Eisenbahnkolloquium

Regionalbahnen – Quo vadis?

team @ Eisenbahnkolloquium 2024

Am 07. und 08. März fand das 22. Wiener Eisenbahnkolloquium im Technischen Museum Wien statt. Im Fokus waren die Regionalbahnen und ihre Entwicklungspläne. Als Senior Consultant mit Schwerpunkt Bahntechnik, habe ich die Gelegenheit ergriffen und mir einen Überblick über die sehr interessanten Vorträge verschafft.

Um inhaltlich einen möglichst weit gespannten Überblick über den Themenschwerpunkt Regionalbahnen zu geben, waren Fachvortragende aus den Bereichen Infrastruktur, Fahrzeuge & Antrieb sowie Betrieb geladen. Am zweiten Tag des Events wurde zudem ein Blick in die Zukunft gewagt.

Am 07.03.24 um 09:00 eröffnete der Veranstalter Prof. Norbert Ostermann sprichwörtlich „pünktlich wie die Eisenbahn“ die Veranstaltung.

Infrastruktur

Aus Salzburg wurde das Zukunftsprojekt S-Link vorgestellt. Stefan Knittel war via Webcall zugeschaltet und erläuterte die Herausforderung der hoch frequentierten innerstädtischen Verkehrsknoten und zeigte aktuelle Lösungsansätze auf dem Weg hin zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Das Zielbild sieht ein attraktives, übergreifendes und gut abgestimmtes Verkehrsnetz im Großraum Salzburg vor. Kern des Vorhabens ist die Verknüpfung der vorhandenen Regionalbahnstrecken im innerstädtischen Gebiet mit teils unterirdisch verlaufenden (Neubau-)Streckenteilen.

Auch in Linz gibt es Bestrebungen zum Ausbau der urbanen öffentlichen Mobilität. Ziel ist es, die urban angrenzenden Nebenbahnen im Bestand durch Ausbaumaßnahmen im innerstädtischen Gebiet geschickt miteinander zu verbinden, um ein flächendeckendes Mobilitätsangebot anbieten zu können. Auch hier sind die Verkehrsknotenpunkte Taktgeber. Fahrzeugseitig sollen sogenannte „TramTrains“ den Betrieb, sowohl im Bestand als auch auf den Neubauteilen, möglich machen.

Ivo Hutter von der Rhätischen Bahn zeigte, dass Bahnfahren in der Schweiz ein beeindruckendes Erlebnis ist. Der Streckenverlauf im Hochgebirge – 30% der Strecke liegen über 1500 m ü.M. – leistet dazu sicherlich einen wesentlichen Beitrag. Die Ideen der kreativen Schweizer gehen noch weiter. Der InnoTren soll als mobiler Meetingraum geführt durch spektakuläre Landschaften, die notwendige Plattform für neue Ideen bieten.

Ambitionierte Ziele präsentierte auch die ÖBB: Bis 2040 ist eine Verdoppelung der Leistungsfähigkeit des Systems Bahn geplant. Erreicht werden soll das mit einem Ausbau der Infrastruktur sowie innovative bzw. moderne technische Maßnahmen und Optimierungen im Bestand. Zu den Ausbaumaßahmen zählen auch die Elektrifizierung zahlreicher Regionalbahnkilometer. Im Zielbild sind nahezu alle Strecken mit Oberleitung bzw. Akkubetrieb klimafreundlich ausgerüstet.

Fahrzeuge & Antrieb

Der Markt ist nicht nur in Österreich hungrig nach neuen Fahrzeugen. Die Anforderungen differieren teilweise sogar innerhalb der Länder in Europa von einem Eisenbahninfrastrukturunternehmen zum anderen (z.B. Spurweiten, Antriebssystem, Zugssicherungssystem etc.). Die Lieferindustrie möchte möglichst einheitliche Fahrzeuge entwickeln und anbieten. Aus diesem Mix entsteht ein gewisses Spanungsverhältnis zwischen Kunde und Lieferant, was in Zukunft große Herausforderungen im Beschaffungsvorgang mit sich bringt. Ungeachtet dessen plant der Konzern Stadler Rail am österreichischen Markt in den nächsten fünf Jahren ca. 150 Fahrzeuge auszuliefern.

Auch die Frage nach dem idealen Antriebskonzept für den Betrieb der weniger stark belasteten Regionalbahnen wurde behandelt. Untersucht und verglichen wurden u.a. Diesel, Wasserstoff und Elektro (Oberleitung sowie Akku). Festhalten lässt sich, dass alternativ angetriebene Regionalbahnfahrzeuge im Kommen sind. Bis zum Erreichen des Ziels bedarf es jedenfalls noch einiger Anpassungen (z.B. Ladekonzept der Akkufahrzeuge). Ein weiterer wichtiger und bislang noch offener Aspekt ist die Lebensdauer der neuen Systeme.

Blick in die Zukunft

Zum Abschluss wurde der Blick in die Zukunft gerichtet und ein interessantes Mobilitätskonzept vorgestellt, welches im Kern aus einem Personencontainer besteht, durch den eine neuartige und möglichst reibungsfreie Verkettung unterschiedlicher Verkehrsmittel möglich ist. Der Passagier steigt von zu Hause aus in den privaten sprichwörtlichen Mini-Wohnraum-Container, welcher von einem AGV (Automated Guides Vehicle) abgeholt und im nächstgelegenen Verkehrsknoten auf ein anderes Transportmittel (Zug, Schiff, Seilbahn etc.) umgeladen wird. Ziel darin ist, das Passagiererlebnis zu maximieren und etwaige Außeneinflüsse auf den Passagier wie z.B. Umsteigezeiten zu minimieren.

Angesichts des doch erheblichen Platzbedarfs dieses luxuriösen Ein-Personen-Containers bedarf dieses Konzept hinsichtlich der noch zu erwartenden Kapazitätssteigerungen sicherlich noch etwas Überarbeitung.

Die Weiterentwicklung des Systems Eisenbahn bleibt jedenfalls spannend. Die team ist bei allen zeitkritischen Projekten mit hohem Innovationsgehalt in diesem Themenbereich der ideale Partner. teamExperten setzen dabei auf langjährige Erfahrungen aus verschiedensten kritischen Infrastrukturen.

Utilities Technology

team@E-World energy & water

Bei der diesjährigen Ausgabe der E-world energy & water waren wir gemeinsam mit unserem langjährigen Kunden Energy Services vertreten. Es war ein tolles Event mit vielen Austellern, Präsentationen und interessanten Gesprächen.

E-World engergy & water 2024

Smart Meter Rollout im Fokus

Natürlich war der Smart Meter Rollout in Europa, und speziell in Deutschland, ein wesentliches Thema – ohne Smart Meter können die Stromkunden nur begrenzt am Wandel des Energiesystems partizipieren.

Smart Meter die nur unregelmäßig, oder im schlimmsten Fall gar keine Daten liefern, bringen keinen Mehrwert. Konnektivität und Verfügbarkeit waren deshalb wesentliche Themen auf der Messe. Der Technologie-Mix für die Anbindung von Smart Meter wird sich jedenfalls erweitern. Zusätzlich zu PLC und Mobilfunk kommen weitere Technologien dazu, allen voran RF-Mesh, z.B. 5G Mesh DECT NR+ als auch hybride Technologien, z.B. G3-Hybrid (PLC + RF-Mesh).

Gemeinsame Lösung für eine gobasierte Abbildung der Smart Meter Infrasturktur

Im Zusammenhang mit Konnektivität und Verfügbarkeit von Smart Meter Daten haben wir gemeinsam mit Energy Services eine Lösung realisiert und auf der Messe vorgestellt. Die vorgestellte Lösung ermöglicht eine geobasierte Abbildung der Smart Meter Infrastruktur und real-time Auswertungen der Datenverfügbarkeit und Statusinformationen (z.B. Konfigurations- und Kommunikationsstatus) auf Basis unterschiedlicher Datenquellen.

Als wesentlicher Bestandteil in der Smart Meter Betriebsführung können damit zielgerichtet Maßnahmen gesetzt werden, falls die regelmäßige Datenauslesung nicht die erwartete Erfolgsrate erreicht. Es können etwa rasch Netzregionen mit zu niedrigen Ausleseraten in der Kartendarstellung identifiziert und eingegrenzt werden, um die Problemanalyse zu vereinfachen. Zusätzlich werden die Datenauswertungen genutzt, um eine automatische regelmäßige Datennacherfassung von fehlenden Smart Meter Daten zielgerichtet durchzuführen.

Natürlich hat es eine Vielzahl anderer spannender Themen im Zusammenhang mit der voranschreitenden Digitalisierung des Energiesystems und sich daraus ergebenden neuen Business Modellen, u.a. Direktvermarktung, Bereitstellung und Vermarktung von Flexibilitäten, Lastmanagement durch Aggregatoren.

Glossar
PLC – Powerline Communication Technology
DECT NR+ – Digital Enhanced Cordless Telecommunications New Radio plus
Rail - Testfahrten

Testfahrten für die ETCS Level 2 Inbetriebnahme

Im Rahmen des Programms ETCS-Migration 2038+ plant die Österreichische Bundesbahn (ÖBB), alle stark befahrenen Strecken in ihrem Netz mit dem einheitlichen europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 2 auszurüsten. Dadurch wird einerseits interoperabler, grenzübergreifender Verkehr vereinfacht und zusätzlich die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Strecken erhöht.

Pilotprojekt RBC Wels auf „Schiene“

Das erste Umsetzungsprojekt dieses Migrationsprogramms und damit gleichzeitig Pilotprojekt ist das RBC Wels. RBC steht für Radio Block Center und ist die wesentliche Komponente von ETCS Level 2. Dieses Projekt erstreckt sich über das Gebiet zwischen Linz und Vöcklabruck und ist planmäßig mit 31.07.2023 in Betrieb genommen worden.

Testfahrten RBC Wels
Einer der Testzüge für die Testfahrten

Bei diesem Projekt kommt erstmalig die Release 5 der RBC-Software der Firma Siemens in Österreich zum Einsatz. Die beiden Kernaufgaben bei den Inbetriebnahmetests waren daher einerseits das Testen der (neuen) generischen Kernfunktionalitäten der SW-Release und andererseits das Überprüfen der projektspezifischen Implementierung auf der Strecke. Für letzteres, wurden alle ausgerüsteten Gleise sowie sämtliche Ausrüstungsgrenzen befahren, um mögliche Projektierungs- oder Montagefehler zu erkennen und eine reibungslose Inbetriebnahme zu gewährleisten.

Die Tätigkeiten der teamExperten umfassten unter anderem:

  • Ausarbeitung der Testfälle, Testspezifikation, Testdrehbücher
  • Koordination der relevanten ÖBB-Teilnehmer (zentrale und regionale Ansprechpartner, Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter, Signalmeister)
  • Organisation des Rollmaterials (Triebfahrzeuge, Güterzug, Personenzug)
  • Dokumentation der Testfahrten (Protokolle, Videos, Fehlerdokumentation)
Abbildung 1: Zwei Testfahrzeuge, links eine Taurus BR 1116, rechts eine Vectron BR 1293 und unten im Gleisbett eine Balise inkl. Stolperschutz für Verschubpersonal
Zwei Testfahrzeuge, links eine Taurus BR 1116, rechts eine Vectron BR 1293 und unten im Gleisbett eine Balise inkl. Stolperschutz für Verschubpersonal

An vier Labortagen sowie an 11 Testtagen auf der Strecke wurde eine Vielzahl an Testfällen durchgeführt. Eine Besonderheit waren die Testfahrten mit drei unterschiedlichen Triebfahrzeugen, um eventuelle Kompatibilitätsprobleme auszuschließen (zwei davon sind auf dem Foto oberhalb zu sehen).

Professionelle Planung und reibungslose Testfahrten

Durch das gute Zusammenspiel der Kollegen der ÖBB von der Fahrdienstleitung, Triebfahrzeugführern und Experten des Betriebs sowie der professionellen Vorbereitung der Testfälle bzw. -drehbücher durch die team, konnten die Testfahrten effizient und reibungslos durchgeführt werden. Von den gefundenen Abweichungen konnte der Systemhersteller alle für die Inbetriebnahme kritischen sofort beheben, jene ohne zeitliche Kritikalität werden in den nächsten Software-Releases eingearbeitet. Aus Sicht der Testfahrten, stand somit einer planmäßigen Inbetriebnahme des Pilotprojekts nichts mehr im Wege. Das Team der team freut sich schon auf die weiteren Projekte der ETCS-Migration!

Siehe dazu die Projektreferenzen

Glossar
ETCS – European Train Control System
RBC – Radio Block Center
SRSS 2023

“Einfach Fahren!” – SRSS 2023

Das Scientific Railway Signalling Symposium (SRSS 2023) ist ein Teil der Darmstädter Veranstaltungsreihe „Innovations for Rail“, die sich mit aktuellen und innovativen Themen der Leit- und Sicherungstechnik im Bahnverkehr beschäftigt. Das Symposium bietet ausgewählten Referent:innen aus Wissenschaft, Industrie und Politik eine Plattform für interdisziplinäre Beiträge und fand am 14. Juni statt.

Das Motto ist einer der häufigsten Wünsche aller Beteiligten

Der diesjährige Titel lautete „Einfach Fahren! – digitale Transformation im Spannungsfeld Automatisierung, europäische Standardisierung und schneller Rollout“. Das Ziel war es, mit ca. 120 Beteiligten aus Wissenschaft, Bahngesellschaften und Industrie zu diskutieren, wie die flächendeckende Einführung von digitalen Stellwerken, dem European Train Control System (ETCS), automatisiertem Fahren und dem integrierten Leit- und Bediensystem (iLBS) den Bahnbetrieb flexibler, robuster und einfacher machen kann. Dabei wurden die Herausforderungen und Chancen der europäischen Standardisierung, des schnellen Rollouts und der Automatisierung beleuchtet.

Wir waren bei dieser spannenden Veranstaltung in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Vortrag dabei und haben uns an dem Austausch zur digitalen Transformation im Bahnverkehr beteiligt. Simon Hofer, Senior Consultant der team, hat im großen Saal über die Herausforderungen und Lösungsansätze zum Thema „Seamless ETCS operation under degraded conditions“ berichtet, die wir auch im Rahmen unserer Projekte bei der ÖBB Infrastruktur AG behandeln.

Speziell ging es um die Problemstellung, dass bei der Streckenausrüstung mit ETCS L2 die Systemkomponenten (RBC) für einen bestimmten geographischen Bereich, oder das gesamte Gebiet eines EIU zentral an einem Standort errichtet werden. Bei der Ausrüstung einer bestehenden Strecke mit Außenlichtsignalisierung besteht, nachdem konventionelle Stellwerke in der Regel dezentral neben der Strecke aufgebaut sind, gegenüber dem zentral aufgebauten RBC des ETCS-Systems eine mögliche Rückfallebene im nationalen Zugsicherungssystem.

Auf Strecken ohne Außenlichtsignalisierung existiert diese Rückfallebene jedoch nicht mehr. Somit kann bei Ausfall des zentralen RBC-Standorts gemäß den nationalen und betrieblichen Vorschriften, nur ein eingeschränkter Zugbetrieb in SR oder Level 0 – meist mit erheblich geringeren Geschwindigkeiten und reduzierter Überwachung durch das Zugsicherungssystem – stattfinden. Die Auswirkungen solcher Ausfälle sind besonders aufgrund der geographischen Ausdehnung erheblich für den laufenden Bahnbetrieb insbesondere aus dem Blickwinkel kritischer Infrastruktur.

Wir haben unsere Erfahrungen und Best Practices zu den Lösungsansätzen geteilt und mit den anderen Teilnehmer:innen diskutiert. Besonders spannend war es zu sehen, dass dieselben Herausforderungen und Fragestellungen auch in Deutschland oder Schweiz bestehen und beantwortet werden müssen. Wir freuen uns auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder beim SRSS in Darmstadt dabei zu sein.

Glossar
EIU – Eisenbahninfrastrukturunternehmen
RBC – Radio Block Centre
SR – Staff Responsible Modus
FRMCS - die Zukunft der Mobilkommunikation

UIC FRMCS Konferenz 2023

Erstes Set an FRMCS-Spezifikationen fertig

Nach der Covid-bedingten Pause fand im Juni 2023 die zweite FRMCS Konferenz im UIC Headquarter, in Paris, statt. Mehr als 200 Delegierte vertraten Eisenbahngesellschaften, wie beispielsweise die ÖBB, SBB, DB, und SNCF, sowie Hersteller (z.B. Frequentis, Kontron, Nokia, Huawei, Funkwerk, etc.), Verwaltungen (z.B. EU-Kommission, ERA, ETSI, etc.), Verbände (z.B. UNISIG, UNIFE, etc.) und Berater, um über die Zukunft der Mobilkommunikation im Eisenbahnwesen und über das zukünftige Mobilfunksystem FRMCS zu konferieren.

V1 Versionen der FRMCS-Spezifikationen

In den letzten Jahren wurden trotz der Einschränkung bei Reisen und Face-to-face Meetings bereits große Fortschritte erzielt, und so konnten im Frühjahr 2023 die V1 Versionen der wichtigsten FRMCS-Spezifikationen.

  • FRS – Functional Requirement Specification
  • TOBA – Technical On-board Architecture
  • FIS – Functional Interface Specification
  • FFFIS – Form Fit Functional Interface Specification

verabschiedet werden. Ebenfalls im Frühjahr 2023 wurde die neue Version der Control, Command and Signalling Technical Specification for Interoperability (CCS TSI) beschlossen. Dies ist die erste technische Spezifikation die auch FRMCS enthält. Demzufolge war eine eigene Session dem Inhalt aller dieser Dokumente gewidmet.

Parallel zur Spezifikationsarbeit, arbeiten technische Universitäten an den Grundlagen für FRMCS, darunter die FRMCS – GSM-R Koexistenz oder FRMCS – C-ITS Multimodale Verkehrskonzepte. Zusätzlich sind Labs und Teststrecken geschaffen worden, in denen Bahngesellschaften und Hersteller gemeinsam die Grundlage für FRMCS untersuchen. So betreibt beispielsweise die DB eine Teststrecke im Erzgebirge in enger Zusammenarbeit mit dem Nokia Lab in Ungarn. Der Schwerpunkt der Tests liegt auf Sprachanwendungen. Die SNCF wiederum betreibt eine Teststrecke in Frankreich in enger Zusammenarbeit mit dem Testlab von Kontron. Der Schwerpunkt dieser Tests liegt auf Datenanwendung. Die Koordination aller Testaktivitäten und die Rückmeldung von Erkenntnissen der Test an die Standardisierung, erfolgt durch das Konsortium 5GRAIL. Auch dieser Arbeit war eine eigene Session gewidmet. In einer weiteren Session stellten die für FRMCS wichtigsten Industriebetriebe ihre Entwicklungspläne für FRMCS Produkte vor.

Migrationspläne der Bahnbetreiber im Fokus

Besondere Beachtung erhielten die Vorträge der Bahnbetreiber DB, SNCF, SBB und ProRail zu den jeweiligen Migrationsplänen von GSM-R zu FRMCS. Der Tenor aller vier Bahnbetreiber war übereinstimmend: bis 2035 wird GSM-R außer Betrieb genommen, ab 2035 wird nur noch FRMCS eingesetzt werden. Davor ist mit einem Parallelbetrieb von bis zu fünf Jahren zu rechnen, d.h. GSM-R und FRMCS parallel im Netz, GSM-R und FRMCS Endgeräte parallel in den Lokomotiven, ISDN und IP-Stacks parallel in den RBCs. Die Abschaltung von GSM-R muss laut CCS TSI fünf Jahre im Voraus angekündigt werden, also im Jahr 2030. Davor sind Pilotinstallationen in den Netzen der Bahnbetreiber geplant.

Die verabschiedeten FRMCS Spezifikationen V1 erlauben noch keine kommerzielle Implementierung des Systems. Die noch offenen Punkte, wie beispielsweise die Verortung von Zügen oder die Service Continuity bei grenzüberschreitenden Diensten, sollen bis 2024 in den V2 Spezifikationen geklärt werden. Vor der Kommerzialisierung müssen die V2 Spezifikationen ausgiebig getestet werden. Diese wird im Rahmen des im Jahre 2022 gegründeten Europe’s Rail Joint Undertaking (ERJU), in der Gruppe „System Pillar“ erfolgen. Die Ergebnisse der Tests werden im Jahr 2026 in die V3 Spezifikationen einfließen, die der erste Satz von Spezifikationen sind, die eine kommerzielle Beschaffung von FRMCS durch die Bahnbetreiber zulassen, daher auch die Bezeichnung „FRMCS 1st Edition“. Diesem weiteren Weg der Spezifikationsarbeit war die letzte Session dieser hochinteressanten Konferenz gewidmet.

Bahn- sowie Mobilkommunikation sind seit vielen Jahren Schwerpunkte der teamKompetenz. Daher arbeitet die team auch aktiv an der Standardisierung von FRMCS, sowohl im ETSI Technical Committee Railway Telecommunications wie auch in der UIC Arbeitsgruppe ATWG, mit. Nach drei Jahren, die von Telefon- und Videokonferenzen geprägt waren, stellte die FRMCS-Konferenz ein ideales Forum dar, sich mit Kunden und Partnern wieder persönlich auszutauschen und bei dem Thema FRMCS führend am Ball zu bleiben.

>> Presseaussendung zur Veranstaltung (in EN)

Glossar
ATWG – Architecture and Technology Working Group
CCS TSI – Control, Command and Signalling Technical Specification for Interoperability
C-ITS – Cooperative Intelligent Transport Systems
ERA – European Union Agency for Railways
ERJU – Europe’s Rail Joint Undertaking
ETSI – European Telecommunications Standards Institute
FRMCS – Future Railway Mobile Communication System
RBC – Radio Block Centre
SBB – Schweizerische Bundesbahnen
SNCF – Société nationale des chemins de fer français
UIC – Union Internationale des Chemins de fer / Internationale Eisenbahnverband
UNIFE – Union des Industries Ferroviaires Européennes
UNISIG – Union Industry of Signalling (assoziiertes Mitglied des UNIFE)
team@InnoTrans2022

team@InnoTrans 2022

In den weitläufigen Hallen des Messegeländes in Berlin konnte man die Freude förmlich mit den Händen greifen: die InnoTrans fand nach einem coronabedingten Ausfall endlich wieder statt. Nach schier endlosen Monaten der Telefon- und Videokonferenzen konnte man seine Kunden, Kollegen, Partner und auch Mitbewerber endlich wieder in personam treffen. Überall sah man strahlende und lachende Gesichter, fröhliches Händeschütteln (eine durch Corona fast schon vergessene Kulturtechnik), und Verkaufsgespräche mischten sich mit Smalltalk in der Freude über die persönliche Kommunikation.

Selbstverständlich war auch die team wieder am Stand der Frequentis im Segment „Public Transport“ vertreten um sich zu präsentieren, um über Branchenneuigkeiten zu informieren, und um sich vor Ort über aktuelle und mittel- bzw. langfristige Trends mit bestehenden und potenziellen neuen Kunden auszutauschen.

Neben den traditionellen team Kernthemen:

  • ETCS in all seinen Facetten,
  • Öffentlicher und betrieblicher Mobilfunk,
  • FRMCS Standardisierung,

drehten sich heuer besonders viele Gespräche um die Unterstützung, die team ihren Kunden im IT-Bereich und bei der Digitalisierung geben kann.

In Zeiten von Energiekrise und Klimawandel haben Bahnunternehmen bei der Bereitstellung von umweltschonender und nachhaltiger Mobilität eine Schlüsselposition. Dafür müssen sie die Kapazität und die Effizienz erhöhen, Projekte, mit welchen die team bereits Erfahrung hat.
Für Eisenbahnunternehmen ist die Netz- und Informationssystemsicherheit (NIS) ein wichtiges Thema. Die team hat bereits große Infrastrukturunternehmen in der Branche ROAD und RAIL erfolgreich bei der Vorbereitung auf das verpflichtende NIS-Audit unterstützt und bietet diese Hilfe gerne auch anderen Unternehmen an.

Mit umfassendem Know-how, europaweiten Referenzen sowie einem starken Team und Netzwerk an Experten, ist die team der ideale Partner, um Bahnprojekte termin- und zeitgerecht mit der höchsten Qualität abzuwickeln.