„Europäischer Tag des Notrufs 112“ am 11.2.

„Europäischer Tag des Notrufs 112“ am 11.2.

Innerhalb der EU wird die Nutzung kommerzieller 5G-Netze für Public Protection and Disaster Relief (PPDR) bereits untersucht. Worin könnten hier Synergien und Anwendungsfälle bei Notfall- und Katastrophenszenarien entstehen? Passend zum „Europäischen Tag des Notrufs“ am 11.2. widmet sich unser Blog diesem Thema.  

Leistungsfähige Netze erlauben neuartige Anwendungen
Zukünftige 5G-Netze versprechen eine durchgängig verbesserte Versorgung für private Endkunden. Diese profitieren von einer erhöhten Übertragungsgeschwindigkeit, Latenz und Zuverlässigkeit. Auch die Kommunikation von Behörden kann im Notfall und bei Katastrophen durch 5G grundlegend verbessert werden. Ursache hierfür sind neuartige Konzepte in der Netzarchitektur, die eine anwendungsorientierte Netz-Sicht ermöglichen. Dadurch können 5G-Netze wesentliche Vorteile in diesen Einsatzszenarien bieten.  

Erhöhte Flexibilität durch dynamische Netzstruktur
Das Konzept des Network Slicings erlaubt es Netzbetreibern, die verfügbare Datenrate und Latenz für bestimmte Nutzergruppen in einem geographisch definierten Bereich dynamisch anzupassen. Im Bedarfsfall wird zuverlässig eine Kommunikationsverbindung für Einsatzkräfte bereitgestellt, die den hohen Anforderungen genügt. Um Network Slicing zu realisieren, kommen hauptsächlich die Konzepte des Software-Defined Networking (SDN) und der Network Function Virtualization (NFV) zum Einsatz. Bei SDN handelt es sich um die Trennung und Abstraktion von Control Plane und Data Plane. Sie ermöglicht es, großflächig Virtualisierung einzusetzen. Diese wiederum ist für den Einsatz eines NFV unerlässlich, wodurch eine flexible Bereitstellung von Diensten über eine allgemein verfügbare Infrastruktur ermöglicht wird. Dadurch ergeben sich Chancen für potenzielle Notfall- und Katastrophenszenarien.  

Anwendungen im medizinischen Notfallbereich
In einem medizinischen Notfall kann sich das medizinische Personal vor Ort per Remote-Beratung durch Ton-, Daten- und Videoübertragung (unter anderem der Vitalwerte des Patienten) von einem Notarzt bzw. Spezialisten unterstützen lassen. Lokal vorhandene Expertise wird somit flächendeckend verfügbar und der Einsatz speziell geschulter Notärzte effizienter.   
Die Übertragung der entsprechenden Diagnose im Remote-Modus erleichtert aber auch die notfallmedizinische Versorgung im Krankenhaus. So können alle erforderlichen Vorbereitungen bereits vor Eintreffen des Krankenwagens im Zielspital kommuniziert und zeitliche Ressourcen bestmöglich genutzt werden.  
Die Kombination aus vergrößerter Datenrate, verringerter Latenzzeit und flexibler Netz-Architektur erlaubt durch 5G den zuverlässigen Einsatz fortschrittlicher Anwendungsfälle für die kritische Kommunikation über das öffentliche Mobilfunknetz.

Anwendungen im Katastrophenfall
Der Schritt zur Virtualisierung des Netzes in 5G ermöglicht im Katastrophenfall – unter anderem durch Multi-access Edge Computing (MEC) – das schnelle Errichten eines lokalen Kommunikationsnetzes, auch wenn die Verbindung zum Core-Netz gestört ist. Dies ist insbesondere für ein koordiniertes Vorgehen anrückender Einsatzkräfte hilfreich. Des Weiteren können hier auch Drohnen – sogenannte Unmanned Arial Vehicles (UAVs) – zum Einsatz kommen, die je nach Bedarf einen lokalen Hotspot zur Verfügung stellen können und zusätzliche Informationen über die Lage vor Ort zur Verfügung stellen. Durch die flexible, dreidimensionale Positionierung kann die Übertragung fast durchgängig über eine aus Signalausbreitungssicht vorteilhafte Sichtverbindung für die Kommunikation zwischen Einsatzkräften, UAV und der Basisstation verwendet werden.
Neben den ausgeführten Beispielen werden mit der fortschreitenden Entwicklung von IoT und drahtlosen Netzen weitere Anwendungen möglich. So kann die die Effizienz von Personal und Einsatzkräften in Notruf- und Katastrophenfällen weiter gesteigert werden.  

Als team verbinden wir technische Expertise und planerische Erfahrung, um unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu bieten. Prioritär sind die Planung und der Betrieb eines verlässlichen, drahtlosen Funknetzes, das auch im Umfeld des Behördenfunks optimal eingesetzt werden kann.

* Der „Europäische Tag des Notrufs 112“ wurde in der EU flächendeckend eingeführt, um auf die internationale Notrufnummer 112 hinzuweisen. Diese einheitliche Nummer ist in allen EU Mitgliedsstaaten gültig und ermöglicht eine rasche Alarmierung von Einsatzkräften bei Notfällen und Katastrophen.