PMXPO – Virtual Experience Series 2022

Im Zuge der Vorbereitung auf meine PMP-Rezertifizierung bin ich auf die PMXPO 2022 aufmerksam geworden – eine Veranstaltung des Projekt Management Instituts (PMI™). Einen Tag nahezu auszublocken ist nicht einfach aber um einerseits die notwendigen PDUs (professional development units) für die Rezertifizierung und andererseits verführt durch das typisch amerikanisch, vollmundig angekündigte Programm-Highlight, ein Interview mit Laszlo Bock (zuvor HR verantwortlich für Google und nunmehr Gründer von Humu), war ich dazu entschlossen und muss zugeben es auch nicht bereut zu haben.

Die sehr professionelle, virtuelle Konferenz bot neben dem eigentlichen Konferenzprogramm eine virtuelle Ausstellung mit Präsentationen und Marketingmaterial, einen Chat der hauptsächlich für Grußbotschaften aus der gesamten Welt genutzt wurde und unter anderem, ein cleveres Reward-System um die virtuellen Teilnehmer zum neugierigen Ausforschen der Angebote zu motivieren.

PMXPO 2022

Zentrales Thema der Konferenz war das Thema „Hybrid Working Teams“.
Microsoft CEO Satya Nadella wurde zitiert mit einer sinngemäßen Aussage „Hybrid Working ist die größte Veränderung der Arbeitswelt dieses Jahrhunderts“. Unisono waren alle Vortragenden überzeugt, dass auch mit dem Ende der pandemischen Zustände ein Rückfall auf die Welt vor Covid-19 auszuschließen ist – daher der Aufruf untermauert mit jeder Menge guter Tipps: „Besser die Veränderungen akzeptieren und die Unternehmen auf diese neue Herausforderung ausrichten“. Untermauert wurde dies mit jeder Menge Umfragedaten, welche die Hypothese der nachhaltigen Veränderung eindrucksvoll unterstützen sollen.

2021 Michrosoft WTI Report - PMXPO 2022

Ein zweites durchgehend präsentes Thema ist der Shift in der PM-Methodologie hin zu Agile. Ein Titel „Cloudy with a Chance of Agile“ widmete sich der Transformation des agilen Vorgehens mit Mitteln der Cloud.

PMXPO 2022

Microsoft mit MS-Teams und einer Integration von MS-Project in teams, Projectmanager, Wrike, MindManager, Google App-Sheets, agilepoint und einige andere Hersteller haben ihre Tools auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet präsentiert. Slack wurde mehrfach herausgehoben – als die Kommunikationsplattform der virtuellen Arbeitswelt – viele Vorträge wurden direkt mit Slack für die Veranstaltung aufgezeichnet.

Im Management von team stellen wir uns der Herausforderungen der virtuellen Zusammenarbeit intern seit vielen Jahren auf Grund unserer Geschäftstätigkeit aber – und das ist neu – nun auch mit unseren Kunden. Wir hatten bereits vor COVID-19 mit MS-Teams eine Plattform für die Remote Zusammenarbeit etabliert und daher auch die Zusammenarbeit mit unseren Kunden nahtlos fortsetzen können.

Doch für Innenhalten ist keine Zeit.
Wir sind laufend bemüht unsere Prozesse und Tooleinsatz auf die veränderte Arbeitssituation zum Vorteil für unsere MitarbeiterInnen und Kunden neu zu evaluieren und anzupassen. Auch wenn der alte Spruch „speed kills“ sicher seine Richtigkeit behält – nur wer jetzt die Zeichen nicht erkennt wird eher bereits kurzfristig vor große Herausforderungen gestellt – und bei aller notwendigen „Transformation“ der typisch amerikanisch geprägten Konferenz sehe ich mich in meiner Wahrnehmung des Veränderungsdrucks stark bestätigt.

Projektmanagement in der Krise

Es erwischt ProjektmanagerInnen an der kritischsten Komponente der Projektarbeit: der Kommunikation.
Das hat sich auch in den letzten Monaten gezeigt: Viele gewohnte Prozesse und Methoden stehen nicht zu Verfügung. Die Face-to-Face-Kommunikation ist eingeschränkt und doch gilt es, Projekte erfolgreich voranzutreiben. Neue Wege, Ideen und Initiativen sind damit gefragter denn je, um die direkte Projektkommunikation im Team sicherzustellen.

Doch wie heißt es so schön? „Das Leben besteht hauptsächlich darin, dass man mit dem Unvorhergesehenen fertig werden muss.“* Soviel vorweg: Ein Patentrezept für gelungenes Projektmanagement in der Krise gibt es nicht. Die aktuelle Situation ermöglicht jedoch, uns mehr auf unsere basalen Projektmanagement-Kenntnisse zu besinnen. Effektive Kommunikation und Transparenz bilden die wichtigsten Säulen eines erfolgreichen Projektmanagements in der Krise.

Effektive Kommunikation – ein Projektleben lang
Die effektive Kommunikation ist Herzstück jeder Projektarbeit: Nur so gelingt es, die Faktoren Zeit, Budget, Umfang und Qualität eines Projekts korrekt zu erfassen, umzusetzen und einzuhalten. Wichtige Aspekte in der Initialisierungs- und Planungsphase von Projekten, wie das Stakeholdermanagement, Umweltanalysen und die Anforderungserhebung, sind in der jetzigen Situation besonders herausfordernd.

Sich für neue Projekte in Kundeninfrastrukturen einarbeiten und mit noch unbekannten Stakeholdern eine vertrauensvolle Arbeitsebene etablieren? Das gehört sicherlich zu den schwierigsten Aufgaben, wenn der persönliche Kontakt reduziert ist. Diese Herausforderungen können jedoch als Chancen gemeistert werden: Ein Teil der Anforderungen und der Projektumwelt können mithilfe vorhandener Unterlagen (wie Org-Charts für die Stakeholderanalyse, Aufzeichnungen, Lessons Learned aus Vorprojekten für die Anforderungsanalyse) und Telefonaten erarbeitet werden.
In jedem Fall fehlt aber eines: der Input auf Meta-Ebene, welcher am besten in persönlichen Gesprächen ans Tageslicht kommt. Die Wahl alternativer, effektiver Kommunikationsmethoden ist hier entscheidend. Die intensive Vorbereitung auf Online-Termine, die anschauliche Aufbereitung von Themenkomplexen, aber auch präzisierte Fragestellungen spielen hier eine noch entscheidendere Rolle als im herkömmlichen Face-to-Face-Meeting. Schließlich gilt es, die direkte Kommunikation in allen Phasen des Projektlebenszyklus (Initiierung, Planung, Umsetzung, Controlling und Abschluss) sicherzustellen.

Effizienzsteigerung durch methodisches Vorgehen
Als team dürfen in unseren Projekten, dank unserer langjährigen Erfahrung und guten Vernetzung bei unseren Kunden, auf eine konsistente Dokumentation und ein hervorragend eingerichtetes Arbeitsumfeld zurückgreifen. Das verdanken wir unserer methodischen Vorgehensweise nach PMI und PMA. Diese helfen uns, angemessene Praktiken effektiv anzuwenden und dabei ein Höchstmaß an Effizienz zu erreichen.

Gerade bei neu gestarteten Projekten ist es in der aktuellen Situation erforderlich, auf eine gute Dokumentation (Lessons Learned) zurückzugreifen. Dabei kommen, wie in anderen Bereichen auch, Kollaborationstools (Teams, Skype oder Zoom) zum Einsatz, die uns auch neue Chancen bieten. Das bei neu gestarteten Projekten so wichtige „buy in“ von Schlüssel-Stakeholdern in Projekten kann nun über digitale Kanäle erfolgen. Dabei spielen jedoch drei Faktoren eine maßgebliche Rolle: 1. die Regelmäßigkeit, 2. die Angemessenheit in der Kommunikation und 3. die Empathie in der Durchführung der Online-Meetings. Schließlich ist die korrekte Interpretation einer Botschaft in der Kommunikation von vielen Faktoren abhängig und auch bei Kollaborationstools gilt es, vorbereitet in Gespräche und Abstimmungen zu gehen, um Missverständnisse und Fehlinterpretationen der Kommunikation zu vermeiden.

Digitale Kommunikation: transparent auf den Punkt gebracht
Zusätzliche Kommunikationstrainings und die Auseinandersetzung mit Methoden aus dem Anforderungsmanagement (wie IREB) helfen uns, effiziente Praktiken und methodisches Vorgehen einzusetzen. Das ermöglicht ein erfolgreiches Projektmanagement durch alle PM-Prozesse hindurch. Hilfreich ist auch das Einführen von Regeln in der Gesprächskultur: Es sollte immer nur eine Person sprechen und die Redezeit kann entsprechend eingeschränkt werden, um eine punktgenaue Kommunikation sicherzustellen. Eine solide Vorbereitung und führende Moderation, die sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert, stellen sicher, dass zum Agenda-Ziel gesetzten Ergebnisse erreicht werden.

Transparenz im Projekt ist dieser Tage besonders wichtig, um den Informationsaustausch sicherzustellen. Alle Stakeholder können so den Fortschritt und wichtige Entscheidungen mitverfolgen. Zusätzlich wirkt eine transparente Kommunikation motivierend für alle Beteiligten bei der Bewältigung der Aufgaben. Gemeinsam gewonnene Erkenntnisse und Informationen im Online-Meeting sollten für alle Teilnehmenden am Bildschirm sichtbar sein und dokumentiert werden. Das fördert die die Konzentration auf das aktuelle Thema und verhindert, dass Missverständnisse oder Informationsdefizite entstehen.

Mehr Fokussierung im Online-Setting
Gesamt gesehen, sind die Möglichkeiten der persönlichen Kommunikation in der Krise zwar eingeschränkt, jedoch kann uns das auch Vorteile bringen. Durch die Nutzung von Kollaborationstools können wir ein höheres Maß an Fokussierung erreichen und die Kommunikation im Team präzisieren. Das ermöglicht uns, die wesentlichen Projekt-Rahmenbedingungen zu erfüllen: Zeit, Budget, Umfang und Qualität.

*John Steinbeck, 1902-1968, US-amerikanischer Autor

Kategorien PM

Herausforderung Rollout-Projekte

Rollout-Projekte sind in vielerlei Hinsicht klassische Projekte (eng begrenzter Zeitplan und Budget, sowie klare, quantifizierte Ziele die in einem Projektauftrag zusammengefasst werden) in manchen Aspekten aber sehr spezifisch und Grund für diese kurze Abhandlung zu den besonderen Herausforderungen im Rollout.

Die typischen Phasen eines Rollout Projekts

Vielfach wird zwischen der Vorbereitungsphase und dem eigentlichen Rollout unterschieden – der Übergang kann gestaffelt in Phasen (z.B. Test oder Pre-Rollout) oder skalierend gestaltet sein.

Ein typisches Problem ist, dass die Übergangskriterien unscharf formuliert sind und damit in der Regel „situationselastisch“ angepasst bzw. interpretiert werden. Daraus kann fehlende Planungssicherheit resultieren. In guten Rollout-Projekten sind die Vorstellungen/Erwartungshaltungen zwischen Projekt- und Linienorganisation ausreichend abgestimmt – das berühmte Ziehen an einem Strang. Beauftragt mit der Projektintegrationsrolle legen wir auf die frühzeitige Einbindung der künftigen Nutzer und Betreiber großen Wert – auch wenn in der „Projektwelt“ noch viele Fragen und Details nicht geklärt sind.

Die Interaktion mit der Linienorganisation

Da Projekte per Definition immer etwas „Neues“, bzw. Einmaliges schaffen, passen häufig bestehende Linienprozesse nicht zum Ergebnis von Rollout-Projekten (z.B. der Betrieb neuer technischer Infrastruktur) und müssen dafür angepasst oder ergänzt werden. Es ergeben sich dadurch auch oft neue Schnittstellen – intern wie extern (z.B. betriebliche Interaktion mit neuen externen Dienstleistern), die in den vorhandenen Prozessen berücksichtigt werden wollen, was eine bestehende Linienorganisation administrativ und prozessual überfordern kann. Hier zeigt sich, wie wichtig das „Verstehen“ der spezifischen Anforderungen und Ziele von Prozessen ist, das hilft keine Lücken im Ablauf offen zu lassen. Die eindeutige Rollenverteilung, unmissverständliche Kommunikation und Dokumentation an den Prozess-Übergängen trägt wiederum dazu bei, die Prozesse verständlich und eindeutig in der Organisation zu verankern.

Als Aufgabe in der Projektintegrator-Rolle erkennt team die Wichtigkeit darin, die Linienorganisation darauf vorzubereiten und Prozesse, Rollen und Tools auf die neuen Anforderungen optimal auszurichten.

Kategorien PM

team ist neuer Partner vom PMI Austria Chapter!

Jetzt ist es offiziell: team geht seit 2015 eine Partnerschaft mit dem PMI Austria Chapter ein. team übernimmt in der Frequentis Gruppe die Rolle des Spezialisten für Beratung, Engineering und Projektmanagement technisch anspruchsvoller Projekte im ITK-Umfeld. Dabei orientiert sich team bereits seit Jahren an Vorgehensweise, Terminologie und Methoden von PMI und hat gezielt entsprechende Kompetenz bei seinen Mitarbeitern und Umsetzungspartnern aufgebaut. Heute stehen team vier zertifizierte Projektmanager (PMP) zur Verfügung, weitere bereiten sich auf eine Zertifizierung vor.

Die Zusammenarbeit von team und PMI Austria umfasst den Austausch von Know How durch Referententätigkeit und Teilnahme an PMI-Workshops. Dabei kann team seine Erfahrung als Industriepartner ebenso einbringen wie seine Kenntnis in der Abwicklung von Beratungsaufträgen für Organisationen mit Nähe zur öffentlichen Hand (z.B. Infrastrukturbetreiber und Energiewirtschaft). Auch das persönliche Engagement einzelner teamKollegen im Vorstand des PMI Austria Chapters trägt zur Zusammenarbeit zwischen team und PMI im Interesse der Professionalisierung von Projektmanagement (PM) in Österreich bei.