PRINCE2 (Projects IN Controlled Environments)

PRINCE2: Projekte kontrolliert steuern und nachhaltigen Nutzen erzielen

In der dynamischen IT-Welt ist der Erfolg von Projekten untrennbar mit der Einhaltung von Terminen, Kostenrahmen und Qualitätsansprüchen verbunden. Um diese Anforderungen verlässlich zu erfüllen, setzen immer mehr Organisationen auf internationale Projektmanagement-Ansätze wie etwa dem Framework PRINCE2 (Projects IN Controlled Environments).

PRINCE2 stützt sich auf ein robustes Fundament aus klaren Prinzipien, bewährten Praktiken und unterstützenden Prozessen und ermöglicht so eine strukturierte Projektabwicklung, die sowohl den Projektkontext als auch die beteiligten Menschen berücksichtigt.

Business Case – „Warum?“

Fortlaufende geschäftliche Rechtfertigung sicherstellen
Der Business Case ist das zentrale Instrument, mit dem der Lenkungsausschuss (Project Board) beurteilen kann, ob ein Projekt wünschenswert, realisierbar und durchführbar ist (und bleibt), um so die Entscheidungsfindung hinsichtlich einer weiteren Investition zu unterstützen.

Ein Projekt muss daher in jeder Phase (Stage) einen klaren geschäftlichen Nutzen aufweisen. Dieser Nutzen wird fortlaufend mit dem Business Case geprüft. Verliert das Projekt seine Daseinsberechtigung, wird es kontrolliert beendet – so stellt PRINCE2 sicher, dass keine Ressourcen für Projekte ohne messbaren Mehrwert gebunden werden.

Organisieren – „Wer?“

Rollen, Verantwortlichkeiten & Beziehungen definieren
PRINCE2 legt eine klare Organisationsstruktur fest, in der jede Rolle eindeutig definiert ist. Hier ein Auszug der wichtigsten Rollen:

  • Lenkungsausschuss(Project Board): Trägt die Gesamtverantwortung für das Projekt und trifft strategische Entscheidungen.
    • Auftraggeber:in (Executive): Übernimmt innerhalb des Lenkungsausschusses die letztendliche Verantwortung für den Erfolg des Projekts.
    • Benutzervertreter:in (Senior User): Repräsentiert die Interessen derjenigen, die Anforderungen definieren und den Nutzen realisieren.
    • Lieferantenvertreter:in (Senior Supplier): Repräsentiert die Interessen derjenigen, die die Umsetzung und Ressourcen sicherstellen.
  • Projektmanager:innen (Project Manager): Steuert das operative Tagesgeschäft des Projekts.
  • Teammanager:innen (Team Manager): Steuern die Umsetzung der Arbeitspakete.

Diese klare Trennung verhindert Kompetenzkonflikte und stellt sicher, dass Entscheidungen auf der richtigen Ebene getroffen werden.

PRINCE2 (Projects IN Controlled Environments)

Pläne – „Wann?“

Steuern über Managementphasen
Ein Projektplan definiert den groben Zeit- und Kostenrahmen sowie die wichtigsten Meilensteine des Projekts.

Außerdem werden Projekte in überschaubare Phasen (Stages) gegliedert, wobei für jede Phase ein eigener detaillierter Plan existiert. Am Ende jeder Phase entscheidet der Lenkungsausschuss (Project Board), ob das Projekt fortgesetzt wird (Manage by Stages). Diese Vorgehensweise ermöglicht eine enge Kontrolle, regelmäßige Statusberichte und die Möglichkeit, den Kurs bei Bedarf anzupassen, ohne das gesamte Projekt neu planen zu müssen.

Qualität – „Was?“

Produktorientierung
PRINCE2 ist produktorientiert (Focus on Products). Im Mittelpunkt stehen daher die zu liefernden Produkte, nicht die einzelnen Aktivitäten. Für das Gesamtprodukt des Projekts werden dabei Abnahmekriterien, Abnahmemethode und Abnahmeverantwortlichkeiten festgelegt. Für jedes einzelne Produkt werden Qualitätskriterien, Qualitätstoleranzen und Qualitätsmethoden definiert. Das schafft Transparenz für alle Stakeholder und ermöglicht eine objektive Bewertung der Projektergebnisse.

Risiken – „Was, wenn?“

Aktives Risikomanagement / Lernen aus Erfahrung
PRINCE2 verlangt ein aktives Risikomanagement über den gesamten Projektverlauf. Risiken werden systematisch identifiziert, bewertet und mit konkreten Maßnahmen hinterlegt. So werden sowohl negative als auch positive Risiken proaktiv gesteuert, um potenzielle Bedrohungen (Threats) zu entschärfen und vorteilhafte Gelegenheiten (Opportunities) für den Projekterfolg zu maximieren.

Das übergreifende Prinzip „Lernen aus Erfahrung“ (Learn from Experience) unterstützt dabei: Erkenntnisse aus vergangenen Projekten werden dokumentiert und fließen in das laufende sowie in zukünftige Projekte ein. So werden bekannte Fehler vermieden und bewährte Vorgehensweisen etabliert.

Issues – „Wie gehen wir damit um?“

Issue-Management / Steuern nach dem Ausnahmeprinzip
Während eines Projektablaufs sind Issues (Änderungsanträge, Spezifikationsabweichungen, Probleme/Anliegen, usw.) unvermeidlich, müssen jedoch systematisch bewertet und kontrolliert bearbeitet werden. PRINCE2 stellt dafür ein formales Issue- und Change Control-Verfahren bereit, in dem jede Änderung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Zeit, Kosten, Qualität, Umfang, Risiko, Nutzen und Nachhaltigkeit geprüft wird.

Das übergreifende Prinzip „Steuern nach dem Ausnahmeprinzip“ (Manage by Exception) unterstützt dabei: Dem Projektmanager werden klare Toleranzgrenzen vorgegeben, innerhalb derer er eigenständig handeln kann, und erst bei drohender Überschreitung erfolgt eine Eskalation an den Lenkungsausschuss. So bleibt der Lenkungsausschuss strategisch handlungsfähig, ohne operativ überlastet zu werden.

Fortschritt – „Wie messen wir ihn?“

Überwachung und Steuerung / Anpassen an das Projekt
Durch kontinuierliche Überwachung, Soll-Ist-Vergleiche und regelmäßige Statusberichte wird der Projektfortschritt innerhalb der vereinbarten Toleranzen gesteuert und für alle Stakeholder nachvollziehbar dokumentiert.

Das übergreifende Prinzip „Anpassen an das Projekt“ (Tailor to Suit the Project) unterstützt dabei: Der Grad an Formalität wird individuell an die Komplexität und Größe des Projekts angepasst. Dadurch bleibt PRINCE2 auch in kleineren oder agilen IT-Projekten praktikabel.

Fazit

Zusammenfassend ist PRINCE2 weit mehr als ein starres Regelwerk: Es vereint unverrückbare Prinzipien mit flexiblen Praktiken und ermöglicht so, auch im dynamischen IT-Projektkontext kontrolliert zu steuern und nachhaltigen Nutzen zu erzielen.

Bei der team nutzen wir genau diese Stärke: Wir verbinden bewährte Projektmethodik mit unserer praktischen Erfahrung aus Kundenprojekten. Gleichzeitig bleibt ausreichend Freiraum für individuelle Anforderungen und innovative Lösungen. So schaffen wir einen klaren Rahmen um komplexe Vorhaben effizient, transparent und zielgerichtet umzusetzen.

Red Hat Openshift Container Plattform

Container Plattformen als Schlüssel zur Modernisierung kritischer Infrastrukturen

Kritische Infrastrukturen stehen unter hohem Innovationsdruck: Anwendungen müssen absolut verlässlich, hochsicher und jederzeit verfügbar sein. Container-Platt­formen haben sich genau dafür als zukunftsweisende techno­logische Basis etabliert. Mit integrierten Sicherheits­mechanismen, standardisierten Deployments, hoher Ausfallsicherheit und flexibler Skalierbarkeit ermöglichen sie einen stabilen und gleichzeitig zukunftsfähigen Betrieb – selbst dort, wo kein Fehler tolerierbar ist.

Eine der führenden Plattformen dafür ist Red Hat OpenShift. Sie vereint Entwicklung, Deployment und Verwaltung containerisierter Anwendungen in einem durchgängigen Ökosystem und baut auf der etablierten Kubernetes-Technologie auf. Unternehmen profitieren dadurch von Automatisierung, Sicherheit und einem umfassenden Toolset (OpenShift Platform Plus), das komplexe Umgebungen übersichtlich und kontrolliert hält.

Die team verfügt über langjährige Erfahrung in der Planung, Implementierung und Optimierung solcher Plattformen für Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Erfolgreiche Modernisierung: OpenShift für einen österreichischen Betreiber kritischer Infrastruktur

In einem österreichischen Unternehmen aus dem Bereich kritischer Infrastruktur hat die team die Modernisierung einer bestehenden Container Plattform umfassend begleitet, bei der OpenShift anstelle der vorhandenen OKD-Cluster-Lösung (die Open-Source-Community-Version von OpenShift) als neue Lösung implementiert wird. Dadurch konnte die IT-Infrastruktur des Kunden nicht nur auf eine neuere Version der Container-Plattform-Technologie Kubernetes aktualisiert, sondern der Support durch Red Hat und die Implementation weiterer OpenShift-Produkte ermöglicht werden.

Die team übernahm dabei die Projektleitung und kombinierte sowohl professionelles Projektmanagement als auch technische Expertise, um die Migration erfolgreich zu unterstützen – von einer Definition der Strategie sowie Planung bis zur finalen Umsetzungsbegleitung.

Komplexe Anforderungen im produktiven Betrieb

Die Modernisierung umfasste eine Vielzahl technischer und organisatorischer Aufgaben – darunter:

  • Analyse der bestehenden Systeme
  • Berücksichtigung und Bewertung von Kosten sowie Risiken
  • Sicherstellung der Interoperabilität zwischen Alt- und Neusystemen
  • Sicherstellung eines Mischbetriebs zwischen OKD- und OpenShift-Clustern
  • Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit aller produktiven Workloads
  • Vorbereitung der Vorbedingungen wie etwa Netzwerk-, Storage- und Sicherheitsanforderungen
  • Planung der Migration „im laufenden Betrieb“ inkl. Rückfallszenarien und Minimieren der Ausfallzeit bei einer Umschaltung
  • Erstellung und Strukturierung von Prozessen
  • Koordination mehrerer regionaler Zentralen und Fachbereiche
  • Unterstützung der technischen und organisatorische Umsetzung und Migration auf OpenShift
  • Aufbau eines LifeCycle-Prozesses und Integration in „Red Hat Advanced Cluster Management for Kubernetes“ (ACM) für planbare Upgrades
  • Evaluierung und Integration weiterer OpenShift Platform Plus-Produkte

Durch ein sorgfältig geplantes Migrationsdesign konnte die Umstellung „im laufenden Betrieb“ durchgeführt werden – ein entscheidender Faktor im Umfeld kritischer Infrastruktur.

Hybrid umgesetzt: Bare‑Metal trifft Virtualisierung

Eine zentrale Entscheidung war die Wahl der passenden Architektur. Da OpenShift sowohl auf Bare Metal Servern als auch in virtualisierten Umgebungen betrieben werden kann, musste initial zwischen diesen beiden Varianten entschieden werden. Nach einer kundeninternen Analyse der infrastrukturspezifischen Rahmenbedingungen und einer genauen Bewertung der Bedürfnisse entschied sich der Kunde, dass die geeignetste Vorgehensweise darin besteht, dass das genannte OpenShift-Projekt in einem hybriden Ansatz, sowohl auf Bare-Metal-Servern als auch in virtualisierten Umgebungen (VM), umzusetzen ist.

Das Ergebnis war ein hybrides Betriebsmodell:

Worker Nodes auf Bare‑Metal

Vorteile:

  • Maximale Performance ohne Virtualisierungs‑Overhead: Da kein Virtualisierungs-Layer verwendet wird, haben die Workloads einen Zugriff auf die Leistung des Hardware-Servers.
  • Direkter Zugriff auf die Hardware‑Ressourcen: Sämtliche Komponenten bzw. Ressourcen des Servers stehen ohne Abstraktionsschicht zur Verfügung.
  • Potenziell geringere Subscription‑Kosten: Der Einsatz von Bare-Metal-Servern kann zu einer Reduktion der Subscription-Kosten führen.

Herausforderungen:

  • Aufwendigeres und komplexes Hardware-Lifecycle-Management
  • Detaillierte Planung von Redundanzen und Backup‑Konzepten

Master und Infrastructure Nodes in einer virtualisierten Umgebung

Vorteile:

  • Hohe Verfügbarkeit über VM‑Failover
  • Vereinfachte Backup‑Implementierung (z.B. mittels Snapshots)
  • Flexible Ressourcenabstraktion und Lastverteilung

Herausforderungen:

  • Virtualisierungs‑Overhead (Hypervisor)
  • Potenziell niedrigere Storage‑ und Netzwerkperformance

Die Abschätzung zwischen Bare-Metal- und virtualisierten Umgebungen zeigt, dass keine Variante grundsätzlich „besser“ ist – beide Varianten haben Stärken als auch Herausforderungen. Entscheidend sind hierbei immer die Kundenanforderungen: Performance-kritische Workloads profitieren stark von Bare-Metal, während virtualisierte Umgebungen hohe Flexibilität und Betriebsautomatisierung bieten.

Wie unterstützen wir Betreiber kritischer Infrastrukturen

Für Betreiber kritischer Infrastrukturen ist die Implementierung und der Betrieb moderner Container‑Plattformen ein notwendiger Schritt, um Stabilität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit ihrer Systeme zu gewährleisten.

Die team begleitet solche Projekte mit:

  • sorgfältiger technischer und organisatorischer Planung
  • tiefgehender, fachlicher Expertise
  • klarer und durchgängiger Kommunikation
  • enger Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Unser Ziel: komplexe Projekte zuverlässig und effizient umzusetzen – und gemeinsam mit unseren Kunden nachhaltige, zukunftssichere IT‑Infrastrukturen zu gestalten.

 

Mautstellen auf der Autobahn

Mautstelle der Zukunft – Personal unverzichtbar

Die Digitalisierung schreitet rasant voran – auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Automatisierte Schranken, digitale Bezahlvorgänge und intelligente Leittechnik verändern unser Bild von Mautstellen grundlegend. Manche stellen sich daher die Frage: Wird das Personal an Mautstellen in Zukunft überhaupt noch benötigt?

Die Antwort ist eindeutig: Ja – mehr denn je.

Technik als Enabler, nicht als Ersatz

Moderne Systeme ermöglichen eine effiziente Erfassung und Abrechnung von Mautgebühren. Künstliche Intelligenz, Sensorik und automatisierte Kontrollmechanismen tragen zur Beschleunigung von Abläufen bei. Doch jede technische Lösung ist nur so stark wie die Menschen, die sie betreuen, weiterentwickeln und im Ernstfall korrigierend eingreifen.

Unvorhergesehene Störungen, komplexe Sonderfälle oder sicherheitsrelevante Situationen lassen sich nicht vollständig automatisieren. Hier zeigt sich: Technik ersetzt keine menschliche Urteilskraft, sondern ergänzt sie.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt „Mautkasse 2.0 / Mautautomat 2.5“, bei dem teamBerater:innen die Digitalisierung der Mauterhebung mit einem klaren Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Systemintegration vorangetrieben haben – immer mit dem Menschen im Mittelpunkt.

Der Faktor Mensch: Service und Sicherheit

Mautstellen sind nicht nur Zahlungspunkte, sondern auch hochsensible Knoten im Verkehrsnetz. Täglich passieren tausende Fahrzeuge, darunter auch Schwertransporte, Gefahrguttransporte und Lkw-Flotten. Das erfordert mehr als reine Abwicklung – es braucht Fachkräfte, die im Bedarfsfall beraten, regulieren und eingreifen können.

Ob bei Sprachbarrieren, technischen Problemen oder im Krisenfall: Personal gewährleistet Sicherheit, Service und Menschlichkeit.

Das zeigt sich auch im Projekt „Digitalisierung Mautstellen 2.0“, bei dem die team nicht nur die technische Infrastruktur modernisiert hat, sondern auch die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine optimiert wurden – etwa durch intuitive Bedienkonzepte und Schulungskonzepte für das Personal vor Ort.

Vertrauen durch persönliche Präsenz

Der direkte Kontakt zu geschultem Personal schafft Vertrauen bei den Kunden. Fahrer erleben die Mautstelle nicht als „Black Box“, sondern als Teil einer funktionierenden, transparenten Infrastruktur. Gerade in kritischen Infrastrukturen gilt: Persönliche Ansprechpartner steigern Akzeptanz und reduzieren Konfliktpotenzial.

Zudem fungieren Mitarbeitende als Bindeglied zwischen Verkehrsteilnehmer:innen, Betreibern und Aufsichtsbehörden – eine Rolle, die durch die systemische Beratung und Prozessbegleitung von der team gezielt gestärkt werden kann. Mehr dazu unter team Leistungen.

Zukunftsprofil der Mitarbeitenden

Die Mautstelle der Zukunft wird ein hybrides System sein: hochautomatisiert, digital vernetzt und gleichzeitig menschlich geprägt. Die Aufgaben des Personals werden sich verschieben – weg von manuellen Routinetätigkeiten hin zu anspruchsvolleren Rollen.

Gefragt sind Kompetenzen in Techniküberwachung, Krisenmanagement, Kundenkommunikation und interkulturellem Austausch. Mitarbeitende werden zu Systemlotsen, Sicherheitsgaranten und Servicebotschaftern.

Mit einem externen Partner wie der team lassen sich diese Rollen gezielt entwickeln – durch Schulung, Prozessberatung und die Integration smarter Technologien, die den Menschen nicht ersetzen, sondern befähigen.

Entry Exit System (EES) am Flughafen Wien

Digitaler Grenzschutz: Neues Entry-Exit-System (EES)

Die team begleitet die Einführung des EU Entry-Exit-Systems am Flughafen Wien

Ein Meilenstein für die europäische Grenzsicherheit – mit technischer Expertise der team

Mit dem Start des neuen Entry-Exit-Systems (EES) der EU am Flughafen Wien-Schwechat beginnt ein neues Kapitel im digitalen Grenzmanagement. Das EES ist ein automatisiertes IT-System zur biometrischen und alphanumerischen Erfassung von Drittstaatsangehörigen, die einen Kurzaufenthalt (bis zu 90 Tage) im Schengen-Raum planen. In Österreich betrifft die Einführung ausschließlich internationale Flughäfen und Flugplätze. (siehe BMI: Entry/Exit-System – EES)

Ziel ist es, die Ein- und Ausreise effizienter und sicherer zu gestalten. Die team wurde mit der anspruchsvollen Aufgabe betraut, die technische Umsetzung dieses hochkomplexen Systems zu begleiten und sicherzustellen.

Unsere Leistungen im Projekt

Die Einführung des EES stellte hohe Anforderungen an die IT-Infrastruktur, Systemintegration und Projektorganisation. Die team übernahm zentrale Aufgaben in folgenden Bereichen:

Projektleitung

  • Steuerung des Projektablaufs
  • Termin- und Kostenplanung inkl. Vorbereitung von Verhandlungen
  • Koordination aller Stakeholder sowie interner und externer Softwareentwickler

Anforderungsmanagement

  • Erhebung, Validierung und Dokumentation technischer Anforderungen
  • Durchführung von Workshops zur Bedarfsklärung
  • Erstellung und Pflege von Change Requests (CRs)

Testmanagement

  • Ableitung und Durchführung von Testfällen
  • Koordination manueller und automatisierter Tests
  • Fehleranalyse und Dokumentation

Releasemanagement

  • Planung und Umsetzung mehrerer Release-Zyklen
  • Vor-Ort-Betreuung am Flughafen während der Rollouts

Kundensupport & Schulung

  • Aufbau und Leitung der Anwenderbetreuung
  • Einrichtung effizienter Supportstrukturen
  • Erstellung von Lösungsdokumentationen und Schulungsunterlagen
  • Durchführung von Schulungseinheiten

Technische Herausforderungen

Die Komplexität des Projekts lag insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Datenschutzkonforme Verarbeitung biometrischer Daten
    Speicherung und Übermittlung sensibler Informationen gemäß EU-Vorgaben
  • Systemkompatibilität mit nationalen und EU-weiten Datenbanken
    Integration mit zentralen Systemen wie VIS (Visa Information System) und SIS (Schengen Information System)
  • Hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit
    Sicherstellung eines unterbrechungsfreien Betriebs – auch bei hohem Passagieraufkommen
  • Benutzerfreundlichkeit trotz Komplexität
    Intuitive Bedienbarkeit der Selbstbedienungsanlagen für alle Reisenden
  • Skalierbarkeit für zukünftige Erweiterungen
    Konzeption der Lösung für eine rasche Ausrollung an weiteren Flughäfen

Erfolgreicher Start in Schwechat

Der Probebetrieb begann am 12. Oktober 2025 am Flughafen Wien-Schwechat – als erster Standort in Österreich. Weitere Flughäfen wie Salzburg, Innsbruck und Graz folgen in den kommenden Wochen.

Das EES ersetzt die manuelle Passkontrolle durch ein automatisiertes System, das biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbild erfasst und EU-weit vernetzt ist. Damit wird nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch die Effizienz der Grenzkontrollen deutlich verbessert.

Die team unterstützte die Projektpartner bei der Integration von rund 110 Selbstbedienungsanlagen zur Vorregistrierung sowie etwa 280 Grenzkontrollkojen österreichweit. Unsere Expert:innen waren maßgeblich an der IT-Architektur, der Systemintegration und der Qualitätssicherung beteiligt – insbesondere bei der Abstimmung mit EU-weiten Standards und der Sicherstellung der Datenschutzkonformität.

Mit dem erfolgreichen Start in Schwechat zeigt sich: Die Digitalisierung der Grenzkontrollen ist technisch umsetzbar – und die team trägt dazu bei, dass sie auch zuverlässig funktioniert. Wir freuen uns, unsere Expertise in kritischen Infrastrukturen in dieses zukunftsweisende Projekt eingebracht zu haben.

Mehr zur erfolgreichen Einführung in Österreich:

Glossar

EES – Entry/Exit-System (Einreise-/Ausreisesystem)
VIS – Visa Information System
SIS – Schengen Information System

NIS-2-Richtline – Praktische Lösungsansätze

Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist für Unternehmen eine bedeutende Herausforderung, aber auch eine wertvolle Gelegenheit zur Verbesserung der IT-Sicherheit. Um diesen Prozess strukturiert anzugehen, sollten Unternehmen eine klare Vorgehensweise wählen.

Die Strukturanalyse

Der erste Schritt bei der praktischen Umsetzung sollte – falls noch nicht geschehen – eine gründliche Strukturanalyse aller Assets und Prozesse im Unternehmen sein. Unter Assets werden dabei jegliche Ressourcen, wie Daten, Systeme, Infrastruktur und personelle Ressourcen verstanden. Diese Analyse ist entscheidend, um ein umfassendes Verständnis für die vorhandenen Assets, Prozesse und deren Kritikalität zu entwickeln. Die Identifikation und Klassifizierung der Assets ermöglicht es, gezielt auf die spezifischen Sicherheitsbedürfnisse des Unternehmens einzugehen.

Die GAP-Analyse

Sind die Assets und Prozesse im Unternehmen erfasst, erfolgt eine detaillierte GAP-Analyse. Diese hilft Unternehmen dabei, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und -prozesse im Unternehmen zu bewerten und festzustellen, wo Lücken im Hinblick auf die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie bestehen. Auf dieser Basis kann eine erste Aufwandsschätzung für die notwendigen Anpassungen und Verbesserungen erstellt werden.

Die Risikoanalyse und Maßnahmen

Aufbauend auf den Ergebnissen der Struktur- und GAP-Analyse sollte eine Risikoanalyse erfolgen. Hierbei werden potenzielle Bedrohungen und Schwachstellen identifiziert und bewertet, um die Sicherheitslage des Unternehmens realistisch einzuschätzen. Diese Analyse ist der Schlüssel zur Priorisierung der Sicherheitsmaßnahmen und der Ressourcenzuteilung. Die Erkenntnisse aus der Risikoanalyse dienen als Grundlage zur Ableitung passender Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage. Bei der Planung dieser Maßnahmen sollte jedenfalls der Stand der Technik, die Kosten der Umsetzung und die Verwendung internationaler oder europäischer Normen berücksichtigt werden. Die gesetzten Maßnahmen sollten also verhältnismäßig sein.

Für Unternehmen, mit einem Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) nach ISO/IEC 27001, ist es sinnvoll, eine ergänzende GAP-Analyse durchzuführen, um die bestehenden Maßnahmen im Hinblick auf die NIS-2-Anforderungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Anforderungen der ISO/IEC 27001 Norm nur für den selbst gewählten Anwendungsbereich gelten, während der Anwendungsbereich der NIS-2-Richtlinie vorgegeben ist.

Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung

Ein Erfolgsfaktor bei der Durchführung der Struktur-, GAP- und Risikoanalyse zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist die Einbindung externer Beratungsunternehmen. Diese Experten bringen wertvolles Fachwissen, Erfahrung und Best Practice Ansätze ein, um die Analyseprozesse gezielt und effektiv zu unterstützen. Mit ihrer Expertise helfen sie dabei, maßgeschneiderte und dem Stand der Technik entsprechende Sicherheitslösungen zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern können die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie effizienter erfüllt, interne Ressourcen entlastet und die allgemeine Cybersicherheit kontinuierlich verbessert werden.

Wir laden Sie ein, sich aktiv an der Diskussion über Ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie zu beteiligen. Haben Sie bereits Maßnahmen ergriffen oder benötigen Sie Unterstützung? Kontaktieren Sie uns – unsere teamExperten:innen stehen bereit, um Ihnen mit individuellem Rat und maßgeschneiderten Lösungen zur Seite zu stehen.

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Am 17. Oktober endet die Frist zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie der EU, die das Ziel verfolgt, die Cybersicherheit in kritischen Sektoren wie Energie, Gesundheit und Transport zu stärken. Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind oder deren Lieferketten unterstützen, sollten sich auf neue Anforderungen einstellen. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem die Verbesserung der Netzwerksicherheit, Schulungen für Mitarbeiter:innen sowie die Verpflichtung, Sicherheitsvorfälle zu melden. Auch … Weiterlesen …
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Sicherheit als zyklischer Prozess

Die team unterstützt als herstellerunabhängiges Beratungsunternehmen Kunden aus dem Bereich der kritischen Infrastrukturen. Diese Unternehmen sehen sich durch den digitalen Wandel und die damit einhergehende Ausdehnung von Angriffsvektoren immer mehr gezwungen, die Sicherheit ihres Betriebs zu erhöhen und zu modernisieren. Zusätzlich fordern Regularien wie die NIS-2-Richtlinie strengere Maßnahmen und somit eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus in diesen Sektoren. Es wird demnach wichtiger denn je, die Informationssicherheit hinter ein strukturiertes und anpassbares Managementsystem zu stellen, welches adaptiv für neue Bedrohungen und Vorgaben bleibt.

In diesem Artikel möchte ich den PDCA-Zyklus als Grundlage für den Aufbau eines adaptiven Information Security Management System (ISMS) vorstellen.

PDCA-Zyklus

Der PDCA-Zyklus – auch Deming-Kreis genannt – ist ein Modell zur Prozess- und Produktoptimierung. Namensgebend sind hierbei dessen vier Phasen: PLAN – DO – CHECK – ACT (PDCA). Entwickelt wurde das Modell vom amerikanischen Statistiker und Physiker William Edwards Deming, welcher damit das Qualitätsmanagement maßgeblich beeinflusste.

Startschuss

Um Informationssicherheit systematisch im gesamten Unternehmen umsetzen und sicherstellen, müssen alle notwendigen Ressourcen (inkl. Budget) durch das Management bereitgestellt werden. Ein eindeutiges Bekenntnis der Unternehmensführung zur Implementierung eines präventiven ISMS ist für die erfolgreiche Umsetzung unerlässlich. Dazu muss ein Sicherheitsprozess ins Leben gerufen werden und im Zuge dessen, die exakten Rollen und Verantwortlichkeiten sowie deren Geltungsbereich definiert und das übergeordnete Ziel „Informationssicherheit“ festgelegt werden.

Plan – Planung

Zur Festlegung des Geltungsbereichs wird in der ersten Phase des Zyklus mit einer Bestandsaufnahme der eigenen Assets, Informationssysteme und Prozesse begonnen. Es sollte die Kritikalität der erhobenen Prozesse eruiert werden, um den Schutzbedarf der für diese Prozesse wichtigen Assets festzustellen. Anhand der erhobenen Informationen erfolgt nun im nächsten Schritt eine Risikoanalyse. Hierbei werden mögliche Bedrohungen und Schwachstellen der einzelnen Assets anhand deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung oder Schadenshöhe untersucht. So erhält das Unternehmen am Ende eine Einschätzung, welche Risiken – etwa aufgrund der zu erwartenden Schadenshöhe – vertretbar sind und welche unbedingt adressiert werden müssen.

Für jedes ermittelte Risiko kann nun – in Absprache mit dem Management – entschieden werden, ob das Risiko akzeptiert, transferiert, oder durch den gezielten Einsatz von Maßnahmen minimiert oder gänzlich vermieden werden soll.

Hinweis: Die finale Handhabung eines Risikos obliegt, zumindest im KMU-Bereich, der Geschäftsführung. Die für das ISMS zuständigen Personen sind lediglich für die Aufarbeitung und die Aufklärung der Geschäftsführung zuständig.

Zum Abschluss dieser Phase werden, auf den Ergebnissen der Risikoanalyse basierend, konkrete Maßnahmen festgelegt.

Do – Umsetzung

In der zweiten Phase des Zyklus werden diese beschlossenen Maßnahmen in die Praxis umgesetzt. Eine sorgfältige und umfassende Dokumentation der implementierten Maßnahmen ist in dieser Phase von besonderer Wichtigkeit. Die zu implementierenden Maßnahmen unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Eine, für die meisten Einrichtungen anwendbare Maßnahme ist die Schulung von Mitarbeiter:innen hinsichtlich der IT-Sicherheit.

Studien und vergangene Sicherheitsvorfälle zeigen klar, dass der Mensch weiterhin die größte „Sicherheitslücke“ in Unternehmen darstellt. Dies bekräftigt auch der aktuelle Threat Landscape Bericht der ENISA11. Weitere Maßnahmen sind beispielsweise die Vergabe von user- oder gruppenspezifischen Zugangsberechtigungen oder die Ausarbeitung von Prozessen hinsichtliches des Patchmanagements. Anbieter kritischer Infrastrukturen könnten ihre Sicherheit durch gezielte Netzwerksegmentierung, Redundanzmechanismen und den Ausbau von Monitoring-Aktivitäten erhöhen.

Check – Erfolgskontrolle

Nach erfolgreicher Implementierung der gesetzten Schritte muss nun deren Wirksamkeit kontrolliert werden. Es empfiehlt sich passende Key Performance Indicators (KPIs) festzulegen, anhand derer die Wirksamkeit durch Kennzahlen gemessen wird. Gängige Metriken sind beispielsweise die Mean Time To Detect (MTTD), die Mean Time to Respond (MTTR) und die Mean Time to Contain (MTTC). Der Erfolg eines Incident Response Teams kann also durch die Verkürzung der Zeit, die für das Erkennen eines Vorfalls benötigt wird, festgestellt werden.

Eine weitere Möglichkeit, um die Wirksamkeit der Maßnahmen festzustellen, ist die Durchführung von Penetration Tests. Im Rahmen dieser Tests versuchen externe Stellen in das Unternehmen einzudringen und zeigen so bestehende Schwachstellen und Sicherheitslücken auf. Es können durch Penetration Tests auch nur ausgewählte Services oder Systeme getestet werden. Zur Überprüfung des Managementsystems an sich können auch externe Audits wichtige Erkenntnisse schaffen.

Act – Verbesserung

Der Zyklus ist fast geschafft. Im letzten und vielleicht wichtigsten Schritt werden die Ergebnisse der Erfolgskontrolle analysiert und daraus Erkenntnisse für die nächste Iteration abgeleitet. Dies umfasst neben möglichen Korrektur- und Präventivmaßnahmen auch die Anpassung der ISMS-Dokumentation. Im Zuge dieser Phase sollte weiters ein Management-Review stattfinden, in dem die Geschäftsführung das ISMS und dessen Zielerreichung überprüft.


Nach erfolgreichem Abschluss der letzten Phase startet die nächste Iteration des Zyklus. Hier wird mit einer Überprüfung und gegebenenfalls Korrektur der Strukturanalyse gestartet. Im Zuge der Risikoanalyse werden die Informationen der Erfolgskontrolle, Threat Intelligence und der Stand der Technik in eine erneute Evaluierung der Risiken miteinbezogen und daraus möglicherweise neue Maßnahmen abgeleitet oder bestehende Maßnahmen angepasst.

Information Security Management System (ISMS)

Fazit

So lässt sich das ISMS kontinuierlich an geänderte Rahmenbedingungen oder Anforderungen anpassen und damit die Informationssicherheit im Unternehmen fortlaufend verbessern. Auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und branchentypischen Standards wie der NIS-2-Richtlinie wird durch den Einsatz eines ISMS erleichtert. Weitere Vorteile sind erhöhtes Vertrauen von Wirtschaftspartnern und durch die Minimierung von Sicherheitsrisiken erreichte potenzielle Kosteneinsparungen.

Die team steht ihren Kunden beim Aufbau oder der Modernisierung ihres ISMS durch Expertise zur Seite. Auch bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben oder sicherheitsrelevanter Standards wie des ISO 27001 unterstützen wir unsere Kunden.

  1. Europäische Agentur für Cybersicherheit (ENISA). (2022). ENISA Threat Landscape 2022. Verfügbar unter: https://www.enisa.europa.eu/publications/enisa-threat-landscape-2022 ↩︎
NIS-2-Richtlinie

NIS-2-Richtline – Was muss ich tun?

Die NIS2-Richtlinie sollte bis 17. Oktober 2024 in den EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Dies wird in den meisten EU-Mitgliedstaaten nicht gelingen und verschafft den betroffenen Unternehmen und Einrichtungen mehr Zeit für die Vorbereitung. Welche Sektoren konkret betroffen sind, haben wir bereits im ersten Beitrag zum Thema „NIS-2-Richtline – ab morgen gemeinsam sicher in die Zukunft“ samt ihrer Kritikalität aufgezeigt.

Die NIS-2-Richtlinie schreibt jedoch bereits ein Mindestmaß an Cybersicherheit vor. Viele der notwendigen Maßnahmen sind komplex und können lange dauern – es ist daher wichtig, frühzeitig mit der Umsetzung zu beginnen. Aber was müssen betroffene Unternehmen denn nun tun?

Hier sind die wichtigsten Punkte, die Unternehmen jetzt beachten müssen:

Wichtige, durch die NIS-2-Richtlinie hinzu gekommenen Aspekte, sind der Einbezug der Lieferkette ins IT-Sicherheitskonzept und eine umfassende Risikoanalyse, die sämtliche Unternehmensprozesse mit ein bezieht. Die daraus typischerweise resultierenden Maßnahmen inkludieren unter anderem auch Notfallpläne und Simulationen von Sicherheitsvorfällen. Damit kann rasch agiert werden, um Schäden und Verluste zu minimieren.

OpenKRITIS1 stellt alle Informationen zur Kategorisierung, zu Maßnahmen und Auflagen nochmals übersichtlich dar und kann als hilfreiche Ressource dienen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist eine realistische Einschätzung des Zeit- sowie Kostenaufwandes und der benötigten personellen Ressourcen im Unternehmen. Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen dabei gerne von Beginn an unterstützend zur Seite.

  1. https://www.openkritis.de/eu/eu-nis-2-direktive-kritis.html ↩︎

ITSM

ITSM – das echte Rückgrat Ihres Unternehmens

In der bunten Welt der Unternehmens-IT gibt es einen Bereich, der oft vernachlässigt wird: IT Service Management (ITSM). Während neue Technologien und spannende Projekte die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, fristet ITSM ein Schattendasein – irgendwo zwischen „muss eben auch gemacht werden“ und „kümmern wir uns später drum“. Doch ist ITSM wirklich nur der unauffällige Mitbewohner im Haus der IT, oder verbirgt sich dahinter nicht vielmehr das heimliche Herzstück digitaler Transformation? Lassen Sie uns diesen unterschätzten Helden näher betrachten.

Der unsichtbare Riese

Stellen Sie sich ITSM wie den ruhigen, besonnenen Riesen in einem Märchen vor: mächtig, aber bescheiden. Während in anderen IT-Bereichen die Projekte und Technologien wie Feuerwerke leuchten, arbeitet ITSM im Hintergrund, um sicherzustellen, dass alles reibungslos läuft. Es ist die Zuverlässigkeit eines guten Zuges, der zwar selten im Rampenlicht steht, aber das Rückgrat des Verkehrssystems bildet.

Warum ITSM das echte Rückgrat Ihres Unternehmens ist

Ohne ein funktionierendes IT Service Management (ITSM) wären viele Unternehmen einem ständigen Chaos ausgeliefert. Stellen Sie sich vor, Ihre IT-Prozesse wären so organisiert wie der Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln – nicht besonders effektiv, oder? ITSM bringt Ordnung ins Chaos, indem es klare Prozesse, Richtlinien und Best Practices für den IT-Betrieb bereitstellt. Es sorgt dafür, dass Anfragen, Störungen und Änderungen systematisch bearbeitet werden, und zwar so, dass das Tagesgeschäft möglichst wenig gestört wird.

Die unterschätzte Kunst der Prozessoptimierung

Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, ist die Kunst der kontinuierlichen Verbesserung, die im Herzen des ITSM schlägt. ITSM ist nicht einfach ein Set von Regeln, das einmal aufgestellt und dann vergessen wird. Es ist ein lebendiger Prozess, der ständig hinterfragt und optimiert wird. Wie ein guter Wein, der mit den Jahren immer besser wird, so entwickelt sich auch ein reifes ITSM-System stetig weiter und passt sich den sich ändernden Bedürfnissen des Unternehmens an.

Die wichtigsten Vorteile von ITSM

IT Service Management (ITSM) bietet zahlreiche Vorteile für Unternehmen. Hier sind einige der wichtigsten:

  1. Verbesserte betriebliche Effizienz: ITSM ermöglicht eine effizientere Verwaltung von IT-Services. Durch klare Prozesse und Richtlinien werden Abläufe optimiert, was zu einer reibungsloseren Arbeitsweise führt.
  2. Senkung der Kosten: Gut implementiertes ITSM hilft, unnötige Ausgaben zu reduzieren. Effiziente Prozesse und eine bessere Ressourcennutzung tragen dazu bei, die Kosten im Griff zu behalten.
  3. Steigerung der Produktivität von Mitarbeiter:innen und Unternehmen: ITSM ermöglicht es, Anfragen, Störungen und Änderungen systematisch zu bearbeiten. Dadurch können Mitarbeiter:innen effektiver arbeiten und das Unternehmen kann seine Ziele besser erreichen.
  4. Risikofreie Implementierung von IT-Änderungen: ITSM bietet einen strukturierten Ansatz für die Einführung von Änderungen. Dadurch werden Risiken minimiert und die Qualität der IT-Services bleibt gewährleistet.
  5. Verbesserte Transparenz von Betrieb und Leistung: ITSM ermöglicht eine bessere Überwachung und Berichterstattung über IT-Services. Dadurch können Schwachstellen identifiziert und behoben werden.
  6. Vereinfachte Kommunikation mit Kunden und dem Team: ITSM schafft klare Kommunikationswege zwischen IT-Abteilungen, Kunden und anderen Teams. Dadurch werden Missverständnisse minimiert.
  7. Dokumentierte Prozesse und Praktiken: ITSM fördert die Dokumentation von Prozessen und Best Practices. Dies erleichtert die Wissensweitergabe und sorgt für Kontinuität.

Insgesamt trägt ITSM dazu bei, die IT-Infrastruktur effizienter zu verwalten und sicherzustellen, dass die IT-Services den Geschäftsanforderungen gerecht werden.

Ein Plädoyer für ITSM

Ohne eine solide ITSM-Grundlage kann kein Unternehmen hoffen, in der heutigen digitalen Landschaft erfolgreich zu sein. ITSM mag auf den ersten Blick nicht so aufregend erscheinen wie die neuesten technischen Spielereien, vielleicht wirkt es auch als wären manche ITSM-Prozesse überbordend – aber die Praxis zeigt: In Wahrheit ist ITSM das Herzstück der IT, das unsichtbare Bindeglied, das den reibungslosen Ablauf unserer digitalen Welt ermöglicht. Vielleicht ist es an der Zeit, den bescheidenen Riesen unter den IT-Disziplinen zu feiern und ihm den Platz in der ersten Reihe zu geben, den es verdient. Denn ohne ITSM wäre die IT-Welt ein weitaus chaotischerer, weniger effizienter Ort. 

Utilities - Kritische Infrastruktur

Kritische Infrastrukturen (KRITIS): Eine Übersicht

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind essenzielle Systeme und Einrichtungen, die für das Funktionieren unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Ihre Sicherheit und Stabilität sind unerlässlich, da ein Ausfall oder eine Beeinträchtigung dieser Infrastrukturen erhebliche Folgen für das öffentliche Leben, die Wirtschaft und die Sicherheit haben kann

Die KRITIS umfassen folgende Sektoren:

Defininition angelehnt an https://www.openkritis.de/it-sicherheitsgesetz/kritis-sektoren.html

Ein prägendes Beispiel ist der Cyberangriff auf das ukrainische Stromnetz im Jahr 2015, der als erster erfolgreicher Cyberangriff auf eine Stromversorgung weltweit gilt[1]. Dieser Angriff führte zu weitreichenden Stromausfällen und unterstrich die Anfälligkeit moderner Infrastrukturen gegenüber digitalen Bedrohungen. Solche Vorfälle machen die Notwendigkeit deutlich, spezifische Sicherheitsmaßnahmen für KRITIS zu entwickeln und weltweit durchzusetzen.

Ein weiteres Beispiel für die Anfälligkeit von KRITIS ist das Erdbeben und der Tsunami in Japan 2011, die zur Fukushima-Katastrophe führten[2]. Die Schäden beeinträchtigten nicht nur die physische Infrastruktur, sondern führten auch zu einer Kernschmelze im Fukushima-Kraftwerk. Dieser Vorfall zeigte, wie verwundbar kritische Infrastrukturen gegenüber extremen Naturereignissen sind und führte weltweit zur Überprüfung und Verstärkung von Resilienzmaßnahmen, um die Kontinuität solcher Systeme in Krisensituationen sicherzustellen.

Aufgrund dieser und ähnlicher Ereignisse wurden weltweit gesetzliche Maßnahmen ergriffen, um den Schutz kritischer Infrastrukturen zu verstärken. Die NIS2-Richtlinie wurde im Europäischen Raum beschlossen und stellt eine entscheidende Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens für den Schutz kritischer Infrastrukturen dar. Sie erweitert die Anforderung an die Cybersicherheit und die Resilienz der oben genannten Sektoren, in dem sie strengere Sicherheitsvorkehrungen, Kontrollen und Meldepflichten vorschreibt.

Wir verstehen die Herausforderungen, die mit der Umsetzung dieser neuen Anforderungen einhergehen. Durch teamWork in der Beratung und Unterstützung von KRITIS-Projekten tragen wir dazu bei, dass die essenziellen Sektoren unserer Gesellschaft zuverlässig funktionieren und gegen diverse Bedrohungen geschützt sind.

Ob in der Energieversorgung, beim Smart Meter Rollout, oder im Bereich des Transports und Verkehrs, beim ETCS-Ausbau – wir bieten umfassende Unterstützung für Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Darüber hinaus engagieren wir uns für die Förderung innovativer Forschung im Bereich der Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Der Critical Infrastructure Award zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten in Bereichen wie Informatik, Elektrotechnik und Nachrichtentechnik aus, die sich mit der Sicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen befassen. Mit diesem Award wird die Bedeutung neuer Ideen und Technologien im Schutz dieser lebenswichtigen Systeme hervorgehoben.


[1] https://www.nzz.ch/technologie/russische-cyberoperationen-was-der-kreml-unternimmt-und-wie-es-funktioniert-ld.1703051

[2] https://www.lpb-bw.de/fukushima

Internetforen und Jabber-Server: Das Eintrittstor zur Untergrundwirtschaft

Internetforen und Jabber-Server: Das Eintrittstor zur Untergrundwirtschaft

Internetforen und Jabber-Server, eine weitere Säule des Cybercrime, stellen eine erhebliche Bedrohung für Kritische Infrastrukturen (KRITIS) dar. Diese Plattformen dienen als zentrale Kommunikationsdrehscheiben für Cyberkriminelle und ermöglichen den Austausch von Kontakten und Dienstleistungen. Sie dienen als „Gelbe Seiten“ der Untergrundwirtschaft und erleichtern so den Einstieg in die kriminelle Szene. Jabber, ein Instant-Messaging-Protokoll, ermöglicht dabei verschlüsselte und anonyme Kommunikation.

Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) wurden im Jahr 2023 zahlreiche Cyberangriffe auf KRITIS über diese Plattformen koordiniert. Diese Angriffe führten zu schwerwiegenden Betriebsunterbrechungen und Sicherheitsvorfällen, die nicht nur finanzielle Schäden, sondern auch Beeinträchtigungen wichtiger Dienstleistungen zur Folge hatten.

Inwiefern betrifft das die KRITIS?

  • Koordination von Angriffen: Cyberkriminelle nutzen diese Plattformen zur Planung und Durchführung von Angriffen auf Betreiber:innen kritischer Infrastrukturen wie beispielsweise Energieversorger, Wasserwerke und Gesundheitseinrichtungen. Diese Angriffe können zu erheblichen Störungen und Ausfällen führen.
  • Handel mit Exploits*: Internetforen und Jabber-Server sind Marktplätze für Exploits und andere schädliche Tools, die speziell auf Systeme von KRITIS abzielen. Der Zugang zu solchen Exploits erleichtert gezielte Angriffe.
  • Verkauf von Zugangsdaten: Cyberkriminelle verkaufen gestohlene Zugangsdaten zu kritischen Systemen, was direkte Angriffe auf diese Infrastrukturen ermöglicht. Dies stellt ein erhebliches Risiko für die Sicherheit und Integrität dieser Systeme dar.

Ein bemerkenswertes historisches Ereignis im Bereich der Online-Untergrundwirtschaft war die Schließung von Silk Road. Dieser berüchtigte Online-Marktplatz, der von 2011 bis 2013 im Tor-Netzwerk operierte, bot eine Vielzahl illegaler Waren und Dienstleistungen an. Die Schließung durch das FBI war ein bedeutender Schlag gegen die Online-Untergrundwirtschaft, da Silk Road eine zentrale Rolle im Handel mit illegalen Gütern spielte.

Ein weiteres bedeutendes Ereignis war die Schließung von AlphaBay, einem Nachfolger von Silk Road. AlphaBay, der von 2014 bis 2017 aktiv war, entwickelte sich zu einem der größten illegalen Online-Marktplätze. Auch dieser wurde schließlich durch eine koordinierte internationale Strafverfolgungsaktion geschlossen, was erneut einen großen Einfluss auf die Online-Untergrundwirtschaft hatte. Diese Ereignisse unterstreichen die Wichtigkeit und Wirksamkeit von globaler Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Cybercrime und der Schließung krimineller Marktplätze im Darknet.

Maßnahmen zur Bekämpfung

  • Überwachung und Unterwanderung: Strafverfolgungsbehörden überwachen aktiv Internetforen und Jabber-Server, sammeln Informationen und unterwandern gegebenenfalls bösartige Netzwerke, um kriminelle Aktivitäten zu stören und Täter:innen zu identifizieren.
  • Schließung illegaler Internetforen: Durch internationale Zusammenarbeit konnten mehrere bedeutende Internetforen und Marktplätze geschlossen werden, was die Koordination krimineller Aktivitäten erheblich erschwerte.

Foren und Jabber-Server bleiben trotz der Bemühungen der Polizei wichtige Werkzeuge für Cyberkriminelle. Sie sind zentrale Orte für die Kommunikation und den Handel mit illegalen Dienstleistungen. Daher ist es wichtig, diese Plattformen kontinuierlich zu überwachen und neue Wege der Bekämpfung dieser Bedrohungen zu finden. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Berater:innen – mit teamKompetenz – kann dabei helfen, die Sicherheit und Integrität kritischer Infrastrukturen zu gewährleisten und Cyberangriffe abzuwehren.

*Ein Exploit ist ein Stück Software, ein Datenpaket oder eine Befehlsfolge, die einen Fehler oder eine Schwachstelle in einer Anwendung oder einem System ausnutzt, um ein unbeabsichtigtes oder unvorhergesehenes Verhalten hervorzurufen.