RBC-RBC-Uebergang 2024 Zug in Bewegung auf Gleisen mit Masten neben den Schienen

Ein reibungsloser Übergang, der Geschichte schreibt

Erstmalige Befahrung eines RBC-RBC-Übergangs durch die ÖBB und die team

Wir haben österreichische Eisenbahngeschichte geschrieben! Erstmals ist in Österreich am 08.10.2024 um 10:16:52 erfolgreich ein RBC-RBC-Übergang1 befahren worden – durch ein Triebfahrzeug der ÖBB begleitet durch die team!

Die Testlok 1016-031, die erstmals in Österreich den RBC-RBC-Übergang befahren hat, hier am Gleis 180 des Wiener Hauptbahnhofs. Im Vordergrund zu sehen – die ETCS Balisen im Gleisbett.

Die ÖBB-Infrastruktur AG rüsten im Rahmen ihres Programms ETCS-Migration 2038+ alle stark befahrenen Strecken in ihrem Netz mit dem einheitlichen europäischen Zugsicherungssystem ETCS-Level 2 aus. Das Ziel ist, den interoperablen, grenzübergreifenden Verkehr zu vereinfachen und zusätzlich die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Strecken zu erhöhen. Dabei kommen zahlreiche RBC zum Einsatz, die jeweils in einem bestimmten Streckenabschnitt die Züge überwachen und ihnen die Fahrerlaubnisse erteilen und mittels GSM-R übermitteln.

Bis jetzt wurden an den Grenzen eines, von einem RBC überwachten, Streckenabschnitts die Züge stets aus der ETCS-Vollüberwachung in das herkömmliche Zugsicherungssystem PZB entlassen, in dem die Züge unter Personalverantwortung des Triebfahrzeugführers geführt und nur an gewissen Punkten überwacht werden. Der Grund dafür lag an der geografischen Verteilung der RBC-Bereiche, wodurch diese in der Vergangenheit keine Berührungspunkte hatten.

Nun wurde erstmals in Österreich ein in ETCS-Level 2 vollüberwachter Zug von der Verantwortung eines RBC in die eines anderen RBC übergeben!

Konkret fand dies zwischen dem RBC Wien Hbf und dem RBC Pottendorf, an deren Grenze auf der Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wien Inzersdorf, statt. Die Tests dieses RBC-RBC-Übergangs liefen zufriedenstellen ab. Für den Triebfahrzeugführer ist der RBC-RBC-Übergang recht unscheinbar, der Großteil läuft im Hintergrund ab – die beiden RBC kommunizieren untereinander und tauschen alle notwendigen Informationen aus. Dies geschieht so, dass die für das Fahrzeug relevanten Informationen zeitgerecht an dieses übermittelt werden und im Regelfall keinerlei Auswirkungen für die Zugfahrt haben.

Grenzsignal zwischen dem RBC Wien Hbf und dem RBC Pottendorf auf der Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wien Inzersdorf.

Aber nicht nur der Regelfall sollte getestet werden, die teamExperten haben sich auch für alle möglichen Abweichungen und Sonderfälle ein Testszenario überlegt. So wurden beispielsweise diverse Signalhaltfälle während des Übergangs, Verbindungsausfälle zwischen einzelnen Teilsystemen oder der Ausfall eines der beiden GSM-R-Modems am Triebfahrzeug getestet. Das System hat bei allen Abweichungen und Sonderfällen richtig reagiert und es wurden nach Wiederherstellen des Normalzustandes innerhalb weniger Sekunden alle notwendigen Informationen an das Fahrzeug übermittelt, um die Fahrt ungehindert fortsetzen zu können.

Die team wird auch in den nächsten Jahren den ETCS-Rollout weiter begleiten und freut sich schon, mit ihrer fundierten Expertise auch in Zukunft komplexe Funktionen umfangreich und detailliert zu testen!

Glossar
DMI – Driver-Machine-Interface
ETCS – European Train Control System
GSM-R – Global System for Mobile Communications – Rail(way), Mobilfunksystem, das auf dem Mobilfunkstandard GSM aufbaut
RBC – Radio Block Center
PZB – Punktförmige Zugbeeinflussung

  1. RBC steht für Radio Block Center und ist die wesentliche Komponente des einheitlichen europäischen Zugsicherungssystems ETCS-Level 2.  ↩︎
Firmenmesse der Bahnbranche - Zukunft Bahn

Zukunft Bahn – Karriere auf Schiene

Die team @ Firmenmesse der Bahnbranche an der FH St. Pölten

Am 28. März 2025 nahm unser teamTeam, bestehend aus Natalie Bertl (HR), Dr. Martin Müller und Michael Scharinger (Senior Consultants im Bereich Bahntechnik), mit unserem Motto „teamUp & get on track„, an der Firmenmesse der Bahnbranche an der FH St. Pölten teil.

Die Messe bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, die team und unsere Projekte vorzustellen und in interessante Gespräche mit Studierenden, Fachkräften und Branchenexpert:innen zu führen, sowie sich über aktuelle Entwicklungen in der Bahntechnik auszutauschen.

Besonders im Fokus standen moderne Lösungen zur Digitalisierung und Automatisierung des Bahnsektors. Als innovatives Unternehmen mit einem klaren Fokus auf zukunftsweisende Technologien, insbesondere im Schienenverkehr, konnten wir daher unser breites Leistungsspektrum vorstellen.

Wir präsentierten einen Abriss aus unserer aktuellen Projektarbeit, darunter Tätigkeiten in innovativen Themenbereichen wie ERJU, die Ausgestaltung der innovativen „Daten Diagnose Service Plattform“ (kurz: DDSP) für digitale Stellwerke sowie die langjährige Unterstützung im Programm ETCS. Dabei wurde verdeutlicht, wie moderne Technologien dazu beitragen können, den Bahnverkehr umweltfreundlicher, sicherer und wirtschaftlicher zu gestalten. Viele Studierende zeigten großes Interesse an den vorgestellten Themenbereichen und nutzten die Gelegenheit für ausführliche Fachgespräche mit unseren Expert:innen.

Neben den technologischen Innovationen lag ein besonderer Schwerpunkt auf den Karrieremöglichkeiten innerhalb unseres Unternehmens. Die Firmenmesse war eine wertvolle Gelegenheit, mit talentierten Studierenden ins Gespräch zu kommen, die sich für eine Karriere in der Bahntechnik interessieren. Viele junge Technikerinnen und Techniker informierten sich über mögliche Einstiegsmöglichkeiten bei uns. Der Austausch war für beide Seiten bereichernd – wir freuen uns, wenn wir einige Gesprächspartner:innen vielleicht schon bald wiedersehen, sei es bei einem Praktikum, Berufseinstieg oder im Rahmen spannender Projekte.

Unsere Teilnahme an der Firmenmesse der Bahnbranche unterstreicht einmal mehr unser Engagement, die Zukunft der Bahntechnik aktiv mitzugestalten und innovative Lösungen für die Mobilität von morgen zu entwickeln

Wir bedanken uns bei allen Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse und die inspirierenden Gespräche. Wir freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Fachhochschule St. Pölten sowie auf zukünftige Begegnungen mit Studierenden, Partnern und Branchenexpert:innen.

Zukunft Bahn - Wien Hauptbahnhof

29. Sicherungstechnische Fachtagung – Zwischen Herausforderungen und Erkenntnissen

Unsere Teilnahme an der diesjährigen, mittlerweile bereits schon 29. Sicherungstechnischen Fachtagung, ausgerichtet durch die TU Dresden, begann mit einer unerwarteten Herausforderung: der Anreise trotz Hochwasser. Die unvorhergesehenen Wetterbedingungen führten zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr – die Fahrt über Prag nach Dresden war davon aber wider Erwarten nicht betroffen. Diese Erfahrung zeigte uns direkt zu Beginn, wie bedeutend die Themen der Veranstaltung für die Praxis sind – nämlich die Notwendigkeit einer widerstandsfähigen Bahninfrastruktur und eines effizienten Betriebs, auch bei extremen Bedingungen.

Carolabrücke in Dresden © Martin K. Müller

Trotzdem der Fokus der meisten der Vorträge auf den Eigenheiten der Projektabwicklung und den betrieblichen Aspekten und weiteren Herausforderungen im Kontext der Deutschen Bahn lag, überschneiden sich die Kernthemen durchaus mit denen, die aus teamProjekten im Bahnsektor bekannt sind. Diese lassen sich in drei Themenkomplexe zusammenfassen:

Probleme mit der Genauigkeit und Verlässlichkeit von Bestandsdaten

Eines der zentralen Themen der Fachtagung war die Problematik der mangelhaften Bestandsdaten. Viele Sicherungssysteme sind auf exakte und aktuelle Daten angewiesen, um präzise arbeiten zu können. Doch die Realität zeigt oft, dass Bestandsdaten nicht immer verlässlich oder vollständig sind. Insbesondere Verbesserungen im Vermessungsprozess und die digitale Aufbereitung und Weiterverarbeitung der erhobenen Daten kann zur Verbesserung der Datengenauigkeit führen und andererseits gleichzeitig den Arbeitsablauf vereinfach bzw. effizienter gestalten können.

Komplexität des Regelwerks – Ein Hemmnis für Fortschritt

Ein weiterer wiederkehrender Aspekt waren die Herausforderungen durch die immer komplexer werdenden Regelwerke. Es wurde kritisch angemerkt, dass viele der aktuellen Regeln nicht algorithmisch abbildbar sind, was den Einsatz moderner, automatisierter Lösungen erschwert. Diese fehlende Standardisierung macht es schwierig, effiziente Abläufe zu gestalten und sorgt für zusätzliche bürokratische Hürden. Dies deckt sich mit unseren Erfahrungen in Projekten, da auch hier Einschränkungen und Komplexitäten des bestehenden Regelwerks ein häufig diskutierter Punkt sind. Der Appell der Vortragenden, das Regelwerk zu vereinfachen und moderne Technologien zu nutzen, um die Praxis effizienter zu gestalten, hat daher auch für unsere zukünftige Arbeit hohe Relevanz.

Aufwendige Gutachten und Freigabeprozesse als Stolpersteine

Ein weiteres Thema waren die aufwändigen Gutachten und Freigabeprozesse, die den Weg von der Planung zur Umsetzung von Sicherungstechnik erheblich verlängern. Obwohl diese Prozesse unabdingbar für die Sicherheit sind, führen sie zu Verzögerungen, die sowohl einen erhöhten Aufwand für die Betreiber, Gutachter und Behörden darstellt und andererseits die Inbetriebnahme neuer Strecken mit einem höherwertigen Zugsicherungssystem unnötig verzögert. Die Veranstaltung bot einige interessante Ansätze zur Optimierung dieser Prozesse, etwa durch den Einsatz digitaler Tools, die Prüfungen und Gutachten beschleunigen können. Durch die Vermeidung redundanter Prüfungen und einer durchgängigen Kette digital verarbeiteter Daten als Prüfungsgrundlage kann in diesem Bereich eine drastische Effizienzsteigerung erreicht werden.

Hauptbahhnhof Wien

Fazit

Die diesjährige Sicherungstechnische Fachtagung hat uns wichtige Einblicke in die aktuellen Herausforderungen und möglichen Lösungen im Bereich der Sicherungstechnik gegeben. Für uns als die team, waren insbesondere die spezifischen Herausforderungen bei der DB ein wertvoller Input.

Trotz der widrigen Umstände bei der Anreise war es eine lohnenswerte Veranstaltung voller wertvoller Erkenntnisse und interessanter Gespräche. Der fachliche Austausch mit Experten, Bahnbetreiber, Forschungseinrichtungen und Dienstleister im Bahnsektor und die gewonnenen Impulse werden sicher Einfluss auf unsere zukünftige Arbeit nehmen. Wir freuen uns darauf, diese Ideen in die Praxis umzusetzen und unsere Kunden in der Rail-Branche bestmöglich bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen zu unterstützen.