaften mit. Der Bogen spannt sich von den beruflich auslaufenden Babyboomern (Geburtsjahr ca. 1950 +/- 9 Jahre) bis zur Generation Z (ab 2000) – ein Zeitraum von rund vier Jahrzehnten. Diese Vielfalt führt zwangsläufig zu unterschiedlichen Auffassungen und kann Konfliktpotenzial bergen.

Das Lebensalter beeinflusst nicht nur den Zugang zu Projekten, sondern auch die Interaktionen im Team und die Art der gesetzten Handlungen. Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen Generation X (ca. 1970 +/- 9 Jahre), die häufig als „Workaholics“ gelten, und der Generation Z, die oft als „arbeitsscheu“ bezeichnet wird. Diese Gegenüberstellung verdeutlicht, wie unterschiedlich Erwartungen und Herangehensweisen in Projekten sein können.

© pma.at | pma focus 2025 Rückblick

Wertvoller Zugewinn von Wir-Intelligenz

So unterschiedlich die Ausprägungen der einzelnen Generationen sind, desto wertvoller kann diese Vielfalt für Projekte sein. Ein zentraler Ansatz dafür ist die Nutzung der Wir-Intelligenz. Ihre Grundlage ist Empathie – die Fähigkeit, andere Teammitglieder wahrzunehmen, sich auf sie einzulassen und jeder Perspektive ihre eigene Wahrheit zuzugestehen.

Auf dieser Basis gelingt es Projektteams, komplexe Aufgaben kreativ zu lösen und sich flexibel auf neue Situationen einzustellen. Wir-Intelligenz beginnt mit Ich-Bewusstsein – und wächst dort, wo wir achtsam zuhören und gemeinsam handeln. Wenn das Umfeld so gestaltet ist, dass sich alle einbringen können, entstehen nachhaltige Lösungen. In einer Speedsession von Caroline Rotter mit dem Titel „Mehr Wir, weniger Ich: Der Weg vom Schlagabtausch zum Dialog„, haben wir dieses Thema vertieft und aufgebarbeitet.

Erfolgreiches Projektmanagement bedeutet: Brücken bauen statt Mauern errichten – durch echten Dialog. Der pma Focus Day 2025 hat gezeigt, wie vielfältig Projektmanagement ist und dass reine Kommunikation im Team nicht ausreicht.

Erst wenn wir in Dialog treten, um unsere Projektmitglieder wirklich zu verstehen, können wir kreative und nachhaltige Lösungen erzielen. Ein Ansatz den wir bei der team verfolgen und leben.

Mehr Infos zur Veranstaltung, den Vorträgen und den Speed Sessions, finden sich auf der offiziellen Seite des Projekt Management Austria Events pma focus 2025.

25. Signal+Draht Kongress

Impulse vom SIGNAL+DRAHT-Kongress 2025

Cloud-Stellwerke, FRMCS und die Zukunft der Bahntechnologie

Beim diesjährigen SIGNAL+DRAHT-Jubiläumskongress trafen sich Expert:innen der Bahntechnologie, um zentrale Entwicklungen in der Leit- und Sicherungstechnik zu diskutieren. Im Fokus standen die Digitalisierung klassischer Stellwerkssysteme, die Rolle von Cloud-Architekturen und neue Kommunikationsstandards wie FRMCS.

Digitalisierung als Schlüsselthema

Bereits in der Eröffnungssession setzte ein klares Zeichen: Maria Leenen (SCI Verkehr) sowie Vertreter:innen der SBB und des Bundesamts für Verkehr beleuchteten die ökonomischen und technischen Treiber der Digitalisierung. Die DB InfraGO präsentiert anschließend ihre neue LST-Plattformstrategie – ein technologischer Wandel, der auf standardisierte, modulare Systemarchitekturen und den Einsatz von Virtualisierung setzt.

FRMCS: Die Zukunft der Bahnkommunikation

Ein zentrales Thema war FRMCS (Future Railway Mobile Communication System). Martin Taranetz (ÖBB-Infrastruktur AG) und Rainer Fachinger (DB InfraGO) zeigten, wie GSM-R schrittweise durch IP-basierte 5G-Technologien ersetzt wird. Ziel ist eine einheitliche Plattform für ETCS-Datenübertragung, Sprachkommunikation und Zugautomatisierung. Wesentlicher Treiber dieser Vorhaben ist die bevorstehende Obsoleszenz von GSM-R ab 2035.

Stellwerk in der Cloud: Ein Paradigmenwechsel

Siemens Mobility und Hitachi Rail GTS Austria präsentierten das richtungsweisende Konzept „Stellwerk in der Cloud“. Sicherheitsgerichtete Funktionen werden künftig in virtualisierten Umgebungen bereitgestellt – containerisiert, skalierbar und auf handelsüblicher Hardware (COTS) lauffähig. Dank Containerisierung und zertifizierte Kommunikationsschnittstellen lässt sich eine flexible, skalierbare Betriebsführung aufbauen – bei gleichzeitig erhöhter Cyber-Resilienz und reduzierter Abhängigkeit von langjährigen Hardware-Lebenszyklen.

Automatisierung im Bahnbetrieb: ATO/RTO-Pilotprojekte

David Schulz (DB AG) und Jacob Baseliyos (DB Cargo) stellten Pilotprojekte vor, die automatische Fahr- und Rangierfunktionen mit ETCS-Level-2/3-Infrastrukturen kombinieren. Dabei wurden neue Anforderungen an RBC-Logik, DMI-Integration und Sicherheitsnachweise diskutiert.

Cybersecurity und Systemintegration im Fokus

Der zweite Kongresstag widmet sich konsequent den Themen IT-Sicherheit, Systemintegration und digitalen Inbetriebnahmeprozessen. Im Mittelpunkt steht der Einfluss des neuen EU Cyber Resilience Act „CRA“ auf sicherheitsrelevante Bahnkomponenten – insbesondere auf Stellwerkssoftware, Kommunikationssysteme und Datenübertragung im ETCS-Umfeld. Fachbeiträge zeigen, wie Hersteller künftig ihre Software-Update-Prozesse, Penetrationstests etc. regulatorisch absichern müssen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der BIM-gestützten Abnahme und Inbetriebnahme von LST-Projekten. Durch die Verknüpfung von 3D-Modellen, Attributdaten und automatisierten Prüfschnittstellen kann die technische Dokumentation direkt mit Test- und Abnahmeprotokollen verbunden werden – ein großer Effizienzgewinn bei steigender Systemkomplexität.

Internationale Einblicke und Ausblick

Internationale Erfahrungsberichte – etwa zum ETCS-Rollout in Belgien oder zu Cybersecurity-Konzepten in Metrosystemen – rundeten das Programm ab. Damit richtet sich der Blick klar auf die Zukunft: hin zu einem vollständig vernetzten, resilienten und interoperablen Bahnsystem.

Fazit: Ein Pflichttermin für Bahntechnologie-Expert:innen

Der SIGNAL+DRAHT-Kongress 2025 bestätigt erneut seine Rolle als führendes Fachforum für Leit- und Sicherungstechnik in Europa. Mit technischer Tiefe, internationalem Austausch und praxisnahen Lösungen bleibt er ein unverzichtbarer Treffpunkt für Ingenieur:innen, Projektverantwortliche und Systemanbieter, die den digitalen Wandel der Bahn aktiv mitgestalten.

Auch wir haben wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung zukunftsorientierter Bahntechnologien mitgenommen. Als Beratungs- und Umsetzungspartner für Digitalisierung, Automatisierung und Systemintegration im Bahnumfeld bringen unsere teamExpert:innen diese Erkenntnisse direkt in die Projekte ein – für innovative und nachhaltige Lösungen im Sinne unserer Kunden.

Entry Exit System (EES) am Flughafen Wien

Digitaler Grenzschutz: Neues Entry-Exit-System (EES)

Die team begleitet die Einführung des EU Entry-Exit-Systems am Flughafen Wien

Ein Meilenstein für die europäische Grenzsicherheit – mit technischer Expertise der team

Mit dem Start des neuen Entry-Exit-Systems (EES) der EU am Flughafen Wien-Schwechat beginnt ein neues Kapitel im digitalen Grenzmanagement. Das EES ist ein automatisiertes IT-System zur biometrischen und alphanumerischen Erfassung von Drittstaatsangehörigen, die einen Kurzaufenthalt (bis zu 90 Tage) im Schengen-Raum planen. In Österreich betrifft die Einführung ausschließlich internationale Flughäfen und Flugplätze. (siehe BMI: Entry/Exit-System – EES)

Ziel ist es, die Ein- und Ausreise effizienter und sicherer zu gestalten. Die team wurde mit der anspruchsvollen Aufgabe betraut, die technische Umsetzung dieses hochkomplexen Systems zu begleiten und sicherzustellen.

Unsere Leistungen im Projekt

Die Einführung des EES stellte hohe Anforderungen an die IT-Infrastruktur, Systemintegration und Projektorganisation. Die team übernahm zentrale Aufgaben in folgenden Bereichen:

Projektleitung

  • Steuerung des Projektablaufs
  • Termin- und Kostenplanung inkl. Vorbereitung von Verhandlungen
  • Koordination aller Stakeholder sowie interner und externer Softwareentwickler

Anforderungsmanagement

  • Erhebung, Validierung und Dokumentation technischer Anforderungen
  • Durchführung von Workshops zur Bedarfsklärung
  • Erstellung und Pflege von Change Requests (CRs)

Testmanagement

  • Ableitung und Durchführung von Testfällen
  • Koordination manueller und automatisierter Tests
  • Fehleranalyse und Dokumentation

Releasemanagement

  • Planung und Umsetzung mehrerer Release-Zyklen
  • Vor-Ort-Betreuung am Flughafen während der Rollouts

Kundensupport & Schulung

  • Aufbau und Leitung der Anwenderbetreuung
  • Einrichtung effizienter Supportstrukturen
  • Erstellung von Lösungsdokumentationen und Schulungsunterlagen
  • Durchführung von Schulungseinheiten

Technische Herausforderungen

Die Komplexität des Projekts lag insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Datenschutzkonforme Verarbeitung biometrischer Daten
    Speicherung und Übermittlung sensibler Informationen gemäß EU-Vorgaben
  • Systemkompatibilität mit nationalen und EU-weiten Datenbanken
    Integration mit zentralen Systemen wie VIS (Visa Information System) und SIS (Schengen Information System)
  • Hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit
    Sicherstellung eines unterbrechungsfreien Betriebs – auch bei hohem Passagieraufkommen
  • Benutzerfreundlichkeit trotz Komplexität
    Intuitive Bedienbarkeit der Selbstbedienungsanlagen für alle Reisenden
  • Skalierbarkeit für zukünftige Erweiterungen
    Konzeption der Lösung für eine rasche Ausrollung an weiteren Flughäfen

Erfolgreicher Start in Schwechat

Der Probebetrieb begann am 12. Oktober 2025 am Flughafen Wien-Schwechat – als erster Standort in Österreich. Weitere Flughäfen wie Salzburg, Innsbruck und Graz folgen in den kommenden Wochen.

Das EES ersetzt die manuelle Passkontrolle durch ein automatisiertes System, das biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbild erfasst und EU-weit vernetzt ist. Damit wird nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch die Effizienz der Grenzkontrollen deutlich verbessert.

Die team unterstützte die Projektpartner bei der Integration von rund 110 Selbstbedienungsanlagen zur Vorregistrierung sowie etwa 280 Grenzkontrollkojen österreichweit. Unsere Expert:innen waren maßgeblich an der IT-Architektur, der Systemintegration und der Qualitätssicherung beteiligt – insbesondere bei der Abstimmung mit EU-weiten Standards und der Sicherstellung der Datenschutzkonformität.

Mit dem erfolgreichen Start in Schwechat zeigt sich: Die Digitalisierung der Grenzkontrollen ist technisch umsetzbar – und die team trägt dazu bei, dass sie auch zuverlässig funktioniert. Wir freuen uns, unsere Expertise in kritischen Infrastrukturen in dieses zukunftsweisende Projekt eingebracht zu haben.

Mehr zur erfolgreichen Einführung in Österreich:

Glossar

EES – Entry/Exit-System (Einreise-/Ausreisesystem)
VIS – Visa Information System
SIS – Schengen Information System

Global Navigation Satellite System-Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen

GNSS-Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen

Herausforderungen und Lösungsansätze

Anknüpfend an unseren Blogbeitrag zum NAVIS Workshop vom 29. Jänner 2025 in Wien, beschäftigen wir uns in diesem Blogbeitrag mit den potenziellen Auswirkungen sowie möglichen Lösungsansätzen, die durch die heutige GNSS-Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen besteht.

Wenn GPS/Galileo ausfällt: Die verborgenen Risiken für unsere kritischen Systeme

In der heutigen Welt ist die Befriedigung unserer Bedürfnisse stark von der Verfügbarkeit von GNSS (GPS/Galileo) abhängig. Doch in Zeiten multipler Krisen können wir nicht davon ausgehen, dass diese Systeme unter allen Umständen fehlerfrei funktionieren.

Vielleicht denken Sie: „Was ist schon dabei? Ich nehme einfach eine Papierkarte.“ Doch der Ausfall von GNSS betrifft weit mehr als nur die Navigation. So ist beispielsweise das Stromnetz—eine Schlüsselkomponente kritischer Infrastruktur—auf GNSS für präzise Zeitsynchronisation angewiesen. Ohne diese Synchronisation riskieren wir großflächige Blackouts.

GNSS-Ausfälle können durch Jamming (z. B. mit kleinen tragbaren Geräten) oder Spoofing verursacht werden und gefährden essenzielle Systeme und Dienste, darunter:

  • Stromnetze: Sie sind abhängig von GNSS für die Zeitsynchronisation, die für die Netzstabilität, die Koordination von Kraftwerken und die schnelle Fehlererkennung unerlässlich ist.
  • Mobilfunknetze: Sie benötigen präzise Zeitstempel für einen nahtlosen Betrieb.
  • Verkehrssysteme: Sie setzen auf präzise GNSS Daten für Koordination und Sicherheit.
  • Rechenzentren & Cloud-Dienste: Sie sind auf GNSS-basierte Zeitsynchronisation angewiesen, um die Integrität von Datenbanken, verteiltes Rechnen und sichere Transaktionen zu gewährleisten; Störungen können zu Datenkorruption, fehlgeschlagener Authentifizierung und Ausfällen in kritischer digitaler Infrastruktur führen.
  • Finanzmärkte: Sie verlassen sich auf genaue Zeitstempel, um die korrekte Reihenfolge von Handelsaufträgen sicherzustellen.
  • Rettungsdienste: Sie sind abhängig von präzisen Orts- und Zeitangaben, um effektiv zu reagieren.
  • Landwirtschaft: GNSS ermöglicht präzise Maschinensteuerung und effiziente Landwirtschaft; Ausfälle können Erträge und Betriebsabläufe beeinträchtigen.
  • Militärische Operationen: Sie setzen auf GNSS zur Koordination von Truppenbewegungen, Logistik und präziser Zielerfassung; Ausfälle können Operationen stören und die Lageeinschätzung beeinträchtigen.
Global Navigation Satellite System-Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen

NAVISP und FORTE: Lösungen für mehr Resilienz

Das NAVISP-Programm der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geht diese Schwachstellen direkt an, indem es Technologien fördert, die Positionierung, Navigation und Timing (PNT) unabhängig von GNSS und widerstandsfähiger machen. Zudem unterstützt es innovative GNSS-Anwendungen, beispielsweise für das autonome Fahren.

Zusammenfassend konzentriert sich NAVISP auf:

  • Die Entwicklung von Alternativen zu GNSS, wie terrestrische Zeitsynchronisations- und Positionierungsnetze, inertiale Navigation und hybride Systeme.
  • Die Erhöhung der Verfügbarkeit von GNSS durch fortschrittliche Erkennung und/oder Unterdrückung von Jamming und Spoofing.
  • Die Förderung von Innovationen im Bereich PNT-Technologien für Mobilität, Infrastruktur und resiliente Kommunikation.

Durch die Integration von GNSS mit ergänzenden Systemen sorgt NAVISP für robuste Leistung, selbst in herausfordernden Umgebungen wie dicht besiedelten Städten oder Gebirgsregionen.

Neben der finanziellen Fördermöglichkeit treten im Rahmen von NAVISP regelmäßig Infrastrukturbetreiber, Experten, Forschungseinrichtungen und ESA-Vertreter zusammen, um neueste Technologien für resilientes PNT zu erkunden, Herausforderungen in Mobilitäts- und Infrastruktursystemen zu diskutieren und gezielt Projektideen für das NAVISP-Programm mit ESA-Experten zu entwickeln. Siehe dazu auch unseren Blogbeitrag zum NAVIS Workshop vom 29. Jänner 2025 in Wien.

Das Forschungsprogramm FORTE (Forschungs- und Technologiewesen) des österreichischen Bundesministeriums für Landesverteidigung (BMLV) trägt ebenfalls zur Stärkung der PNT-Resilienz bei und verfolgt einen strategischen Ansatz im Umgang mit GNSS-Technologien.

Wie wir Sie unterstützen können

Als erfahrenes Beratungsunternehmen für IT in kritischen Infrastrukturen helfen wir Unternehmen, sich an die sich wandelnden Herausforderungen und Regularien in diesem Bereich anzupassen. Von der Analyse bestehender IT-Infrastrukturen bis hin zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen helfen wir Ihnen, Innovationen nahtlos in Ihre Prozesse zu integrieren und bestehende Schwachstellen gezielt zu beheben.

Dank unserer branchenübergreifenden Zusammenarbeit in den Bereichen Schienenverkehr, Straßenverkehr, Luft- und Raumfahrt liefern wir Ihnen praxisnahe und nachhaltige Lösungen zur Stärkung Ihrer kritischen Infrastruktur. Zudem prüfen wir, ob Sie von Fördermöglichkeiten profitieren können – etwa aus FFG-Forschungsprogrammen, Verteidigungsforschungsprogrammen oder ESA-Programmen – und beraten Sie dabei gerne.

Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir eine zukunftsfähige und resiliente Infrastruktur, die den Anforderungen von heute und morgen gerecht wird.

Glossar

ESA – Europäische Weltraumorganisation
Die European Space Agency (ESA) ist eine zwischenstaatliche Organisation zur Förderung der europäischen Raumfahrt. Sie entwickelt Satellitensysteme, darunter Galileo, und unterstützt innovative Programme wie NAVISP.

GNSS – Global Navigation Satellite System
Globale Satellitennavigationssysteme liefern Positions-, Navigations- und Zeitinformationen. Dazu gehören GPS (USA), Galileo (EU), GLONASS (Russland) und BeiDou (China).

IRIS² – Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite
Eine geplante europäische Satellitenkonstellation zur Sicherstellung sicherer und unabhängiger Kommunikations- und Navigationsdienste

NAVISP – Navigation Innovation and Support Program
Ein ESA-Programm zur Förderung innovativer Technologien im Bereich PNT. Ziel ist es, innovative Anwendungen für PNT voranzutreiben sowie Europas Resilienz und Unabhängigkeit in der Navigation zu stärken.

PNT – Positioning, Navigation, Timing
Die drei wesentlichen Funktionen von Navigationssystemen: Positionsbestimmung (Wo bin ich?), Navigation (Wie komme ich ans Ziel?) und Zeitmessung (Synchronisation von Netzwerken und Systemen).

ESA NAVISP Workshop in Wien

Schutz kritischer Infrastrukturen, wenn GPS oder Galileo ausfällt

Am 29. Jänner 2025 veranstalteten das BMK, die ESA, Austriatech und die FFG einen Workshop zur Stärkung wichtiger Technologien, die für die Resilienz von kritischen Infrastrukturen und die Zukunft der Mobilität unerlässlich sind. Die Veranstaltung war Teil des ESA-NAVISP-Programms, und brachte Infrastrukturbetreiber, Experten, Forschungseinrichtungen und ESA-Vertreter zusammen. Das Ziel dabei war, neueste Technologien für resilientes PNT zu erkunden, Herausforderungen in Mobilitäts- und Infrastruktursystemen zu diskutieren und gezielt Projektideen für das NAVISP-Programm mit ESA-Experten zu entwickeln.

Günter Graf (Frequentis)

Workshop Highlights: “Pole Position with Satellite Navigation”

Der Workshop betonte die immens wachsenden Anwendungsfelder für Satellitennavigation (GPS, Galileo, und GNSS allgemein) und die Bemühungen, kritische Infrastrukturen zu stärken sowie neue zu schaffen. Es geht darum, Europas Resilienz und Unabhängigkeit zu sichern – auch in Österreich. Ein Ausfall von GNSS ist längst kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein reales Szenario mit potenziell schwerwiegenden Folgen, etwa einem flächendeckenden Stromausfall in Europa. Angesichts neuer Infrastrukturprojekte und der notwendigen Anpassung bestehender Systeme wie Stromnetze und Verkehrsnetze ergaben sich folgende Kernpunkte.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Wachsende Sensibilisierung für GNSS-Schwachstellen: Europas Fokus verlagert sich von bloßer Leistungssteigerung hin zur Sicherstellung von Verfügbarkeit und Resilienz, wobei Jamming und Spoofing als zentrale Bedrohungen gelten.
  • Österreichs wichtige Rolle bei GNSS-Anwendungen: Neben der Luftfahrt setzen österreichische Verkehrssysteme auf der Straße und auf der Schiene zunehmend auf GNSS. Die nächsten Schritte sind die Skalierung und großflächige Implementierung. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten in der Entwicklung von Anti-Jamming- und Spoofing-Technologien, wodurch Österreich sich beispielsweise mit OHB Austria als wichtigem Akteur in diesem Bereich positioniert.
  • Weltraum als strategischer Schlüsselbereich: Kein Land kann es sich leisten, den Weltraum zu vernachlässigen. Auch kleinere Staaten wie Österreich investieren verstärkt in eigene Raumfahrtinfrastrukturen, um sich gegen aktuelle und zukünftige weltraumgestützte Systeme abzusichern.
  • Großflächige Timing-Infrastruktur zur Absicherung gegen GNSS-Ausfälle: Auf europäischer Ebene entstehen konkrete Projekte für eine robuste, glasfaserbasierte Timing-Infrastruktur. Großbritannien führt in diesem Bereich, während Teile Kontinentaleuropas nachziehen. Dies soll die Basis für zukünftige PNT-Entwicklungen bilden.
  • Alternative PNT-Konzepte am Boden und/oder im Weltraum: Neue Lösungen, darunter die IRIS²-Initiative, befinden sich in der Entwicklung. Jede terrestrische Umsetzung sollte dabei auf einer stabilen Timing-Infrastruktur aufbauen.
  • Aufstieg der Indoor-Lokalisierung: Während die Fußgängernavigation nicht im Fokus steht, gewinnt Indoor-Positionierung besonders für industrielle Automatisierung und smarte Fertigung stark an Bedeutung.
NAVISP Konferenz 2025
Pierluigi Mancini (European Space Agency)

Wie die team Sie unterstützen kann

Als erfahrenes Beratungsunternehmen für IT in kritischen Infrastrukturen helfen wir Unternehmen, sich an die sich wandelnden Herausforderungen und Regularien in diesem Bereich anzupassen. Von der Analyse bestehender IT-Infrastrukturen bis hin zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen helfen wir Ihnen, Innovationen nahtlos in Ihre Prozesse zu integrieren und bestehende Schwachstellen gezielt zu beheben.

Dank unserer branchenübergreifenden Zusammenarbeit in den Bereichen Schienenverkehr, Straßenverkehr, Luft- und Raumfahrt liefern wir Ihnen praxisnahe und nachhaltige Lösungen zur Stärkung Ihrer kritischen Infrastruktur. Zudem prüfen wir, ob Sie von Fördermöglichkeiten profitieren können – etwa aus FFG-Forschungsprogrammen, Verteidigungsforschungsprogrammen oder ESA-Programmen – und beraten Sie dabei gerne.

Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir eine zukunftsfähige und resiliente Infrastruktur, die den Anforderungen von heute und morgen gerecht wird.

Sie möchten mehr über dieses Thema wissen? In einem weiteren Blogbeitrag werden wir in Kürze die GNSS-Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen, deren potenzielle Auswirkungen sowie mögliche Lösungsansätze genauer beleuchten.

Glossar

ESA – Europäische Weltraumorganisation
Die European Space Agency (ESA) ist eine zwischenstaatliche Organisation zur Förderung der europäischen Raumfahrt. Sie entwickelt Satellitensysteme, darunter Galileo, und unterstützt innovative Programme wie NAVISP.

GNSS – Global Navigation Satellite System
Globale Satellitennavigationssysteme liefern Positions-, Navigations- und Zeitinformationen. Dazu gehören GPS (USA), Galileo (EU), GLONASS (Russland) und BeiDou (China).

IRIS² – Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite
Eine geplante europäische Satellitenkonstellation zur Sicherstellung sicherer und unabhängiger Kommunikations- und Navigationsdienste

NAVISP – Navigation Innovation and Support Program
Ein ESA-Programm zur Förderung innovativer Technologien im Bereich PNT. Ziel ist es, innovative Anwendungen für PNT voranzutreiben sowie Europas Resilienz und Unabhängigkeit in der Navigation zu stärken.

PNT – Positioning, Navigation, Timing
Die drei wesentlichen Funktionen von Navigationssystemen: Positionsbestimmung (Wo bin ich?), Navigation (Wie komme ich ans Ziel?) und Zeitmessung (Synchronisation von Netzwerken und Systemen).

NIS-2-Richtline – Praktische Lösungsansätze

Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist für Unternehmen eine bedeutende Herausforderung, aber auch eine wertvolle Gelegenheit zur Verbesserung der IT-Sicherheit. Um diesen Prozess strukturiert anzugehen, sollten Unternehmen eine klare Vorgehensweise wählen.

Die Strukturanalyse

Der erste Schritt bei der praktischen Umsetzung sollte – falls noch nicht geschehen – eine gründliche Strukturanalyse aller Assets und Prozesse im Unternehmen sein. Unter Assets werden dabei jegliche Ressourcen, wie Daten, Systeme, Infrastruktur und personelle Ressourcen verstanden. Diese Analyse ist entscheidend, um ein umfassendes Verständnis für die vorhandenen Assets, Prozesse und deren Kritikalität zu entwickeln. Die Identifikation und Klassifizierung der Assets ermöglicht es, gezielt auf die spezifischen Sicherheitsbedürfnisse des Unternehmens einzugehen.

Die GAP-Analyse

Sind die Assets und Prozesse im Unternehmen erfasst, erfolgt eine detaillierte GAP-Analyse. Diese hilft Unternehmen dabei, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und -prozesse im Unternehmen zu bewerten und festzustellen, wo Lücken im Hinblick auf die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie bestehen. Auf dieser Basis kann eine erste Aufwandsschätzung für die notwendigen Anpassungen und Verbesserungen erstellt werden.

Die Risikoanalyse und Maßnahmen

Aufbauend auf den Ergebnissen der Struktur- und GAP-Analyse sollte eine Risikoanalyse erfolgen. Hierbei werden potenzielle Bedrohungen und Schwachstellen identifiziert und bewertet, um die Sicherheitslage des Unternehmens realistisch einzuschätzen. Diese Analyse ist der Schlüssel zur Priorisierung der Sicherheitsmaßnahmen und der Ressourcenzuteilung. Die Erkenntnisse aus der Risikoanalyse dienen als Grundlage zur Ableitung passender Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage. Bei der Planung dieser Maßnahmen sollte jedenfalls der Stand der Technik, die Kosten der Umsetzung und die Verwendung internationaler oder europäischer Normen berücksichtigt werden. Die gesetzten Maßnahmen sollten also verhältnismäßig sein.

Für Unternehmen, mit einem Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) nach ISO/IEC 27001, ist es sinnvoll, eine ergänzende GAP-Analyse durchzuführen, um die bestehenden Maßnahmen im Hinblick auf die NIS-2-Anforderungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Anforderungen der ISO/IEC 27001 Norm nur für den selbst gewählten Anwendungsbereich gelten, während der Anwendungsbereich der NIS-2-Richtlinie vorgegeben ist.

Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung

Ein Erfolgsfaktor bei der Durchführung der Struktur-, GAP- und Risikoanalyse zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist die Einbindung externer Beratungsunternehmen. Diese Experten bringen wertvolles Fachwissen, Erfahrung und Best Practice Ansätze ein, um die Analyseprozesse gezielt und effektiv zu unterstützen. Mit ihrer Expertise helfen sie dabei, maßgeschneiderte und dem Stand der Technik entsprechende Sicherheitslösungen zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern können die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie effizienter erfüllt, interne Ressourcen entlastet und die allgemeine Cybersicherheit kontinuierlich verbessert werden.

Wir laden Sie ein, sich aktiv an der Diskussion über Ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie zu beteiligen. Haben Sie bereits Maßnahmen ergriffen oder benötigen Sie Unterstützung? Kontaktieren Sie uns – unsere teamExperten:innen stehen bereit, um Ihnen mit individuellem Rat und maßgeschneiderten Lösungen zur Seite zu stehen.

Weitere Artikel zum Thema NIS-2-Richtline

NIS-2-Richtlinie
NIS-2-Richtline – Was muss ich tun?

Die NIS2-Richtlinie sollte bis 17. Oktober 2024 in den EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Dies wird in den meisten EU-Mitgliedstaaten nicht gelingen und verschafft den betroffenen Unternehmen und Einrichtungen mehr Zeit für die Vorbereitung. Welche Sektoren konkret betroffen sind, haben wir bereits im ersten Beitrag zum Thema „NIS-2-Richtline – ab morgen gemeinsam sicher in die Zukunft“ samt ihrer Kritikalität aufgezeigt. Die NIS-2-Richtlinie schreibt jedoch … Weiterlesen …
EU Cybersecurity - NIS-2-Richtlinie
NIS-2-Richtline – Ab morgen gemeinsam sicher in die Zukunft

Am 17. Oktober endet die Frist zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie der EU, die das Ziel verfolgt, die Cybersicherheit in kritischen Sektoren wie Energie, Gesundheit und Transport zu stärken. Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind oder deren Lieferketten unterstützen, sollten sich auf neue Anforderungen einstellen. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem die Verbesserung der Netzwerksicherheit, Schulungen für Mitarbeiter:innen sowie die Verpflichtung, Sicherheitsvorfälle zu melden. Auch … Weiterlesen …
3. UIC FRMCS Konferenz

UIC FRMCS Konferenz 2024

Es geht los – Beginn der Fieldtests von FRMCS

Während sich im herbstlich-verregneten Paris die melancholische Stimmung von „Autumn Leaves“ (Les Feuilles Mortes) ausbreitete, herrschte bei der internationalen Eisenbahnunion UIC Aufbruchstimmung. Im Jahr 2019 ins Leben gerufen, verfolgt die UIC FRMCS Konferenz das Ziel, über die Zukunft der Mobilkommunikation im Eisenbahnwesen und über das Mobilfunksystem „Future Railway Mobile Communication System“ (FRMCS) zu konferieren (siehe mein Blogbeitrag FRMCS ante portas).

Aus diesem Grund, trafen sich auch in diesem Jahr erneut mehr als 200 internationale Delegierten von Eisenbahngesellschaften, Herstellern, Verwaltungen, Verbände und Berater, um bei der 3rd UIC FRMCS Conference über die Fertigstellung der Version 2 der UIC Spezifikationen Ende 2024 und über den Beginn von FRMCS Fieldtests Anfang 2025 den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu pflegen. Die team ist seit Anbeginn bei der Konferenz dabei und arbeitet aktiv an der Standardisierung von FRMCS, wie beispielsweise im ETSI Technical Committee Railway Telecommunications, mit.

Zeitplan für die Einführung von FRMCS

Das wichtigste Thema bei der Konferenz war der weitere Zeitplan für die Einführung von FRMCS:

  • Ende 2024 werden die V2 Versionen der UIC Spezifikationen abgeschlossen, und ERA veröffentlicht eine „Technical Opinion“, in der die Spezifikationen abgesegnet (endorsed) werden, sodass sie als Basis für die MORANE2 Test dienen können.
  • 2025 und 2026 werden die MORANE2 Test durchgeführt. MORANE war vor ~25 Jahren der Rahmen für GSM-R Tests. In Anlehnung daran wird der Rahmen für FRMCS Tests MORANE2 genannt.
  • 2027 kommen die UIC V3 Spezifikationen, in die die Testergebnisse von MORANE2 einfließen.
  • 2027 kommt ebenfalls eine neue TSI CCS.
  • Die TSI 2027 und die darin referenzierten UIC-Spezifikationen bilden die Basis für die Entwicklung kommerzieller Produkte und für die Beschaffung 2028-2029.
  • 2032 kann mit der Abschaltung von GSM-R begonnen werden (die TSI sieht eine Übergangsfrist von 5 Jahren vor, daher TSI 2027 + 5 Jahre = 2032).
  • Ende 2035 soll GSM-R obsolet sein.

In Anbetracht der Komplexität wird der Zeitplan bis 2035 als sehr eng gesehen.

An den MORANE2 Tests nehmen 13 Eisenbahngesellschaften, 13 Lieferanten und 2 Betreiber öffentlicher Mobilfunknetze teil. Alle Funktionen werden zuerst in den Testlabors der Hersteller Ericsson, Kontron und Nokia getestet. Anschließend werden auf 5 Teststrecken in Spanien (2 Strecken), Niederlande, Deutschland und Schweden jeweils verschiedene Aspekte von FRMCS getestet, in Deutschland etwa die Interconnection zwischen FRMCS und GSM-R, in Schweden die Versorgung von Tunnels, oder in den Niederlanden FRMCS über öffentliche Mobilfunknetze.

Migrationspläne von GSM-R zu FRMCS

Parallel zu den Tests arbeiten alle Eisenbahngesellschaften mit Hochdruck an der Planung zur Einführung von FRMCS und zur Migration von GSM-R zu FRMCS. Die Pläne für diese Migration wurden von DB, SBB, SNCF und von Infrabel (Belgien) vorgestellt. Die Migrationspläne waren bereits im Vorjahr ein vielbeachteter Themenpunkt – mehr dazu in meinem Blogbeitrag zur UIC FRMCS Konferenz 2023.

Bahnkommunikation und Mobilkommunikation sind seit vielen Jahren Schwerpunkte von der team. Daher arbeitet die team auch aktiv an der Standardisierung von FRMCS mit und begleitet ihre Kunden bei der Modernisierung ihrer Mobilfunksysteme. Mit der Erfahrung aus ETCS, aus GSM-R, aus öffentlichem Mobilfunk und aus der Standarisierung von FRMCS besitzt die team sowohl die umfassende praktische Erfahrung wie auch das theoretische Rüstzeug zur Unterstützung von Eisenbahngesellschaften bei der Einführung von FRMCS.

Glossar
ERA – European Union Agency for Railways
ETCS – European Train Control System
ETSI – European Telecommunications Standards Institute
FRMCS – Future Railway Mobile Communication System
GSM-R – Globale System for Mobile communication – Rail
MORANE – Mobile Radio for Railway Networks in Europe
TSI CCS – Technical Specification for Interoperability, Control Command and Signalling
UIC – Union Internationale des Chemins de fer / Internationale Eisenbahnverband
RAIL-Digitalisierung_KI

Digitale Zukunft des Schienenverkehrs

Ein Rückblick auf den SIGNAL+DRAHT-Kongress 2024 in Fulda mit überraschender Begegnung

Die Digitalisierung des Schienenverkehrs steht zweifellos vor zahlreichen Herausforderungen, insbesondere durch die hohe Komplexität der bestehenden Systeme und der Vielzahl an Akteuren, die daran beteiligt sind. Beim diesjährigen SIGNAL+DRAHT-Kongress am 7. und 8. November wurde jedoch klar, dass einer der Schlüssel zum Erfolg in der Vereinfachung liegt. Die Experten:innen der Branche diskutierten über mehrere Schlüsselaspekte, die unabdingbar sind, um die dazu notwendige Digitalisierung effizient voranzutreiben.

team | Joanna Holler und Thomas Turek

Wir waren in diesem Jahr vor Ort dabei und möchten nun einige der zentralen Erkenntnisse mit euch teilen:

  1. Finanzierung sichern: Eine langfristige und verlässliche Finanzierung wurde als eine der notwendigsten Voraussetzungen für die Digitalisierungsprojekte genannt. Die vollständige Digitalisierung des Schienennetzes könnte durch unsichere Finanzierungsbedingungen zu einem langwierigen Prozess werden, der mehrere Generationen in Anspruch nehmen könnte.
  2. Parallele Systeme abschaffen: Der Betrieb mehrerer, unabhängiger Systeme führt nicht nur zu hohen Kosten, sondern auch zu Komplikationen bei der Umsetzung und Wartung. Die Experten:innen betonten die Sinnhaftigkeit einer Vereinfachung durch die Konzentration auf wenige, standardisierte Kerntechnologien.
  3. Zusammenarbeit und Abstimmung fördern: Der Erfolg von Projekten hängt stark von der Zusammenarbeit aller Beteiligten – Bauunternehmen, Verkehrsunternehmen, politischen Entscheidungsträgern und Anwohnern – ab. Als Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit wurde das Koralmbahnprojekt der ÖBB vorgestellt, bei dem die Kooperation verschiedener Interessengruppen durch den Tunnelbau besonders stark verdeutlicht wurde. Als team sind wir sehr stolz darauf, zum Erfolg dieses Projekts durch den Auftrag zur Projektbegleitung beigetragen zu haben.
  4. Genehmigungsprozesse beschleunigen: Um die Digitalisierung voranzutreiben, müssen Zulassungsverfahren beschleunigt und bürokratische Hürden überwunden werden, die die Einführung neuer Technologien erheblich verzögern.
  5. Fachkräftemangel entgegenwirken: Wie in vielen Branchen kämpft auch die Bahnindustrie mit einem Mangel an qualifiziertem Personal. Dieser Zustand beeinträchtigt die Betriebsqualität und -sicherheit, sowie die Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Der verstärkte Einsatz von Automatisierung und digitalen Technologien kann helfen, junge Menschen zu gewinnen und zu binden, da dadurch die Arbeitsbelastung verringert wird.
  6. Technologische Lösungen vorantreiben: Der Einsatz von Technologien wie ETCS (European Train Control System) wird weiterhin optimistisch als Schlüssel zur Vereinfachung der Betriebsabläufe und Steigerung der Effizienz angesehen. Obwohl autonome Systeme (z.B. Remote Train Operation – vollautomatisierter Betrieb ohne Personal an Bord) noch nicht vollständig ausgereift sind, wird zunehmende Automatisierung als langfristige Lösung zur Bewältigung der komplexen Herausforderungen der Branche betrachtet. Experten:innen sehen in der jungen Generation die treibende Kraft für diese Entwicklung – vor allem aufgrund ihrer hohen Technikaffinität und der Bereitschaft, neue Technologien zu akzeptieren.
  7. Künstliche Intelligenz (KI) weiterentwickeln: KI trägt dazu bei, die Komplexität der Bahnbranche zu reduzieren, indem sie den Betriebsablauf optimiert, die Effizienz und Sicherheit steigert, die Wartung vereinfacht und den Schienenverkehr flexibler und anpassungsfähiger macht. Eine große Herausforderung bleibt jedoch die vollständige Integration von KI in sicherheitskritische Bereiche. Für KI-basierte Systeme ist die Qualität und Konsistenz der erhobenen Daten entscheidend, da ungenaue oder unvollständige Daten zu Fehlinterpretationen und ineffektiven Entscheidungen führen können. Der Mensch bleibt daher bis auf weiteres unerlässlich, um die von der KI vorgeschlagenen Lösungen zu bewerten und die endgültige Entscheidung zu treffen. Die Weiterentwicklung der KI könnte durch verstärkte Kooperationen mit Forschungsinstituten erheblich beschleunigt werden

Die Digitalisierung des Schienenverkehrs ist eine spannende, aber auch herausfordernde Reise. Von der Sicherstellung einer langfristigen Finanzierung bis hin zur Förderung von Innovationen – die Themenvielfalt war groß. Insgesamt waren die Experten:innen optimistisch, dass mit der richtigen Strategie und Zusammenarbeit die Digitalisierung des Schienennetzes erfolgreich vorangetrieben werden kann.

Besonders interessant war für uns die Begegnung mit dem Ehrengast des Kongresses, Prof. Dr.-Ing. Jochen Trinckauf.

Prof. Dr.-Ing. Trinckauf, Joanna Holler und Thomas Turek

Prof. Dr.-Ing. Trinckauf, ein anerkannter Experte in der Bahnsicherungstechnik und Gründer des CERSS Kompetenzzentrums Bahnsicherungstechnik, hat das unabhängige ingenieurwissenschaftliche Gutachten für das von der team entwickelte Verfahren der Bremskurvenüberwachung mittels kaskadierter Entlassungsgeschwindigkeit (KEG) erstellt. Das Gutachten bestätigt, dass das Verfahren den europäischen Spezifikationen entspricht und als geeignete Vorsichtsmaßnahme zur Vermeidung von Gefährdungen durch das unerlaubte Passieren von Haltsignalen und Zielsignalen gilt.

Im Namen der team gratulieren wir Prof. Dr.-Ing. Trinckauf zum Lebenswerkpreis, der ihm im Rahmen des Kongresses als herausragende Persönlichkeit der LST-Branche verliehen wurde!

pma focus day 2024

pma focus 2024 – das Projekt Zukunft

Der pma focus day 2024, der am 17. Oktober im Austria Center Wien unter dem Motto „Projecting Future/s – mit Projektmanagement die Welt verbessern“ stattfand, zeigte eindrucksvoll, wie Projektmanagement angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen zur Gestaltung einer besseren Zukunft beitragen kann. Rund 1.000 Teilnehmer:innen, darunter eine Delegation der team, kamen zusammen, um über das Potenzial von Projektmanagement in einer von politischem, wirtschaftlichem und ökologischem Wandel geprägten Welt zu diskutieren.

Die Keynote der Zukunftsforscherin Oanna Horx-Strathern bot dabei wertvolle Einblicke in kommende Entwicklungen und Trends. Sie betonte, dass Projektmanagement trotz des technologischen Fortschritts eine menschliche Domäne bleibt.

© Martin Kummernecker mit Markus Winkler und Andreas Pölzl

Zusammengefasst nachfolgend einige wesentliche Schwerpunkte vom pma focus day 2024:

  1. Systeme als Unterstützung des Menschen: KI und PM-Software eröffnen neue Möglichkeiten in der Analyse, Prognose und grafischen Aufbereitung von Reports, die den Projektmanager signifikant entlasten. Dennoch bleibt die Entscheidungsgewalt beim Menschen. Die Systeme bieten Daten und Interpretationen, aber die Entscheidungen selbst und das Eingehen auf soziale Nuancen können sie nicht ersetzen.
  2. Berücksichtigung generationenübergreifender Anforderungen: Die Diversität der Generationen – von Generation X bis zur neuen Generation Alpha – stellt neue Anforderungen an das Projektmanagement. Die Einbeziehung der verschiedenen Stärken und Perspektiven dieser Altersgruppen bietet eine Chance, innovativer und flexibler auf Projektherausforderungen zu reagieren. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn das Projektmanagement versteht, die Vorteile der verschiedenen Generationen und Arbeitsmodelle zum Projekterfolg zu nutzen.
  3. Die unersetzliche Rolle menschlicher Entscheidungen: Trotz des technologischen Fortschritts bleibt die finale Entscheidungsverantwortung beim Projektmanager. KIs können Entscheidungsgrundlagen bieten, doch die „Social Skills“, die für den Projekterfolg essenziell sind, bleiben vorerst menschlich. Gerade die intergenerationelle Zusammenarbeit wird in Zukunft eine besondere Herausforderung darstellen.
  4. Die Bedeutung der Vorbereitung: Gute Entscheidungen basieren auf einer gründlichen Vorbereitung. Es gilt, ausreichend Zeit in die Planungs- und Analysephasen zu investieren, um qualitativ hochwertige Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Dies zeigt, dass neben Technologie auch strategische Zeitplanung entscheidend für den Erfolg eines Projekts ist.
  5. Erfolg als Kombination aus Glück und fundierten Entscheidungen: Ein zentrales Fazit war, dass der Projekterfolg auch in Zukunft durch menschliche Erfahrung und Intuition geprägt sein wird. KI und Software werden das Projektmanagement unterstützen, aber die Fähigkeit zur klugen und weitsichtigen Entscheidungsfindung bleibt auch in nächster Zeit menschlich.
  6. Nachhaltigkeit: War bisher das magische Dreieck (Qualität-Zeit-Budget) ein wesentlicher Performance Indikator, so zeigt sich, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ künftig einen wesentlichen Anteil daran einnimmt, wie Projekte zu bewerten sind. Projekterfolg bedeutet daher nicht nur möglichst rasch und kostengünstig die Projektziele zu erreichen, sondern Projekte umzusetzen, die einen nachhaltig positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft aufweisen.

Der pma focus day 2024 zeigte, dass auch in einer digitalen Zukunft der Mensch sowie die Nachhaltigkeit des Projekts im Mittelpunkt des Projektmanagements stehen werden. Als die team legen wir besonderen Wert darauf, dass der Kunde im Mittelpunkt steht und mit uns gemeinsam nachhaltige Projekte umgesetzt werden. Darüber hinaus ist uns eine nachhaltige Beziehung zu unseren Kunden besonders wichtig.

© pma.at | pma focus 2024 Rückblick