Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist für Unternehmen eine bedeutende Herausforderung, aber auch eine wertvolle Gelegenheit zur Verbesserung der IT-Sicherheit. Um diesen Prozess strukturiert anzugehen, sollten Unternehmen eine klare Vorgehensweise wählen.

Die Strukturanalyse
Der erste Schritt bei der praktischen Umsetzung sollte – falls noch nicht geschehen – eine gründliche Strukturanalyse aller Assets und Prozesse im Unternehmen sein. Unter Assets werden dabei jegliche Ressourcen, wie Daten, Systeme, Infrastruktur und personelle Ressourcen verstanden. Diese Analyse ist entscheidend, um ein umfassendes Verständnis für die vorhandenen Assets, Prozesse und deren Kritikalität zu entwickeln. Die Identifikation und Klassifizierung der Assets ermöglicht es, gezielt auf die spezifischen Sicherheitsbedürfnisse des Unternehmens einzugehen.
Die GAP-Analyse
Sind die Assets und Prozesse im Unternehmen erfasst, erfolgt eine detaillierte GAP-Analyse. Diese hilft Unternehmen dabei, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und -prozesse im Unternehmen zu bewerten und festzustellen, wo Lücken im Hinblick auf die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie bestehen. Auf dieser Basis kann eine erste Aufwandsschätzung für die notwendigen Anpassungen und Verbesserungen erstellt werden.
Die Risikoanalyse und Maßnahmen
Aufbauend auf den Ergebnissen der Struktur- und GAP-Analyse sollte eine Risikoanalyse erfolgen. Hierbei werden potenzielle Bedrohungen und Schwachstellen identifiziert und bewertet, um die Sicherheitslage des Unternehmens realistisch einzuschätzen. Diese Analyse ist der Schlüssel zur Priorisierung der Sicherheitsmaßnahmen und der Ressourcenzuteilung. Die Erkenntnisse aus der Risikoanalyse dienen als Grundlage zur Ableitung passender Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage. Bei der Planung dieser Maßnahmen sollte jedenfalls der Stand der Technik, die Kosten der Umsetzung und die Verwendung internationaler oder europäischer Normen berücksichtigt werden. Die gesetzten Maßnahmen sollten also verhältnismäßig sein.
Für Unternehmen, mit einem Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) nach ISO/IEC 27001, ist es sinnvoll, eine ergänzende GAP-Analyse durchzuführen, um die bestehenden Maßnahmen im Hinblick auf die NIS-2-Anforderungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Anforderungen der ISO/IEC 27001 Norm nur für den selbst gewählten Anwendungsbereich gelten, während der Anwendungsbereich der NIS-2-Richtlinie vorgegeben ist.

Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung
Ein Erfolgsfaktor bei der Durchführung der Struktur-, GAP- und Risikoanalyse zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie ist die Einbindung externer Beratungsunternehmen. Diese Experten bringen wertvolles Fachwissen, Erfahrung und Best Practice Ansätze ein, um die Analyseprozesse gezielt und effektiv zu unterstützen. Mit ihrer Expertise helfen sie dabei, maßgeschneiderte und dem Stand der Technik entsprechende Sicherheitslösungen zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern können die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie effizienter erfüllt, interne Ressourcen entlastet und die allgemeine Cybersicherheit kontinuierlich verbessert werden.
Wir laden Sie ein, sich aktiv an der Diskussion über Ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie zu beteiligen. Haben Sie bereits Maßnahmen ergriffen oder benötigen Sie Unterstützung? Kontaktieren Sie uns – unsere teamExperten:innen stehen bereit, um Ihnen mit individuellem Rat und maßgeschneiderten Lösungen zur Seite zu stehen.
Weitere Artikel zum Thema NIS-2-Richtline

NIS-2-Richtline – Was muss ich tun?
