team@European Utility Week 2017

Die heimische Energiewirtschaft befindet sich mit der Smart Meter Einführung in einem Umbruch, der große Veränderungen mit sich bringt – ein Thema, dass auf der European Utility Week 2017 (EUW 2017) natürlich auch im Fokus stand.

Die diesjährige EUW ist Anfang Oktober in Amsterdam mit über 600 internationalen Ausstellern erfolgreich über die Bühne gegangen. Für team ist die EUW eine gute Gelegenheit nicht nur aktuelle Trends und bevorstehende Entwicklungen im Smart Metering einzufangen, sondern auch den direkten Erfahrungsaustausch mit der Industrie zu forcieren, nicht zuletzt um unsere profunde Expertise weiter auszubauen und in laufende sowie zukünftige Smart Meter Projekte einzubringen.

Die bevorstehende EUW 2018 wird in Wien (!) vom 6 bis 8 November stattfinden. Die team freut sich natürlich nächstes Jahr dieses Event direkt „vor der Haustüre zu haben“ – in dieser Ausgabe plant die team in einer aktiven Rolle mitzuwirken.

team@Utility Week 2015 in Wien

Seit Anfang 2014 betreut team Netzbetreiber in Österreich zur Umsetzung der IMA-VO bei der Festlegung der Beschaffungsstrategie, Technologien, Ausschreibungsdokumente, Verfahrensbegleitung, Systeme und Systemanpassungen, Gestaltung der Prozesse sowie der Vorbereitung auf den Roll-Out. Die größte Herausforderung für viele unserer Kunden ist die Navigation durch die Vielfalt an gebotenen Lösungen und Technologien, das Priorisieren und Einschätzen der einzelnen Themen und Aufgaben sowie die Formulierung „machbare“ und zugleich „zukunftweisende“ Anforderungen. In einem wichtigen aber arbeitsintensiven Prozess muss die richtige Mischung für die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden. Aufbauend auf den Erfahrungen unseres Partners Tieto im Bereich der Umsetzung von Smart Metering in den Nordics sowie der umfangreichen Erfahrung von team im Bereich der Gestaltung von Ausschreibungen und Vergabeverfahren, der Gestaltung von Geschäftsprozessen, Requirementsengineering und Telekommunikation (Mobilfunk, Festnetz sowie PLC) dürfen wir auf die ersten, erfolgreich durchgeführten Beschaffungsvorgänge zurückblicken und begleiten die Implementierung.

Beschaffung Zählerinfrastruktur

Das funktionale Anforderungsprofil an das intelligente Messgerät und die Backend-Systeme in Österreich wird durch die ElWOG-Verordnungen (IMA-VO, DAVID-VO) bestimmt. Auf Grund des Interpretationsspielraums wurden seitens des Verbands der österreichischen Energiewirtschaft (Österreichs Energie) Musteranforderungen, Bestimmungen zur Ende-zu-Ende Sicherheit und Anwendungsfälle definiert. Mit diesen Bausteinen und Rahmenbedingungen erarbeiten wir ein Konzept mit wesentlichen Entscheidungspunkten sortiert nach Themengebieten und leiten unsere Kunden durch diesen schwierigen Auswahlprozess. Gleichzeitig wird mit „state-of-the-art“ RE-Techniken und Werkzeugen die Aufnahme und Formulierung der Lastenhefte vorangetrieben und über einen Reviewprozess einer umfassenden Qualitätssicherung unterworfen. In der Regel erfordern zwischen 600 und 800 Anforderungen auf in Summe mehr als 300 Seiten einen sehr gut geplanten und strukturierten Prozess. Unsere Erfahrung aus vielen großen Beschaffungsprojekten im Bereich österreichischer Infrastrukturbetreiber (ASFINAG, ÖBB, BBG, usw.) wird hier gewinnbringend für unsere Kunden genutzt. 

Anwendungsfälle und Prozesse – „das Salz in der Suppe“

Die Automatisierung des Messwesens in der Energiewirtschaft wird die Prozesslandschaft durchgreifend verändern. Bestehende Prozesse – zB der Ablesung, Ein- und Umzug, usw. werden sich ändern – neue Prozesse für den Betrieb der Infrastruktur sind zu definieren. Die Veränderung bleibt aber nicht nur beim Netzbetreiber – auch der Energielieferant muss sich mit den neuen Möglichkeiten detailliert erfasster Lastprofile und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten der Marktsegmentierung und Preisgestaltung auseinandersetzen. Auf Basis unserer „best practice“ Methoden entwickeln wir die Prozesslandkarte zur Klassifizierung und Strukturierung der Prozesse. Der Fokus in Detaillierung der Prozesse liegt auf der Interaktion zwischen und mit den Systemen. Damit ergibt sich ein direkter und unmittelbarer Zusammenhang zu den systemischen Anwendungsfällen (Use-Cases) und den einzelnen Anforderungen an die Systeme. 

Die sich verändernde IT-Systemlandschaft

Die Einführung der Smart Meter bringt neue Systeme und führt zu Erweiterungen/Anpassungen bestehender Systeme. Insbesondere werden neue Schnittstellen und ggf. neue Technologien/Architekturen eingesetzt. Sicherheit und Geheimhaltung werden im Zusammenhang mit Smart Metering neu bewertet und veränderte Prozesse und Technologien stellen neue Anforderungen an die Skills der Unternehmen. Eine Zertifizierung nach ISO 27001 wird von vielen EVU angestrebt und gleichermaßen von der Lieferindustrie gefordert. Ohne mobile Endgeräte ist die Installation eines Smart Meters defacto nicht möglich, ein durchgehender IT-gestützter und sicherer Prozess muss von den Backend-Systemen bis zu den Endgeräten für Aussendienstmitarbeiter realisiert werden. Die Nutzung der vorhandenen GIS-Informationen für die Betriebsführung ist im Zusammenhang mit Smart Meter obligatorisch – genauso wie die Einbindung der Geräte, Netzwerkinfrastruktur und Backend-Systeme in eine adäquate Infrastruktur zum Monitoring, Konfigurations- und Alarm- und Fehlermanagement. 

Der Roll-out – am Fließband in die Fläche

Der Massentausch von Messgeräten ist Fließbandarbeit unter besonderen Rahmenbedingungen – nicht jede Kundenanlage ist gleich – die Kommunikationsanbindung via (Mobil) Funk oder PLC nicht immer „plug & play“. Hier erweist sich die Erfahrung unseres Partners Tieto aus den nordischen Roll-out und dem mehrjährigen Betrieb der Zählerinfrastruktur im Auftrag von Energieversorgern besonders wertvoll. Wie jede Serienfertigung muss der Roll-out minuziös geplant, geprüft und schrittweise implementiert und trainiert werden. Aber auch die unterstützenden Werkzeuge für die Planung, Kommunikation, Disposition und Überwachung müssen sitzen wie ein Maßanzug – für Ineffizienz und Fehler ist kein Platz wenn der Austausch rasch und zu vertretbaren Kosten durchgeführt werden soll. Wir unterstützen mit Experten Workshops zur Identifikation und Strukturierung der beim Roll-Out wichtigen Fähigkeiten und Herausforderungen. Mit dieser Startbasis ist es für unsere Kunden leichter, die eigenen Voraussetzungen richtig einzuschätzen und für die jeweiligen Rahmenbedingungen eine optimale Umsetzungsstrategie zu wählen. Wir bieten unsere Erfahrung und Kompetenz bei der Definition und Beschaffung allfällig erforderlicher Dienstleistungen, Spezifikation von System- und Prozessanpassungen und der Steuerung und Überwachung des eigentlichen Roll-Outs – vom Pre Roll-Out bis zum Clean-up Service.

Unser Beitrag im Bereich IT Security Smart Metering

Die österreichischen Stromnetzbetreiber arbeiten aktuell sehr intensiv an der Einführung von intelligenten Messgeräten, den so genannten Smart Metern. Bevor diese Smart Meter vor Ort verbaut und in Betrieb genommen werden können, müssen notwendige interne IT-Systeme erweitert, oder neu implementiert und in die bestehende Systemlandschaft integriert werden. Die Umsetzung fordert Flexibilität und Offenheit der handelnden Personen für – in der Branche – neuen Technologien und Systemen einhergehend mit umfassenden Änderungen bestehender Abläufe, sowie der Einführung neuer spezifischer Prozesse.

Dies zeigt sich vor allem in den hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards, den sich die Branche verschrieben hat. Im Anforderungskatalog Ende-zu-Ende Sicherheit Smart Metering, der von Oesterreichs Energie ausgearbeitet und zu Verfügung gestellt wird, werden die Mindest-Anforderungen zur Sicherheit an die Hersteller bereits im Zuge der Ausschreibung von Stromzählern, Gateways und dem Zentralen System, sowie deren Kommunikationsverbindungen, im Smart Metering Bereich festgelegt. Eine darüberhinausgehende tiefreichende Prozessanalyse, entsprechende Implementierung der Systeme und Planung des Rollouts und Betriebs ist hierbei wesentlich um auch nötige Sicherheitsanforderungen und insbesondere den notwendigen Datenschutz (Stichwort DSGVO), zu gewährleisten.

Die team unterstützt unter anderem die TINETZ-Tiroler Netze GmbH dabei sich den ergebenden technisch/technologische Herausforderungen zu stellen, denen sich die Netzbetreiber allgemein gegenübergestellt sehen. Eine wesentliche Unterstützung und Vereinheitlichung zur grundlegenden Sicherheitsarchitektur ist auf Basis der Regularien der Interessenvertretung der Österreichischen E-Wirtschaft Akademie GmbH, Oesterreichs Energie, zwar gegeben, diese muss jedoch entsprechend der spezifischen Gegebenheiten adaptiert und an die dedizierte Systemintegration angeglichen werden. Damit liefert die team nicht nur einen wesentlichen Beitrag im Zuge der Umsetzung des Smart Metering in Tirol, sondern unterstützt auftragsgemäß die Interessen der betroffenen Kunden auf Wahrung von Datensicherheit und Datenschutz zu sichern.

team@European Utility Week 2018

Die diesjährige European Utility Week (EUW) ist in Wien ausgetragen worden. Für die team sozusagen ein Heimspiel. In dieser Ausgabe der EUW haben wir zusätzlich zum Erfahrungsaustausch mit Netzbetreibern, Versorgern, Industrie und Dienstleistern aktiv zum Thema «automatisiertes Testen» im Zuge der Hub Sessions beigetragen (Vortragstitel: «Striving for a trouble free smart meter operation – the importance of automated testing»)

Automatisierung ist im Testen unerlässlich. Im Zuge des Testmanagements sind zum Beispiel (teil-)automatisierte Coverage-Analysen auf Basis expliziter Beziehungen zwischen den verschiedenen Artefakten – Anforderungen, Spezifikationen, Testfälle, Testausführungen – unverzichtbar. Zur effizienten Testausführung sind automatisierte Ansätze ein wesentlicher Bestandteil – z.B. mittels selbst implementierter Skripte oder dedizierter Werkzeuge. Festlegungen zur Testautomatisierung sind daher im Zuge der Ausarbeitung der Teststrategie zu berücksichtigen.

Wir bringen unsere Erfahrungen im Testen aktuell in mehreren Smart Meter Roll-out Projekten ein. Die team unterstützt dabei auf verschiedenen Ebenen – z.B. als Tester, in der Testkoordination, oder im Testmanagement – sowie in unterschiedlichen Phasen – z.B. in der Testfallspezifikation, Testplanung, oder Testausführung ohne dabei den Blick für «das Ganze» zu verlieren. Wir betrachten Testen nicht isoliert, sondern vielmehr integriert mit Aktivitäten im Anforderungsmanagement oder unterschiedlichen Spezifikationsphasen. Ein zweckmäßiges Mittel zur Nachverfolgung, dass eine Anforderung umgesetzt und getestet wurde, sind «Traceability Links» zwischen den einzelnen Artefakten. Die team setzt dafür moderne Werkzeuge mit spezifischen Konfigurationen ein, um derartige integrierte Sichten zu ermöglichen.