„Cybersecurity ist allgegenwärtig“

Als IT Consultant ist Rudolf für das Projektmanagement, Geoinformationssysteme (sogenannte GIS) und Requirements Engineering verantwortlich. Zu einem der spannendsten Themen im IT-Sektor zählt für ihn „Cybersecurity“. Was ihn an seiner Arbeit begeistert, erzählt er im aktuellen Blog.

Du bist bereits einige Jahre im IT-Sektor tätig. Wie hat sich die Branche deiner Meinung nach verändert?
In den letzten Jahren ist unter anderem das Thema „Cybersecurity“ vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Egal, ob gefundene Schwachstellen in bekannten Betriebssystemen, erfolgreich abgewehrte Cyberangriffe oder Debatten zum Thema Datenschutz – „Cybersecurity“ ist allgegenwärtig! Für mich ist dieser Bereich neben der Geoinformatik einer der spannendsten innerhalb des IT-Sektors.

Was ist dir betreffend „Cybersecurity“ wichtig?
Ob Softwareentwicklung, Entwicklung von Systemarchitekturen oder interne Unternehmensprozesse – „Cybersecurity“ muss als fester Bestandteil bereits bei der Entwicklung beachtet und vom Unternehmen gelebt werden! Ebenfalls sollte klar sein, dass kein System vollständig vor Angriffen geschützt werden kann. Daher müssen entsprechende Notfallmaßnahmen immer auch im Vorhinein getroffen werden. Das gilt auch für den sensiblen Bereich der Geoinformationssysteme (GIS).

Welche Beispiele kannst du für solche Notfallmaßnahmen nennen?
Beispiele hierfür sind der Aufbau eines entsprechenden Asset-Managements und die frühzeitige Betrachtung möglicher Bedrohungen, Risiken und zugehöriger Maßnahmen. Tritt eines dieser Szenarien ein, kann im Bedarfsfall rasch reagiert werden. Wesentlich ist jedoch, dass es keine Pauschallösungen gibt. Daher müssen wir Notfallmaßnahmen immer bedürfnisgerecht planen und umsetzen.

Was begeistert dich an deiner teamArbeit?
Für mich sind insbesondere die abwechslungsreichen Aufgaben und der enge Kundenkontakt spannend. Täglich vor neue Herausforderungen gestellt zu werden und dabei fachlich als auch persönlich zu wachsen – das sind für mich wichtige Eckpfeiler, die meinen Arbeitsalltag bei team ausmachen!

Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg

Die Landesstelle für Straßentechnik, Regierungspräsidium Tübingen (kurz LST) betreibt für das Bundesland Baden- Württemberg die Straßenverkehrszentrale. Die Straßenverkehrszentrale regelt dabei verschiedene Verkehrsanlagen die eine Beeinflussung des Verkehrsflusses bzw. der Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Ein wichtiges System zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und -effizienz stellt dabei die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) dar, die eine weitgehend vollautomatische Beeinflussung des Verkehrs anhand von detektierten Verkehrsparametern (Anzahl der Fahrzeuge auf dem Streckenabschnitt, etc.) ermöglicht. Zur Überwachung, Steuerung und Parametrierung der Verkehrsleitzentrale und deren SBA setzt die LST seit vielen Jahren auf die von der NERZ (nerz-ev.de) entwickelte einheitliche Rechnerzentralsoftware für Verkehrsleitsysteme (ERZ-Software), welche eine offene, über Betreibergrenzen hinweg nutzbare Software für Straßenbetreiber darstellt. Neben dem Steuerungskern bietet die ERZ-Software eine grafische Benutzeroberfläche zur Visualisierung verkehrsrelevanter Daten und Ereignisse. Mit Hilfe der grafischen Benutzeroberfläche wird es den Operatoren ermöglicht, den Betrieb kontinuierlich zu überwachen und bei besonderen Ereignissen (Baustellen, Unfall, …) durch gezieltes Eingreifen in den Verkehrsablauf auf Steuerungsmaßnahmen diesen zu beeinflussen.

Durch die rasante Entwicklung der hardware- und softwaretechnischen Möglichkeiten in den letzten Jahren hat die LST frühzeitig erkannt, dass es gerade im Bereich Visualisierung und Bedienung Potentiale zur Steigerung der Effizienz und Bedienbarkeit gibt. Aus diesem Grund wurde SCHWIETERING Verkehrstechnik und Straßenplanung (IBS) in enger Zusammenarbeit mit team beauftragt, die im Einsatz befindliche grafische Benutzeroberfläche fachlich und technisch zu analysieren. Als Kernaufgabe übernimmt team die technischen Aspekte des Projekts, IBS ein langjähriger enger Partner der team übernimmt die fachlichen Aspekte sowie die Entwicklung eines funktionalen Demonstrators.

Folgende Tätigkeiten werden durch team erbracht:

  • Technische Systemanalyse der Bedienoberfläche
  • Technische Systemanalyse der Gesamtarchitektur
  • Experteninterviews mit Herstellern
  • Unterstützung bei der Erhebung der funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen
  • Unterstützung bei der Erstellung eines Lastenhefts auf Basis der erhobenen Anforderungen

team konnte bereits in laufenden Projekten als Planer und Bauüberwacher Erfahrungen im Umfeld der Landesstelle für Straßentechnik sammeln und setzt mit diesem Projekt die erfolgreiche Zusammenarbeit fort.

Kategorien ITS

team goes CoOperational

Der kontinuierliche Anstieg an Kraftfahrzeugen und die damit verbundene Verkehrsbelastung auf Autobahnen führte in den letzten Jahrzehnten zu einer stetigen Zunahme von Verkehrsbehinderungen, Staus und Unfällen. Die effizientere Nutzung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur sowie die zeitnahe Verteilung von verkehrsrelevanten Informationen ist ein Schritt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Moderne Technologien aus den Bereichen Kommunikation und Datenverarbeitung unterstützen diese Entwicklungen und werden im Verkehrswesen unter dem Begriff kooperative Dienste (C-ITS) zusammengefasst. Der Schwerpunkt liegt hier im zeitnahen Austausch von verkehrsrelevanten Informationen zwischen Verkehrsteilnehmern, der Infrastruktur und den Straßenbetreibern.

Das im letzten Jahr 2015 abgewickelte und von der österreichischen Forschungsfördergesellschaft wie auch der ASFINAG beauftragte Forschungsprojekt „CoOperational“ verknüpfte die Themen des klassischen Verkehrsmanagements sowie kooperativer Systeme und bildete einen Leitfaden für die Einführung der kooperativen Verkehrsleitzentrale der Zukunft. Im Rahmen des Projekts wurden folgende Schritte durchgeführt:

  • Umfangreiche Ist-Analyse bestehender Verkehrsleitzentralen inklusive strukturierter Interviews mit verschiedenen Betreibern von Verkehrsleitzentralen im deutschsprachigen Raum
  • Ist-Analyse bestehender Standards, Normen und Forschungsprojekte aus dem Umfeld kooperativer Systeme
  • Delta-Spezifikation und Anforderungserhebung auf Basis des derzeit beim Auftraggeber ASFINAG im Einsatz befindliche Verkehrsmanagement und –informationssystems (VMIS)

Als Ergebnis des Projekts „CoOperational“ wurden erstmalig eine im deutschsprachigen Raum repräsentative „Außensicht“ auf kooperative Systeme im täglichen Verkehrsmanagement-Betrieb erarbeitet und die Konsequenzen für bestehende Verkehrsleitzentralen am Beispiel ASFINAG aufgezeigt.

Das Projekt ist für uns als team einer von vielen Schritten, um sich dem Thema C2X zu näheren und spezifische Beratungskompetenz für Straßenverkehrsbetreiber aufzubauen. Aus unserer Sicht ist das Thema wegbereitend für weitere „Game Changer“ wie das Autonome Fahren.

Diesen Eindruck konnten wir auch beim ersten deutschen C2X-Kongress im März 2016 in Frankfurt gewinnen, der ganz im Zeichen des Cooperative ITS-Corridors stand (bei dessen österreichischem Abschnitt ECo-AT wir übrigens im Technischen Projektmanagement die ASFINAG unterstützen). Die Projekte werden konkret, die Industrie scharrt in den Startlöchern, die Automotive-Branche zeigt Roadmaps zur Fahrzeugausstattung – spannende, kooperative Zeiten stehen uns bevor.

Kategorien ITS

Harmonisierung von Führungsinformationssystemen

In der Deutschen Bundeswehr gibt es aus historischen Gründen unterschiedliche Führungsinformationssysteme. Diese entstanden meistens in den jeweiligen Teilstreitkräften und unterstützen die spezifischen Besonderheiten der entsprechenden Waffengattungen. Aufgrund der Fortschritte in der Informationstechnologie müssen diese Systeme stetig erneuert oder ersetzt werden. Neue Anforderungen, wie internationale Zusammenarbeit oder kurzfristige Einsätze, stellen für die Altsysteme schwierige Bedingungen dar. Vor allem die notwendige Kooperation und Kommunikation zwischen den Systemen kann mit den derzeitigen Systemen nicht optimal umgesetzt werden. Aus diesen Gründen strebt die Bundeswehr eine Harmonisierung dieser Führungsinformationssysteme (Projektname HaFIS) an. Um dies zu erreichen, soll HaFIS folgende Möglichkeiten bieten:

  • Ein einheitliches teilstreitkräfteübergreifendes System zur Führungsunterstützung in nationalen und multinationalen Einsätzen bereitstellen
  • Die vorhandenen Systeme unter Nutzung bestehender Ressourcen migrieren und ablösen
  • Die Kommunikation zwischen mehreren Sicherheitsdomänen aus verschiedenen Anteilen (z.B. stationäre und verlegefähige) ermöglichen
  • Aus dem HaFIS Baukasten heraus Rechenzentren und Clientkomponenten, gemäß ihrer spezifischen Anforderungen, binnen kurzer Zeit maßgeschneidert zusammenstellen

Bei HaFIS handelt es sich der Problemstellung entsprechend um eine besonders komplexe Systemarchitektur. Zusammenhänge innerhalb des Systems als auch nach außen in Richtung externer Systeme und Stakeholer müssen nichtsdestotrotz konsistent und nachvollziehbar dargestellt werden. Bei derartigen Anforderungen ist es vorteilhaft, die Architektur anhand eines geeigneten Architekturrahmenwerks zu beschreiben. Im Projekt HaFIS kommt dementsprechend das Nato Architecture Framework (NAF) v3 zum Einsatz. Dieses bietet Vorlagen und Richtlinien zur Dokumentation von

  • Zusammenfassenden und übergreifenden Informationen (All View)
  • Fähigkeiten (Capability View)
  • Aufbau- und Ablauforganisation (Operational View)
  • Systemunabhängigen Funktionalitäten (Service Oriented View)
  • Systemen und Bebauungsplanung (System View)
  • Technischen Standards und standardisierbarer Buildingblocks (Technical View)
  • Zusammenhängen zu Projekten und Programmen (Programme View)

Die Modellierung erfolgt in HaFIS werkzeuggestützt anhand des Enterprise Architect von Sparx Systems. Dieser erlaubt es mit einem Add-On NAF konforme Sichten zu erstellen. Um die Konsistenz zwischen den Sichten zu gewährleisten, werden die Systemkomponenten und ihre Relationen zueinander modelliert. Wichtig war in diesem Kontext die HaFIS Zielarchitektur an die Referenzarchitektur der Bundeswehr anzubinden. Dies erlaubt einen höheren Wiederverwendungsgrad, d.h. weitere Projekte können von der bereits geleisteten Modellierungsarbeit profitieren.
team unterstützt im Auftrag der Frequentis bzw. ATOS seit mittlerweile mehreren Jahren das Projekt HaFIS im Architekturdesign und in der Anwendung des NATO Architecture Framework.