Autobahn in Deutschland mit PKW und LKW - Verkehr und Überkopfbeschilderung

EVA – Modernisierung des Ereignismanagements in den Verkehrszentralen Deutschlands

Die team unterstützte im Programm Verkehrszentralenverbund der deutschen Autobahn GmbH die erfolgreiche Weiterentwicklung und bundesweite Einführung der neuen Ereignismanagement-Applikation.

Der digitale Schritt ins moderne Ereignismanagement

Auf Autobahnen können besondere Vorkommnisse innerhalb weniger Minuten entscheidende Auswirkungen auf Sicherheit, Verkehrsfluss und die Information wichtiger Entscheidungsträger haben. Umso wichtiger ist es, diese Ereignisse schnell, strukturiert und zentral zu erfassen. Bislang erfolgte dieser Prozess bei der Autobahn GmbH über eine E-Mail-Vorlage, die zwar zuverlässig genutzt wurde, jedoch mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden war und nicht die Möglichkeiten einer modernen, digitalen Lösung bot. Mit der neuen Applikation „Ereignisse im Verkehr auf Autobahnen“ (EVA) sollte dieser zentrale Prozess erstmals vollständig digitalisiert, vereinheitlicht und teil-automatisiert werden.

EVA vor dem Rollout: wenig Zeit, viel zu tun

EVA sollte innerhalb knapp eines Jahres bundesweit in allen Verkehrszentralen starten – ein ambitioniertes Ziel. Die team stieg in der Entwicklungsphase im vierten Quartal 2024 in das Projekt ein. Parallel zur Begleitung der Umsetzung mussten wichtige ITSM-Vorgaben aus dem AutobahnOS-Rahmenwerk umgesetzt und sauber in den Projektablauf integriert werden. Diese enge Zeitplanung, unser später Einstieg und die offenen ITSM-Anforderungen machten eine klare Struktur, schnelle Entscheidungen und eine lösungsorientierte Arbeitsweise unbedingbar.

Autobahn in Deutschland mit PKW und LKW - Verkehr und Überkopfbeschilderung

Wie die team den Projekterfolg unterstützte

Um den Erfolg von EVA sicherzustellen, übernahmen wir zentrale Rollen in der neuen Organisationsstruktur der Verkehrszentrale Deutschland ein, welche die team maßgeblich mitgeformt hat. Aus der Position des technischen Produktmanagers EVA begleitete ich die Weiterentwicklung gemeinsam mit dem fachlichen Produktmanagement. Dabei stellten wir insbesondere sicher, dass sämtliche ITSM-Anforderungen erfüllt wurden: Anforderungs- und Testmanagement wurden nachgezogen, fehlende Dokumentationen ergänzt und alle relevanten Betriebsprozesse eingebunden – von der Incidentbearbeitung bis hin zu geregelten Softwareupdates über das Changemanagement.

Was hinter ITSM steckt und welchen Mehrwert es im täglichen Betrieb schafft, erklären wir in einem seperaten Blogbeitrag „ITSM – das echte Rückgrat ihres Unternehmens“.

Ein digitaler Meilenstein für alle Verkehrszentralen

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Autobahn GmbH und der team wurde EVA fachlich und technisch stabilisiert, nach den Rahmenbedingungen vollständig ITSM-konform weiterentwickelt und fristgerecht bundesweit ausgerollt.

Mit unserer Kompetenz im Bereich der Straßenverkehrstechnik, die wir unter anderem in Projekten wie „Mautstelle der Zukunft – Personal unverzichtbar“  sowie dem Verkehrsmanagement- und –informationssystem 2.0 der ASFINAG unter Beweis gestellt haben, verfügen wir über umfangreiche Praxiserfahrung. In Kombination mit unserem starken ITSM-Know-how, leisteten wir einen entscheidenden Beitrag zur Einführung eines modernen, effizienten und verlässlichen Ereignismanagements – ein klarer Mehrwert für die schnelle Information aller relevanten Entscheidungsträger wurde geschaffen.

evon up2date 2026

evon up2date – Austausch, Innovation und neue Impulse

Vor kurzem hatten wir die Gelegenheit, an der Veranstaltung „evon up2date“ teilzunehmen – einem Event für Kunden und Partner, das spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen sowie Raum für persönlichen Austausch geboten hat.

Die Teilnehmer erhielten kompakte und praxisnahe Updates zu neuesten Trends und Technologien rund um die Software und Produkte der Fa. Evon und darüber hinaus. Themen wie OPC UA FX als offene Feldkommunikation, die bevorstehenden Anforderungen aus Maschinenverordnung und Cyber Resilience Act, der Erfolgsfaktor Predictive Maintenance sowie praxisnahe Anwendungsbeispiele bildeten einen breiten Überblick über aktuelle Entwicklungen.

Am Nachmittag standen Zukunftsthemen im Fokus: evon präsentierte mit „Next-Level Software Security & Product Insights“ neue Ansätze rund um Security und Produktentwicklung. Den spannenden Abschluss bildeten Perspektiven zur automatisierten Mobilität in Österreich sowie ein Beitrag Innovation Mindset – Veränderung beginnt im Kopf. Insgesamt bot das Programm eine gelungene Mischung aus technologischen Trends, regulatorischen Aspekten und strategischen Perspektiven sowie News und Neuerungen der Fa. Evon.

Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung viel Raum für Austausch und Networking – sei es in den Pausen, bei Produktpräsentationen oder beim abschließenden Ausklang. Der direkte Dialog mit anderen Teilnehmern, unseren Kunden und Partnern ermöglichte neue Perspektiven und wertvolle Impulse für die tägliche Projektarbeit.

Unser Fazit

„evon up2date“ war eine rundum gelungene Veranstaltung, die sowohl fachlich als auch menschlich überzeugt hat. Wir nehmen zahlreiche Impulse, konkrete Ideen und spannende Kontakte mit und freuen uns darauf, diese in unseren Projekten weiterzuverfolgen.

Ein großes Dankeschön an das evon-Team für die Organisation – wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

IEEE ITSC 2025

Forschungstrends auf der ITSC 2025

Einblicke in die Zukunft intelligenter Transport- und Verkehrssysteme

Vom 18. bis 21. November fand die IEEE International Conference on Intelligent Transportation Systems (ITSC) in Gold Coast, Australien, statt – eine der weltweit führenden wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich intelligente Transport- und Verkehrssysteme. Die Gelegenheiten für Forscher:innen und Ingenieur:innen aus Industrie, Universitäten und staatlichen Einrichtungen ihre neuesten Innovationen und Anwendungen vorzustellen und zu diskutieren. Mit rund 1.000 internationalen Expert:innen, über 700 wissenschaftlichen Beiträgen und mehr als 100 Sessions sowie 50 Workshops bot die Konferenz einen detailreichen Einblick in aktuelle Forschungsschwerpunkte.

© ieee.org

Intelligente Fahrzeuge, vernetzte Infrastruktur sowie IoT- und cyber-physische Systeme standen ebenso im Fokus wie der Einsatz von KI und Maschine Learning zur Verkehrssteuerung und Optimierung. Insgesamt kristallisierten sich zwei zentrale Forschungstrends heraus:

  • Autonomes Fahren in unterschiedlichsten Ausprägungen und
  • Vehicle-to-Everything (V2X) Communication, die Fähigkeit, Informationen zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Menschen auszutauschen und koordiniert zu handeln.

Die Keynotes knüpften daran an und gaben inspirierende Einblicke, wie KI, Sicherheit und Vernetzung die Transport- und Verkehrssysteme von morgen prägen werden.

teamKompetenz zum Thema Erkennung von Alarmmustern in komplexen Infrastrukturen

Auch wir konnten einen spannenden Beitrag leisten: In der Session Data-Driven Optimization in Intelligent Transportation Systems präsentierten wir im Rahmen des Forschungsprojekts iReduce unsere Arbeit Alert-Driven Pattern Mining in Large-Scale Road Traffic Management – einen Ansatz zur Erkennung von Alarmmustern in komplexen Infrastrukturen, mit dem Ziel das Alarmmanagement effizienter zu gestalten und das betriebsführende Personal systemisch zu unterstützen.

Unser Fazit

ITSC 2025 zeigt eindrucksvoll, wie KI, Vernetzung und Automatisierung die Zukunft intelligenter Verkehrssysteme prägen. Für uns bedeutet dies wertvolle Impulse und Inputs, um das Zusammenwirken von Forschung und Praxis in unseren Projekten, für unsere Kunden, weiter zu forcieren.

Dr. David Graf, Senior Consultant

Weitere Informationen und Details:

Mautstellen auf der Autobahn

Mautstelle der Zukunft – Personal unverzichtbar

Die Digitalisierung schreitet rasant voran – auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Automatisierte Schranken, digitale Bezahlvorgänge und intelligente Leittechnik verändern unser Bild von Mautstellen grundlegend. Manche stellen sich daher die Frage: Wird das Personal an Mautstellen in Zukunft überhaupt noch benötigt?

Die Antwort ist eindeutig: Ja – mehr denn je.

Technik als Enabler, nicht als Ersatz

Moderne Systeme ermöglichen eine effiziente Erfassung und Abrechnung von Mautgebühren. Künstliche Intelligenz, Sensorik und automatisierte Kontrollmechanismen tragen zur Beschleunigung von Abläufen bei. Doch jede technische Lösung ist nur so stark wie die Menschen, die sie betreuen, weiterentwickeln und im Ernstfall korrigierend eingreifen.

Unvorhergesehene Störungen, komplexe Sonderfälle oder sicherheitsrelevante Situationen lassen sich nicht vollständig automatisieren. Hier zeigt sich: Technik ersetzt keine menschliche Urteilskraft, sondern ergänzt sie.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt „Mautkasse 2.0 / Mautautomat 2.5“, bei dem teamBerater:innen die Digitalisierung der Mauterhebung mit einem klaren Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Systemintegration vorangetrieben haben – immer mit dem Menschen im Mittelpunkt.

Der Faktor Mensch: Service und Sicherheit

Mautstellen sind nicht nur Zahlungspunkte, sondern auch hochsensible Knoten im Verkehrsnetz. Täglich passieren tausende Fahrzeuge, darunter auch Schwertransporte, Gefahrguttransporte und Lkw-Flotten. Das erfordert mehr als reine Abwicklung – es braucht Fachkräfte, die im Bedarfsfall beraten, regulieren und eingreifen können.

Ob bei Sprachbarrieren, technischen Problemen oder im Krisenfall: Personal gewährleistet Sicherheit, Service und Menschlichkeit.

Das zeigt sich auch im Projekt „Digitalisierung Mautstellen 2.0“, bei dem die team nicht nur die technische Infrastruktur modernisiert hat, sondern auch die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine optimiert wurden – etwa durch intuitive Bedienkonzepte und Schulungskonzepte für das Personal vor Ort.

Vertrauen durch persönliche Präsenz

Der direkte Kontakt zu geschultem Personal schafft Vertrauen bei den Kunden. Fahrer erleben die Mautstelle nicht als „Black Box“, sondern als Teil einer funktionierenden, transparenten Infrastruktur. Gerade in kritischen Infrastrukturen gilt: Persönliche Ansprechpartner steigern Akzeptanz und reduzieren Konfliktpotenzial.

Zudem fungieren Mitarbeitende als Bindeglied zwischen Verkehrsteilnehmer:innen, Betreibern und Aufsichtsbehörden – eine Rolle, die durch die systemische Beratung und Prozessbegleitung von der team gezielt gestärkt werden kann. Mehr dazu unter team Leistungen.

Zukunftsprofil der Mitarbeitenden

Die Mautstelle der Zukunft wird ein hybrides System sein: hochautomatisiert, digital vernetzt und gleichzeitig menschlich geprägt. Die Aufgaben des Personals werden sich verschieben – weg von manuellen Routinetätigkeiten hin zu anspruchsvolleren Rollen.

Gefragt sind Kompetenzen in Techniküberwachung, Krisenmanagement, Kundenkommunikation und interkulturellem Austausch. Mitarbeitende werden zu Systemlotsen, Sicherheitsgaranten und Servicebotschaftern.

Mit einem externen Partner wie der team lassen sich diese Rollen gezielt entwickeln – durch Schulung, Prozessberatung und die Integration smarter Technologien, die den Menschen nicht ersetzen, sondern befähigen.

HEUREKA‘24 für Optimierung in Verkehr und Transport

Nach einer Covid-bedingten virtuellen HEUREKA im Jahr 2021 fand die diesjährige Tagung HEUREKA‘24 für Optimierung in Verkehr und Transport, organisiert von der Forschungsgesellschaft für Straßen- u. Verkehrswesen (FGSV) sowie dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), am 13. & 14.03.2024 wieder in bewährter Weise in Stuttgart im Haus der Wirtschaft statt und feiert damit ihr 40-jähriges Jubiläum. Die team war mit geballter Kompetenz vertreten.

Trotz der kurzfristig angesetzten Streiks der Deutschen Bahn sowie des Sicherheitspersonals am Flughafen Stuttgart, welche die An- und Abreise sehr herausfordernd machte, konnten sich die über 300 Teilnehmer:innen über die neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnisse zum Thema Verkehr und Transport austauschen.

teamKompetenz zeigt etwas andere Sicht auf die Autobahn

Die HEUREKA gilt als DER Treffpunkt der verkehrstechnischen Branche, vor allem in Deutschland, aber auch darüber hinaus. Neben sehr interessanten fachlichen und durchaus kontroversen Übersichtsvorträgen, beispielsweise zum Thema Entscheidungs-, Optimierungs-, und Kommunikationsprozesse im kommunalen Handeln zur Unterstützung der Mobilitätswende, oder den neuesten Entwicklungen der Elektromobilität im ÖPNV, wurden in drei parallellaufenden Vortragsreihen, forschungs- und anwendungsorientierte Projekte, Erkenntnisse und Ergebnisse zu Entscheidungs- und Optimierungsverfahren aus allen Bereichen des Verkehrs (Intermodaler Verkehr, Individualverkehr, öffentlicher Verkehr, Güterverkehr) präsentiert und diskutiert.

Auch die team war mit einem Fachvortag in der Vortragsreihe Autobahn vertreten. David Graf präsentierte in diesem Vortrag eine etwas andere Sicht auf die Autobahn. Nicht so sehr die verkehrstechnischen Algorithmen und Modelle waren im Fokus, sondern das Monitoring der eingesetzten Verkehrsinfrastruktur, was auch zu spannender Diskussion und Gesprächen im Nachgang führte.

Dr. David Graf bei der HEUREKA'24
Dr. David Graf, Senior Consultant bei der HEUREKA’24

Inhaltliche Schwerpunktthemen

Die präsentierten Fachvorträge können in vier Themenbereiche zusammengefasst werden, welche die inhaltlichen Schwerpunkte der HEUREKA gut widerspiegeln:

  1. Forschung an Optimierungen, welche einen effizienten Verkehrsfluss unterstützen
  2. Forschung an Optimierungen von Personal, Fahrzeuge und Infrastruktur
  3. Forschung an Optimierungen im Bereich Verkehrsplanung und Verkehrspolitik sowie Verkehrsinnovationen
  4. Forschung an Grundlagen von Mobilität und Daten im Zusammenhang mit Mobilität

Die Abendveranstaltung zum Ausklang und Erfahrungsaustausch bot weitere Möglichkeiten zu spannenden Gesprächen – mit dabei auch gut bekannte Gesichter aus dem täglichen Projektalltag.

Dr. Norbert Baumgartner & Dr. David Graf bei der Abschlussveranstaltung der HEUREKA'24
Dr. Norbert Baumgartner & Dr. David Graf bei der Abschlussveranstaltung der HEUREKA’24

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Verleihung von dotierten Förderpreisen der Stiftung heureka für hervorragende wissenschaftliche Leistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Weitere Informationen und Details:

Projekt-Einblicke: OTMEvolver

Das FFG-geförderte Forschungsprojekt OTMEvolver ist eine Kooperation zwischen der team und der JKU Linz. Ziel ist es, innovative und intelligente Ansätze für das Monitoring großer, komplexer Systemlandschaften zu entwickeln. Durch (Semi)Automatisierung können damit zusammenhängende Fehlerbilder, deren Ursachen sowie Auswirkungen automatisch erkannt werden – ein Mehrwert für die Servicequalität, das Monitoring und die Fehlerprävention großer, komplexer Systeme.

Zusammenhänge und Abhängigkeiten automatisch erkennen. Ein relevantes Teilziel des Projektes ist die Erstellung eines repräsentativen, semantischen Modells der technischen Infrastruktur. Dabei werden Gewerke, deren Geräte und Systeme (Hardware wie auch Software) – die Operational Technology (OT) – sowie deren Abhängigkeiten zueinander (z.B. Energieversorgung, Netzwerkverbindungen) betrachtet. Da die Abhängigkeiten zwischen einzelnen Gewerken, deren Geräten und Systemen oftmals nicht bekannt sind und diese Information nur implizit in operativen Daten enthalten ist, wird das Ziel verfolgt, diese Abhängigkeiten (semi-)automatisch aus den operativen Daten (z.B. Kommunikationsdaten) abzuleiten, beziehungsweise automatisch zu erkennen.

Mehrwert. Ein (semi-)automatisch „gelerntes“ semantisches Modell der technischen Infrastruktur kann für folgende Anwendungsbereiche einen Mehrwert erzielen:

  • Qualitätssicherung
    • Durch das automatisierte Erfassen aller aktiven OT-Geräte sowie deren Abhängigkeiten zueinander können Abweichungen zwischen Soll- (z.B. Planungsstand) und Ist-Stand eines Systems (der technischen Infrastruktur) aufgezeigt werden.
    • Dies trifft ebenso auf Veränderungen eines Systems (der technischen Infrastruktur), um langfristig dessen Entwicklung zu erfassen.
  • Fehleranalyse u. Ursachenermittlung
    • Informationen über Abhängigkeiten bzw. semantische Beziehungen zwischen Geräten unterstützen im Störfall beim Identifizieren der zugrundeliegenden Ursache, um eine gezielte Entstörung zu ermöglichen.
  • Monitoring der Servicequalität
    • Entsprechende Servicequalitäts-Regeln (z.B. abgeleitet von den minimalen Betriebsbedingungen) auf Basis eines semantischen Modells ermöglichen ein Monitoring der Servicequalität sowie die Bestimmung der Auswirkungen von Störfällen auf die Servicequalität.
  • Präventive Maßnahmen
    • Weiters können diese Informationen beim Prognostizieren von möglichen systemkritischen Störfällen und ein präventives Alarmieren unterstützen, um frühzeitig auf potenzielle Störquellen reagieren zu können.

Semantisches Modell als Basis für Anwendungsbereiche eines Monitorings

Synergien zwischen Forschung und Praxis nützen. Die Forschungstätigkeiten im Projekt sind auch die Basis für meine Dissertation in diesem Themenumfeld. Den wissenschaftlichen Input aus dem Forschungsprojekt bzw. meiner Dissertation kann ich optimal in Kundenprojekte der team im Umfeld der Verkehrstelematik einbringen. Das ermöglicht mir, wissenschaftlich fundierte Lösungen für Anforderungen und Problemstellungen in der Praxis zu erarbeiten.

Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg

Die Landesstelle für Straßentechnik, Regierungspräsidium Tübingen (kurz LST) betreibt für das Bundesland Baden- Württemberg die Straßenverkehrszentrale. Die Straßenverkehrszentrale regelt dabei verschiedene Verkehrsanlagen die eine Beeinflussung des Verkehrsflusses bzw. der Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Ein wichtiges System zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und -effizienz stellt dabei die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) dar, die eine weitgehend vollautomatische Beeinflussung des Verkehrs anhand von detektierten Verkehrsparametern (Anzahl der Fahrzeuge auf dem Streckenabschnitt, etc.) ermöglicht. Zur Überwachung, Steuerung und Parametrierung der Verkehrsleitzentrale und deren SBA setzt die LST seit vielen Jahren auf die von der NERZ (nerz-ev.de) entwickelte einheitliche Rechnerzentralsoftware für Verkehrsleitsysteme (ERZ-Software), welche eine offene, über Betreibergrenzen hinweg nutzbare Software für Straßenbetreiber darstellt. Neben dem Steuerungskern bietet die ERZ-Software eine grafische Benutzeroberfläche zur Visualisierung verkehrsrelevanter Daten und Ereignisse. Mit Hilfe der grafischen Benutzeroberfläche wird es den Operatoren ermöglicht, den Betrieb kontinuierlich zu überwachen und bei besonderen Ereignissen (Baustellen, Unfall, …) durch gezieltes Eingreifen in den Verkehrsablauf auf Steuerungsmaßnahmen diesen zu beeinflussen.

Durch die rasante Entwicklung der hardware- und softwaretechnischen Möglichkeiten in den letzten Jahren hat die LST frühzeitig erkannt, dass es gerade im Bereich Visualisierung und Bedienung Potentiale zur Steigerung der Effizienz und Bedienbarkeit gibt. Aus diesem Grund wurde SCHWIETERING Verkehrstechnik und Straßenplanung (IBS) in enger Zusammenarbeit mit der team beauftragt, die im Einsatz befindliche grafische Benutzeroberfläche fachlich und technisch zu analysieren. Als Kernaufgabe übernimmt team die technischen Aspekte des Projekts, IBS ein langjähriger enger Partner der team übernimmt die fachlichen Aspekte sowie die Entwicklung eines funktionalen Demonstrators.

Folgende Tätigkeiten werden durch die team erbracht:

  • Technische Systemanalyse der Bedienoberfläche
  • Technische Systemanalyse der Gesamtarchitektur
  • Experteninterviews mit Herstellern
  • Unterstützung bei der Erhebung der funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen
  • Unterstützung bei der Erstellung eines Lastenhefts auf Basis der erhobenen Anforderungen

Die team konnte bereits in laufenden Projekten als Planer und Bauüberwacher Erfahrungen im Umfeld der Landesstelle für Straßentechnik sammeln und setzt mit diesem Projekt die erfolgreiche Zusammenarbeit fort.

team goes CoOperational

Der kontinuierliche Anstieg an Kraftfahrzeugen und die damit verbundene Verkehrsbelastung auf Autobahnen führte in den letzten Jahrzehnten zu einer stetigen Zunahme von Verkehrsbehinderungen, Staus und Unfällen. Die effizientere Nutzung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur sowie die zeitnahe Verteilung von verkehrsrelevanten Informationen ist ein Schritt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Moderne Technologien aus den Bereichen Kommunikation und Datenverarbeitung unterstützen diese Entwicklungen und werden im Verkehrswesen unter dem Begriff kooperative Dienste (C-ITS) zusammengefasst. Der Schwerpunkt liegt hier im zeitnahen Austausch von verkehrsrelevanten Informationen zwischen Verkehrsteilnehmern, der Infrastruktur und den Straßenbetreibern.

Das im letzten Jahr 2015 abgewickelte und von der österreichischen Forschungsfördergesellschaft wie auch der ASFINAG beauftragte Forschungsprojekt „CoOperational“ verknüpfte die Themen des klassischen Verkehrsmanagements sowie kooperativer Systeme und bildete einen Leitfaden für die Einführung der kooperativen Verkehrsleitzentrale der Zukunft. Im Rahmen des Projekts wurden folgende Schritte durchgeführt:

  • Umfangreiche Ist-Analyse bestehender Verkehrsleitzentralen inklusive strukturierter Interviews mit verschiedenen Betreibern von Verkehrsleitzentralen im deutschsprachigen Raum
  • Ist-Analyse bestehender Standards, Normen und Forschungsprojekte aus dem Umfeld kooperativer Systeme
  • Delta-Spezifikation und Anforderungserhebung auf Basis des derzeit beim Auftraggeber ASFINAG im Einsatz befindliche Verkehrsmanagement und –informationssystems (VMIS)

Als Ergebnis des Projekts „CoOperational“ wurden erstmalig eine im deutschsprachigen Raum repräsentative „Außensicht“ auf kooperative Systeme im täglichen Verkehrsmanagement-Betrieb erarbeitet und die Konsequenzen für bestehende Verkehrsleitzentralen am Beispiel ASFINAG aufgezeigt.

Das Projekt ist für uns als die team einer von vielen Schritten, um sich dem Thema C2X zu näheren und spezifische Beratungskompetenz für Straßenverkehrsbetreiber aufzubauen. Aus unserer Sicht ist das Thema wegbereitend für weitere „Game Changer“ wie das Autonome Fahren.

Diesen Eindruck konnten wir auch beim ersten deutschen C2X-Kongress im März 2016 in Frankfurt gewinnen, der ganz im Zeichen des Cooperative ITS-Corridors stand (bei dessen österreichischem Abschnitt ECo-AT wir übrigens im Technischen Projektmanagement die ASFINAG unterstützen). Die Projekte werden konkret, die Industrie scharrt in den Startlöchern, die Automotive-Branche zeigt Roadmaps zur Fahrzeugausstattung – spannende, kooperative Zeiten stehen uns bevor.